Seite wählen

Die Geschichte von Frankfurt

Legende

Als die Franken vor einer sächsischen Übermacht fliehen mussten, kamen sie an das südliche Ufer des Mains, wussten aber nicht, wie sie auf die andere Seite des Flusses kommen konnten. Es war ein nebliger Tag, an dem man kaum die eigene Hand vor Augen sehen konnte als plötzlich der Nebel die Sicht freigab. Mitten im Fluss stand eine Rehkuh, die gemächlich den Fluss durchquerte. Die Franken zögerten nicht lange und flüchteten über die Furt an das nördliche Mainufer und entkamen dadurch den Sachsen, die auf der südlichen Mainseite blieben. Das nördliche Ufer heißt seitdem Frankfurt und das südliche Sachsenhausen.

Im germanischen bedeutet Frank = Frei. Frankfurt heißt also die Freie Furt.

1000 vC Archäologische Funde auf dem Römerberg, der damals noch eine Insel war, weisen eine ca. 3000 jährige Besiedlung nach.
90 Die Römer eroberten das Gebiet um 90 n. Chr. und errichteten im heutigen Stadtteil Heddernheim ein Kastell und auf dem Römerberg eine kleine Siedlung. Die Grenze des Römischen Reichs lag nur wenige Kilometer entfernt. Im Taunus sicherte das Römerkastell Saalburg den Limes, der mittlerweile zum UNESCO Welterbe erklärt wurde.
300 Die Römer werden von den Alemannen vertrieben.
500 Den Alemannen folgten die Merowinger, die sich hier baulich verewigten indem sie einen Königshof errichteten.
794 Eine fränkische Siedlung mit dem Namen Frankfurt wird 794 erstmals urkundlich erwähnt. In der Stadt befindet sich eine karolingische Palastanlage mit Königshalle, in der Karl der Große eine Reichsversammlung und Synode abhielt.
856 Frankfurt wird zur Wahl- und Krönungsstadt der deutschen Kaiser.
1152 Friedrich Barbarossa wird zum Kaiser gewählt.
1240 Kaiser Friedrich II stellt die Besucher der Frankfurter Messe unter seinen Schutz.
1372 Frankfurt wird Freie Reichsstadt und zählt 10.000 Einwohner.
1356 Frankfurt wird durch das Grundgesetz des Reiches, die Goldene Bulle zur alleinigen Wahlstadt der Könige des Reiches.
1462 Die Juden werden gezwungen in ein Getto zu ziehen, die Judengasse entsteht.
1585 Die Frankfurter Börse wird gegründet. Das Gebäude befand sich am heutigen Paulsplatz.
1600 Frankfurt schließt sich der Reformation von Martin Luther an. Die Stadt wächst auch durch Glaubensflüchtlinge auf 20.000 Einwohner an.
1612 Revolution der Bürger gegen den Rat der Stadt und Plünderung der Judengasse.
1759 Frankfurt wird wie 1792 und 1806 von den Franzosen besetzt.
1816 Frankfurt wird als Freie Stadt Sitz des Deutschen Bundestages und damit zur ersten demokratischen Hauptstadt Deutschlands.
1848 In der Paulskirche tagt 1848/49 die Deutsche Nationalversammlung.
1860 Die Einwohnerzahl steigt auf 70.000 Einwohner an.
1866 Frankfurt wird von Preußen besetzt.
1875 Frankfurt wird zur Großstadt, die Einwohnerzahl steigt auf 100.000 Bewohner.
1900 Frankfurt ist mit 300.000 Menschen eine der größten Städte des Landes.
1914 Die Universität wird gegründet und die Einwohnerzahl steigt durch Eingemeindungen auf 400.000.
1925 Unter Baudirektor Ernst May, entstehen bis 1930 über 15.000 neue Wohnungen. Die May-Siedlungen bieten Licht und Luft in Modernen Gebäuden.
1930 Nach weiteren Eingemeindungen wächst die Einwohnerzahl auf 500.000.
1933 Zwischen Frankfurt und Darmstadt wird das erste Teilstück der “HaFraBa” Autobahn errichtet. Die Autobahn verbindet Hamburg, Frankfurt und Basel. Sie ist die erste Autobahn mit zwei breiten Fahrbahnen je Richtung, kreuzungsfrei und nur für Autos. Zuvor gab es schon Teststrecken in Berlin “AVUS” und die Autostrada Mailand-Varese, die jed och nur einspurig war und Kreuzungen hatte (was einer heutigen Landstraße entspricht). Die Autobahn “HaFraBa” (heute A5) wurde von Adolf Hitler feierlich eröffnet.
1939 Die Jüdische Gemeinde wird von der NSDAP vernichtet, von 30.000 Juden werden 12.000 ermordet. Anne Frank flüchtet mit ihrer Familie nach Amsterdam.
1944 Die Frankfurter Altstadt wird von amerikanischen Bombern zerstört. Die größte Fachwerkaltstadt Europas geht in Flammen auf. Die Ostzeile des Römerbergs wurden 1985 wieder aufgebaut. Derzeit werden weitere Fachwerkhäuser originalgetreu rekonstruiert.
1964 Die erste U-Bahn-Linie wird eröffnet. Die A Strecke (U1-3) verbindet die Innenstadt mit dem Norden Frankfurts.
1977 Kulturdezernent Hilmar Hoffmann initiiert das Frankfurter Museumsufer.
1990 Der Messeturm wird mit 255 m das höchstes Hochhaus Europas.
1992 Frankfurt wird zum Sitz der Europäische Zentralbank gewählt. Die EZB residiert am Willy Brandt Platz, wo noch heute das Euro-Zeichen steht. Die Europäische Zentralbank zog 2015 in den neuen Turm im Frankfurter Ostend.
1997 Der Commerzbank Tower übertrifft den Messeturm und wird mit 267 m zum höchsten Hochhaus Europas.
2000 Die Stadt Frankfurt zählt 650.000 Einwohner.
2017 Ein Brandstifter zündet im Mai ein Holzgebäude im Koreanischen Garten an, einen Monat später brennt ein Pavillon im Chinesischen Garten ab. Im Oktober wird der beliebte Goetheturm angezündet und brennt nieder.
2018 Die Neue Frankfurter Altstadt wird eröffnet. Die im Krieg zerstörte Altstadt, wurde auf dem Grundstück des abgerissenen Technischen Rathauses, teilweise rekonstruiert.
2022 Die Einwohnerzahl Frankfurts steigt auf 750.000. Im Rhein-Main-Gebiet leben etwa 5,5 Millionen Menschen.

Anzeige