Detroit verdankte seinen rasanten Aufstieg der Autoproduktion von Ford und General Motors, die um 1950 ihren Zenit erreichte und seit dem kontinuierlich sinkt. 2013 musste Detroit Konkurs anmelden. In der Stadt stehen ganze Wohnviertel leer. Die Kriminalitätsrate zählt zu den höchsten der USA.
  
  
1627Die Franzosen gründen La Nouvelle France und erkunden von Quebec aus die großen Seen und den Mississippi.
1701Der Franzose Antoine de la Mothe Cadillac errichtet das Fort Ponchartrain du Détroit. Détroit ist das französische Wort für Meerenge. Die Stadt liegt an einer engen Verbindung zwischen dem Eriesee und dem Huronsee.
1718Die Franzosen gründen La Nouvelle Orléans, das heutige New Orleans. Detroit ist eine wichtige Station zwischen Quebec und Lousiana. 
1760Die Engländer erobern im Siebenjährigen Krieg das Fort Detroit und vertreiben die Franzosen.
1763Neu-Frankreich fällt im Frieden von Paris an England. Kanada wird zur britischen Kolonie. 
1764Detroit wird von Häuptling Pontiac angegriffen, kann aber von den zahlenmäßig deutlich unterlegenen Indianern nicht erobert werden. Der Aufstand richtete sich gegen die Briten, die anders als die Franzosen begannen das Indianerland zu besiedeln. Die Briten beenden den Indianeraufstand durch massive Militärpräsenz. Pontiac wird 1769 von einem anderen Indianer ermordet.
1776Die Vereinigten Staaten von Amerika erklären die Unabhängigkeit von England.
1783Großbritannien erkennt die Unabhängigkeit der USA an. Die loyalen Briten verlassen die USA in Richtung Kanada. 
1796Detroit wird an die USA übergeben. 
1805Ein großes Feuer zerstört Detroit.
1810Detroit hat ca.1.500 Einwohner.
1812Im Krieg gegen Kanada wird Detroit von britischen Truppen erobert. 
1813Die Briten ziehen sich aus Detroit zurück. 
1814Die USA können Kanada nicht erobern und der Krieg wird beendet. 
1815Detroit erhält die Stadtrechte.
1825Der Erie-Kanal verbindet die Großen Seen mit New-York-City. Der Seeweg zum Atlantik ermöglicht den wirtschaftlichen Aufstieg der Industrieregion zwischen Chicago und Cleveland in deren Mitte Detroit liegt. 
1834Das britische Parlament verbietet die Sklaverei in allen Teilen des Imperiums, daher wird auch in Kanada die Sklaverei verboten. Die Organisation Underground Railroad verhilft geflüchteten Sklaven aus dem Süden der USA die Flucht über den "Detroit River" nach Kanada. Da sie in Michigan wieder zurück in die Südstaaten geschickt werden konnten. 
1837Detroit wird Hauptstadt von Michigan.
1847Lansing wird zur neuen Hauptstadt von Michigan.
1865Der Amerikanische Bürgerkrieg wird beendet und damit auch die Sklaverei in den USA.
1874In Detroit leben über 100.000 Menschen. 
1903Henry Ford gründet die Ford Motor Company
1908Das erste Ford T Modell "Tin Lizzie" läuft vom Band. General Motors wird von William C. Durant in Detroit gegründet. Noch im gleichen Jahr übernimmt er Buick, Oldsmobile, die Oakland Motor Car Company und Cadillac.
1910Durant versucht vergeblich Ford zu übernehmen und wird darauf hin von General Motors entlassen.
1911Zusammen mit dem Schweizer Louis Chevrolet gründet William C. Durant in Detroit die Chevrolet Motor Car Company.
1918Chevrolet wird von General Motors übernommen, William C. Durant gelangt wieder in den Vorstand von GM.
1919In den USA wird Alkohol verboten. Während der Prohibition wurde ca. 80% des in den USA verkauften Alkohols mit Schnellbooten von Kanada über den "Detroit River" ins Land gebracht.
1921Detroit erreicht die 1 Mio. Einwohnermarke. 
1925Die Chrysler Motor Company wird bei Detroit gegründet. Durch die Übernahme von Dodge Brothers Inc. wird die Firma 1928 zum drittgrößten Autohersteller der USA.
1927Der 133 m hohe Cadillac Tower wird fertig gestellt.
1929Die Ambassador-Bridge über dem "Detroit-River" wird eröffnet. 
1930Der "Detroit-Windsor-Tunnel" wir eröffnet, er verbindet die USA mit Kanada.
1933Die "Prohibition" (Alkoholverbot) wird aufgehoben. 
1942Die USA stellen die Produktion auf Waffen für den Zweiten Weltkrieg um. In den Fabriken von Detroit werden jetzt Fahrzeuge für den Krieg hergestellt. Mehr als 400.000 Menschen aus den Südstaaten ziehen nach Detroit, um in der Kriegsproduktion zu arbeiten. Schwarze und Weiße konkurrieren um Arbeitsplätze und Wohnungen. Spannungen entladen sich in Rassenkonflikten.
1943Bei Kämpfen zwischen weißen und schwarzen Arbeitern sterben 34 Menschen. Der "Detroit Racial Riot" wird schließlich von der Bundespolizei beendet.
1950Detroit wächst schnell auf über 1,8 Mio. Einwohner.
1956Die General Motors streetcar conspiracy kommt ans Licht. GM kaufte ab 1930 in 45 amerikanischen Städten die Straßenbahnbetriebe auf, um die Bahnen durch Busse von GM zu ersetzen. General Motors schaffte es in wenigen Jahren den Öffentlichen Nahverkehr in vielen großen Städten der USA zu ruinieren. Dem Kartell gehörte unter anderen auch Standard Oil und Firestone Tire an. Das Gericht verurteilte die kriminelle Vereinigung auf eine Strafe von lächerlichen 5.000 USD.
1956Präsident Dwight D. Eisenhower unterzeichnet den "Federal Aid Highway Act". Ziel war es innerhalb von 10 Jahren ein Highway System mit einer Länge von 66.000 km zu errichten. In Europa wurden schon ab 1921 (AVUS Berlin) erste Teststrecken nur für Autos errichtet. 1933 wurde zwischen Frankfurt und Darmstadt der erste Autobahnabschnitt errichtet, mit je zwei breiten Spuren pro Fahrtrichtung, kreuzungsfrei und nur für Autos. Amerika lag also über 20 Jahre zurück und wollte schnell aufholen, um im Kriegsfall über ein leistungsstarkes Straßensystem zu verfügen. Das "Interstate Highway System" wurden schnell umgesetzt. Interstates mit geraden Nummern verlaufen von Ost nach West, mit ungeraden Nummern von Nord nach Süd. Das Highway System machte viele Bahnstrecken unrentabel und führte zu goldenen Zeiten für Detroits Autoindustrie.
1959Das Label Motown Records wird in Detroit von dem afroamerikanischen Songwriter Berry Gordy gegründet. Er baute eine Hit-Fabrik mit Diana Ross, Smokey Robinson, den Miracles, Temtations, Suprems, Stevie Wonder und den Jackson 5, um ein paar der Künstler zu nennen. Besuchen Sie das Motown Historical Museum in Detroit, um mehr zu erfahren. 
1963Die Michigan Central Station, der Hauptbahnhof von Detroit wird stillgelegt. Detroit hat rund 3,5 Millionen Einwohner.
1965Die Edison Company lässt eine städtebauliche Studie zur Zukunft von Detroit erstellen. Der Stadtplaner Constantinos Doxiadis prognostiziert das Wachstum der Stadt auf 8 Millionen bis zum Jahr 2000. Die "Urban Detroit Area" soll demnach auf 15 Millionen Bewohner anwachsen. Um diese enorme Zunahme an Menschen zu bewältigen, soll nördlich des Lake St Clair eine neue Großstadt errichtet werden. 
1967Schwere Rassenunruhen in Downtown, bei denen 43 Menschen sterben und viele Gebäude zerstört werden. Die weiße Mittelschicht flüchtet daraufhin aus Detroit. Die sogenannte White flight findet in fast allen amerikanischen Großstädten statt und führt zu ausufernden Vorstädten mit homogener weißer Bevölkerung.
1973Die "Ölkrise" zwischen 1973-1979 führt zu einer Rezession in den westlichen Industriestaaten.
1975Die Industriezentren an den Großen Seen stagnieren. Die einst wirtschaftsstarke Region, mit viel Schwerindustrie entwickelt sich zum Rust Belt. Durch die Ölkrise sind Sprit fressende amerikanische Autos auf dem Weltmarkt nicht mehr gefragt. Europäische Konzerne decken den Bedarf an Luxus Fahrzeugen während japanische Hersteller preiswerte Kleinwagen produzieren. Der Niedergang von Detroit beginnt.
1994Das Nordamerikanische Freihandelsabkommen "NAFTA" zwischen den USA, Kanada und Mexiko, führt zur massiven Abwanderung von lohnintensiven Arbeiten nach Mexiko. In Detroit gehen viele Industriearbeitsplätze verloren.
1998Chrysler fusioniert mit Daimler-Benz zu Daimler-Chrysler. Das 25 stöckige Hudson's Kaufhaus auf der Woodward Avenue wird gesprengt. 
2000Die Bevölkerung von Detroit sinkt auf 950.000. 
2007Daimler verkauft Chrysler an den Hedgefond Cerberus.
2008Chrysler ist Pleite und wird durch einen Staatskredit gerettet. Fiat beteiligt sich an Chrysler.
2009General Motors ist Pleite und wird aufgelöst. Der Konzern mit Schulden von 172 Milliarden Dollar wird vom Staat gerettet und geht ein Jahr später wieder an die Börse.
2013Die Stadt Detroit ist mit 18 Milliarden US Dollar hoffnungslos verschuldet und muss Konkurs anmelden. Die Einwohnerzahl sinkt auf unter 700.000. Über 80.000 Häuser stehen leer.
2014Detroit werden 1/3 seiner Schulden erlassen, die Finanzen der Stadt werden jedoch einer Aufsichtskommission unterstellt. Fiat übernimmt Chrysler zu 100%.
2016Die hohe Kriminalitätsrate mit 350 Morde pro Jahr und die zunehmende Brandstiftung in leer stehenden Häusern, lassen die Stadt weiter zu Grunde gehen.
2017Donald Trump wird Präsident der Vereinigten Staaten. Er verspricht die Arbeitsplätze aus Mexiko zurück in die USA zu holen. Detroit hofft auf die Rückverlagerung von Arbeitsplätzen. Auf dem Grundstück des ehemaligen Hudson's Kaufhaus beginnen die Arbeiten für einen 278 m hohen Wolkenkratzer, der 2022 das höchste Hochhaus von Detroit sein wird.
2018GM Chefin Mary Barra streicht 10.000 Arbeitsplätze. In Detroit soll ein GM-Werk geschlossen werden. Die Ford Motor Company kauft den verlassenen Bahnhof von Detroit, die Michigan Central Station.
2019Die Einwohnerzahl von Detroit sinkt auf rund 650.000 ab. Mit den Monroe Blocks wird eine Brache im Zentrum von Detroit bebaut. Das Hochhaus von Schmidt Hammer Lassen Architekten aus Kopenhagen ist das erste Hochhaus seit über 25 Jahren.

 

 

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Detroit Geschichte

Die Geschichte von Detroit

Detroit verbinden die meisten Leute mit der Autoindustrie und dem Niedergang in den letzten Jahrzehnten. Detroit war aber zuallererst ein Fort an einer bedeutenden Wasserstraße. Die "Großen Seen" sind alle miteinander verbunden und waren in der Mitte des 19. Jahrhunderts die wichtigste Verkehrsverbindung in Nord-Amerika. Der "Detroit River" war das Nadelöhr dieser Wasserstraße. Detroit entwickelte sich zu einer bedeutenden Hafenstadt und säter, mit dem Boom der Eisenbahn wurden die meisten Waggons in Detroit hergestellt. Erst dann kamen die Autofabriken.

 

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Gründe für den Niedergang Detroits

Die amerikanische Automobil-Industrie setzte zu lange auf große Fahrzeuge mit hohem Benzinverbrauch. In den USA ist Benzin deutlich billiger als in anderen Teilen der Welt. Die Nachfrage nach amerikanischen Autos sank weltweit mit der Ölkrise ab 1973. Zudem gingen viele Arbeitsplätze durch Rationalisierungen und Industrie-Roboter verloren. Das Freihandelsabkommen "NAFTA" zwischen den USA, Kanada und Mexiko führte ab 1994 zur Abwanderung von lohnintensiven Arbeiten nach Mexiko.

 

Detroit Historical Society

http://detroithistorical.org

Detroit Historical Museum