Westerplatte
Text und Fotos © Martin Gotsmann
Geschichte der Westerplatte
Die Westerplatte ist eine Landzunge an der Mündung der Weichsel Martwa Wisla in die Ostsee. Von der Westerplatte kann man den Hafen von Danzig kontrollieren. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Danzig von den Siegermächten vom Deutschen Reich separiert und zur Freien Stadt Danzig erklärt. Damals waren 90 % der Einwohner Danzigs Deutsche. Polen bekam nach dem Vertrag von Versailles einen Zugang zur Ostsee hatte aber noch keinen eigenen Hafen. Daher gestattete der Völkerbund Polen auf der Westerplatte ein Munitionslager zu errichten. Nachdem Polen die Hafenstadt Gdynia errichtet hatte, sollte die Westerplatte wieder geräumt werden, was Polen jedoch nicht tat, sondern weitere Soldaten stationierte und die Bunker verstärkte. Polen kontrollierte damit den Hafen von Danzig.
Beginn des Zweiten Weltkriegs
Danzig war damals eine deutsche Stadt und eine Militärbasis mit polnischen Soldaten auf deutschem Boden wurde in Deutschland als Provokation empfunden. Zusammen mit dem Geheimdienstquartier in der Polnischen Post lieferte Polen noch einen weiteren Grund für Hitler das Land anzugreifen. Aus diesem Grund wählte Adolf Hitler die Westerplatte als erstes Angriffsziel. Am 1. September 1939 beschoss das Kriegsschiff Schleswig-Holstein die Westerplatte. Dieser Angriff gilt als Beginn des Zweiten Weltkriegs. Da sich die polnischen Verteidiger in Bunkern verschanzt hatten war es für die Angreifer nicht einfach das Gelände zu stürmen. Nach einer Woche mussten sich die polnischen Soldaten dennoch ergeben. Polen hatte der überlegenen Deutschen Wehrmacht nichts entgegenzusetzen und wurde bereits am 6. Oktober komplett erobert. Der schnelle Überfall auf Polen ging als Blitzkrieg in die Geschichte ein.
Polen war damals mit Großbritannien und Frankreich verbündet und glaubte, dass Hitler es deshalb nicht wagen würde, Polen anzugreifen. Wie wir heute wissen, war Adolf Hitler ein größenwahnsinniger Diktator, der Russland erobern wollte. Er hätte Polen so oder so überfallen. Die polnische Provokation auf der Westerplatte, dient ihm jedoch, das eigene Volk von dem Angriff auf Polen zu überzeugen. Für Polen war Danzig und Ostpreußen polnisches Territorium, das von Deutschland seit Jahrhunderten illegal besetzt war.
Deshalb ist es heute wichtig die Demokratie und die Europäische Union zu beschützen, sonst übernehmen nationalistische Kräfte das Ruder. Die Geschichte dieses Ortes zeigt, was dann passiert. Wenn wir uns als Europäer verstehen, ist es egal ob Gdansk-Danzig in Polen oder in Deutschland liegt.
Das Westerplatten-Denkmal
Trotz der Niederlage werden die Soldaten der Westerplatte als Helden gefeiert. Das Denkmal Westerplatte heißt auf Polnisch Pomnik Obrońców Wybrzeża „Denkmal der Verteidiger der Küste“ und wurde 1966 aufgestellt. Es besteht aus 236 Granitblöcken, die zu einem 23 m hohen Monument aufgetürmt wurden. Das Westerplatten-Denkmal wurde von den Künstlern Franciszek Duszeńko, Henryk Kitowski und Adam Haupt entworfen. Es steht auf einem künstlichen Hügel der allerdings nicht hoch genug ist, um über die umgebenden Bäume zu blicken. Es gibt ein kleines Museum im Wachhaus Nr. 1 und ein neues Museum Westerplatte ist geplant.
Museum Westerplatte
Im einzigen erhaltenen Wachhaus (Wartownia Nr. 1) ist ein kleines Museum untergebracht, mit einem Modell der Schleswig-Holstein, Waffen und einer Stube der Wachsoldaten. Auf der Westerplatte ist ein großes neues Museum geplant.
Bunker
Die Überreste der polnischen Bunker kann man noch überall auf dem Gelände sehen. Allerdings kann man die unterirdischen Anlagen nicht betreten. Die Bunker wurden bereits 1911 errichtet. Hinter den dicken Betonmauern konnten die polnischen Soldaten eine Woche lang ausharren, bevor sie sich ergeben mussten.
Wie kommt man zur Westerplatte?
Boot: Man kann mit der „Wasserstraßenbahn“ Tramwaj wodny F5 von der Grünen Brücke über die Mottlau (Motlawa) zur Westerplatte fahren. Bus: Die Buslinien 106, 138 und 606 fahren direkt zur Westerplatte. Am besten im Hotel fragen, wo die nächste Haltestelle liegt. Die Busse fahren eher selten. Fahrscheine kauft man vorher an einem Kiosk oder benutzt eine App.
Taxi: Vom Bahnhof Danzig Glowny sind es rund 12 km.
Majora Henryka Sucharskiego 70, 80-601 Gdańsk
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