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Die Geschichte des Ruhrgebiets

Das Ruhrgebiet ist der größte städtische Ballungsraum der Bundesrepublik. Hier leben etwa so viele Menschen wie in Berlin und Hamburg zusammen. Das Häusermeer des Ruhrgebiets zählt über 5 Millionen Einwohner.

5.000 vC Schon lange vor den Römern existierte eine Fernstraße in Ost-West-Richtung, die den Rhein mit der Elbe verband. Der Hellweg lag zwischen Aachen und Goslar und durchquerte dabei das heutige Ruhrgebiet.
100 vC Die Römer dringen an den Rhein vor und gründen die Stadt Xanten. Die Überreste der römischen Siedlung kann man im Archäologischen Park Xanten besichtigen.
9 Nach dem Sieg von Arminius (Herman der Cherusker) in der Schlacht im Teutoburger Wald, gaben die Römer den Versuch auf Germanien zu erobern. Dadurch blieben alle Gebiete rechts des Rheins in germanischer Hand.
852 Bischof Altfried von Hildesheim baut ein Frauenstift auf seinem Gut Asnide. Dieses Jahr gilt als Gründungsjahr der Stadt Essen.
882 Erste urkundliche Erwähnung der Stadt Dortmund.
883 Erste urkundliche Erwähnung der Stadt Duisburg.
1120 Duisburg errichtet eine Stadtmauer.
1236 Dortmund erhält das Stadtrecht.
1244 Essen erhält das Stadtrecht.
1400 Die Hanse fördert die wirtschaftliche Entwicklung am Hellweg. Im Ruhrgebiet gehörten unter anderem Wesel, Dorsten, Recklinghausen, Hamm, Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg zur Hanse.
1648 Nach dem Dreißigjährigen Krieg fielen die Städte im Ruhrgebiet auf das Niveau von unbedeutenden Agrar-Siedlungen zurück.
1732 In Ruhrort entsteht ein Hafen.
1780 Die Ruhr wird für die Schifffahrt ausgebaut.
1809 Dortmund hat ca. 4.300 Einwohner.
1811 In Essen wird die Firma Krupp gegründet.
1815 Das Ruhrgebiet fällt nach dem Wiener Kongress an Preußen.
1816 Die Stadt Essen zählt 22.700 Einwohner.
1840 Gelsenkirchen hat ca. 600 Einwohner.
1847 Die Köln-Mindener Eisenbahn durchquert das Ruhrgebiet.
1850 Im Ruhrgebiet werden 2 Mio. t Kohle gefördert und 11.500 t Roheisen erzeugt.
1870 Krupp produziert Kanonen für den Krieg gegen Frankreich.
1871 Die Stahlfirma Hoesch zieht von Düren nach Dortmund.
1880 Das Ruhrgebiet wirbt Arbeiter aus den Ostgebieten an. Bis 1914 kommen etwa 450.000 Menschen aus Polen an die Ruhr.
1896 Essen überschreitet die 100.000 Einwohnergrenze.
1911 In Essen entsteht die Gartenstadt Margarethenhöhe.
1913 Im Ruhrgebiet werden 114 Mio. t Kohle gefördert und 8,2 Mio. t Roheisen erzeugt.
1914 Der Erste Weltkrieg beginnt und endet 1918 mit der deutschen Niederlage.
1919 In den Verträgen von Versailles werden hohe Reparationszahlungen von Deutschland verlangt. Zudem wird das Ruhrgebiet von den Siegern besetzt und entmilitarisiert.
1929 Durch Eingemeindungen steigt die Einwohnerzahl der Stadt Essen auf 600.000 Bürger. Die Weltwirtschaftskrise führt auch im Ruhrgebiet zu hoher Arbeitslosigkeit.
1925 Die Besetzung des Ruhrgebiets wird in den Verträgen von Locarno beendet.
1933 Die Ruhr wird zum Baldeneysee aufgestaut.
1938 In der Reichspogromnacht werden in ganz Deutschland Synagogen angezündet. In Essen brennt die Alte Synagoge. Später werden die Juden in Konzentrationslagern ermordet.
1939 Deutschland beginnt den Zweiten Weltkrieg mit dem Überfall auf Polen.
1945 Das Ruhrgebiet wird durch Bombenangriffe stark zerstört.
1956 Das Ruhrgebiet gleicht den kriegsbedingten Bevölkerungsrückgang durch Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten aus und lässt den Zuzug von Gastarbeitern aus der EWG (heute EU) zu. Dadurch kommen viele Italiener nach Deutschland.
1961 Die ersten Türken kommen als Gastarbeiter ins Ruhrgebiet.
1962 Die Ruhr-Universität in Bochum wird gegründet. Die Einwohnerzahl von Essen erreicht mit 729.000 den höchsten Stand.
1967 Die Essener U-Bahn geht in Betrieb.
1970 Der Ruhrschnellwegtunnel wird eröffnet.
1981 Die Kohleförderung sinkt auf 70 Millionen Tonnen. Der Zuzug von Gastarbeitern geht stark zurück.
1986 Die Zeche Zollverein wird geschlossen.
1989 Die Internationale Bauausstellung (IBA) Emscher Park entsteht. Die IBA-Projekt verwandeln Brachflächen in Freizeitflächen, besonders entlang des Emscher-Kanals, der zum Landschaftspark ausgebaut wird.
2010 Essen und das Ruhrgebiet werden Europäische Kulturhauptstadt. Im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 wurden zahlreiche Projekte gefördert, die den Umbau der Industrieregion zum Thema hatten. Zu diesen Projekten gehörte auch das Dortmunder U und der KulturKanal.
2015 Der erste Abschnitt des Radschnellweg RuhrRS1 wird zwischen Mühlheim an der Ruhr und dem Essener Niederfeldsee eröffnet. Die Fahrradautobahn soll in Zukunft Duisburg mit Hamm verbinden.
2016 Die Bevölkerung Essens sinkt auf 560.000 Bewohner. Dortmund ist mit 570.000 Einwohnern derzeit die größte Stadt im Ruhrgebiet.
2018 Mit der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop schließt die letzte Steinkohlegrube im Ruhrgebiet.
2022 Im Regionalverband Ruhr RVR leben rund 5,1 Millionen Menschen. Der RVR besteht aus 11 Städten und 4 Landkreisen auf einer Fläche von über 4.400 km².

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