Die Altstadt von Cartagena

Die Altstadt von Cartagena ist seit 1984 UNESCO Welterbe und die bekannteste Sehenswürdigkeit von Cartagena de Indias. Cartagena wurde 1533 von Petro de Heredia gegründet und war damit eine der ersten Städte, die von den spanischen Eroberern, auf dem Südamerikanischen Kontinent gegründet wurden. Die Altstadt von Cartagena ist komplett von einer Stadtmauer umschlossen und besticht durch pittoreske Häuser aus der Kolonialzeit. Zum Weltwerbe gehören auch die angrenzenden Stadtteile San Diego und Getsemani. Die Spanier entwickelten später ein rechtwinkliges Raster um neue Städte in Amerika anzulegen, bei Cartagena kam dieses Schachbrettmuster noch nicht zum Einsatz, die Straßen verlaufen fast alle in einem anderen Winkel zueinander. Dadurch ist kein Häuserblock wie der andere und das Zentrum wirkt wie eine gewachsene Stadt. 

Zum UNESCO-Welterbe zählt auch die Kathedrale von Cartagena, die zwischen 1577 und 1612 errichtet wurde. Die Kathedrale wurde im Herrera-Stil erbaut, einem strengen Baustil der Spätrenaissance, der vom spanischen Architekten Juan de Herrera geprägt wurde. In der dreischiffigen Basilika ist die hölzerne Dachkonstruktion zu sehen, die in den meisten anderen Kirchen durch eine Verkleidung verdeckt wird.

 

 

Torre del Reloj

Der Torre del Reloj (Uhrturm) steht an der Puerta del Reloj, dem Hauptzugang zur historischen Altstadt von Cartagena. Vor dem Tor befand sich in der spanischen Kolonialzeit ein Wassergraben, über den eine Zugbrücke in die Stadt führte. Die Einheimischen nennen das Tor "Boca del Puente" (Eingang der Brücke). Der Eingang wurde 1704 neu errichtet, nachdem die Stadt zuvor mehrfach von Piraten geplündert wurde. Die Puerta del Reloj hat zwei unterschiedliche Fassade. Von außerhalb ist das Tor aus Naturstein und hat einen erhöhten, barocken Bogen über dem mittleren Durchgang, dahinter erhebt sich der gelbe Uhrturm. Von innerhalb der Stadtmauer sieht man eine verputzte Fassade mit gelbem Anstrich und drei Öffnungen (Foto). Der spitz aufragende Uhrturm wurde erst 1874 errichtet.

 

Torre del Reloj

 

San Petro Claver

Die Kirche San Petro Claver ist dem Missionar Petro Claver (1580-1654) gewidmet, der aus Katalonien nach Amerika segelte, um die schwarzen Sklaven zu bekehren. In den 40 Jahren, in denen er in Nueva Granada wirkte, soll er rund 300.000 Sklaven christianisiert haben. Das Vizekönigreich Neu Granada erstreckte sich damals über die heutigen Länder Kolumbien, Venezuela, Ecuador und Panama. Petro Claver starb in Cartagena und wurde in dieser Kirche beigesetzt, die später nach ihm benannt wurde. Seine Gebeine liegen in einer Glasvitrine unter dem Altar. Petro Claver wurde 1888 heiliggesprochen.

Die Kirche wurde zwischen 1580 und 1654 als Kirche San Juan de Dios im spanischen Kolonialstil errichtet. Die gelbe Kuppel wurde erst 1921 erbaut. Sehenswert ist auch der üppige Garten im Klosterhof.

 

San Petro Claver

 

Plaza de Santa Teresa

Eine der schönsten Plätze im Zentrum ist die Plaza de Santa Teresa. Der Platz befindet sich am südwestlichen Ende der Altstadt. Von hier kann man über eine Rampe auf die Stadtmauer steigen und sieht auf der einen Seite das Karibische Meer und die Skyline der Hoteltürme von Bocagrande. Und auf der anderen Seite sieht man die Altstadt von Cartagena. Auf der Plaza de Santa Teresa stehen Bäume und es gibt einen Durchgang zum Meer, dadurch weht hier abends oft eine kühle Brise und macht den Aufenthalt auf dem Platz sehr angenehm. Sehr beliebt ist auch das Grillrestaurant auf der Stadtmauer. Im Hintergrund sieht man die Kuppel der Kirche San Petro Claver.

 

Plaza de Santa Teresa

 

Garcia Marquez Denkmal

Gabriel Garcia Marquez (1927-2014) war ein Kolumbianischer Schriftsteller, der 1982 den Literatur Nobelpreis erhielt. Marquez wurde in Aracataca geboren, einer Kleinstadt rund 150 Kilometer östlich von Cartagena. Er studierte in Bogota Jura und lebte in den letzten Jahren bis zu seinem Tod in Mexiko-Stadt. Ein Teil seiner Asche wurde nach Cartagena de Indias gebracht, wo im Claustro de la Merced ein Denkmal für Garcia Marquez errichtet wurde. Marquez gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten Kolumbiens. Der sehenswerte Innenhof befindet sich nördlich des Teatro Heredia.

 

Carrera 2 / Calle 5

 

Plaza de la Aduana

Die Plaza de la Aduana (Zollplatz) befindet sich zwischen der Puerta del Reloj und der Kirche San Petro Claver. Auf dem großen dreieckigen Platz stehen keine Bäume und es gibt auch relativ wenige Cafes oder Restaurants. Dafür steht hier das Rathaus von Cartagena, die Alcaldia Mayor de Cartagena de Indias. Das langgezogene, weiße Bauwerk mit Arkaden im Erdgeschoss, könnte auch als Lagerhaus durchgehen. Am Platz stehen schöne koloniale Häuser mit den typischen Holzbalkonen. Die Plaza de la Aduana ist der Festplatz von Cartagena, hier findet die Feier zur Unabhängigkeit Kolumbiens statt. Auf dem Platz steht ein Denkmal für die Helden der Stadt. In der Kolonialzeit fand hier der größte Sklavenmarkt Südamerikas statt.

 

Plaza de la Aduana

 

Der Hafen von Cartagena

Cartagena de Indias wurde als Hafenstadt von den Spaniern gegründet, um den Norden Südamerikas zu erobern. Hier kamen Soldaten und Kanonen an Land, um Gold und Silber für Spanien zu erbeuten. Cartagena war der wichtigste Flottenstützpunkt der Spanier auf dem Kontinent. Hier wurden die geraubten Schätze gelagert, bis sie von den Galeonen abgeholt wurden. Im Hafen von Cartagena kamen auch die Sklavenschiffe aus Afrika, weil die einheimische Bevölkerung nicht für die harte Arbeit auf den Zuckerrohrfeldern geeignet war und durch europäische Seuchen stark reduziert wurde. Das alte Hafenbecken befindet sich in der Nähe der Puerta del Reloj, direkt hinter der Stadtmauer.

 

Avenida Blas de Lezo

 

Castillo San Felipe

Das Castillo San Felipe de Barajas wurde ab 1536 auf dem Hügel San Lazaro errichtet. Von hier kann man den Zugang zum Hafen von Cartagena schützen und einen Angriff von der Landseite abwehren. Die Festung von Cartagena wurde nach dem spanischen König Felipe IV benannt. Das Castillo San Felipe wurde 1658 erweitert. Trotzdem wurde Cartagena 1697 von französischen Piraten geplündert. Zwischen 1740 und 1741 versuchten die Briten Cartagena 3 Mal zu erobern, scheiterten jedoch am Castillo San Felipe und seinem erfahrenen Admiral Blas de Lezo. Nach den britischen Attacken wurde die Festung 1763 von Antonio de Arévalo nochmals verstärkt. Mit 200 Soldaten und 68 Kanonen war die Festung auf dem 42 m hohen Hügel kaum noch zu überwinden.

Das Castillo San Felipe de Barajas ist gut erhalten und das beste Beispiel für Festungsarchitektur aus der spanischen Kolonialzeit. Aus diesem Grund wurde es mit der Altstadt von Cartagena zum UNESCO Welterbe erklärt. Für Touristen lohnt sich der Besuch auch wegen der schönen Aussicht auf die Stadt und den Hafen.

 

Castillo San Felipe

 

Die Strände von Cartagena

Die Strände von Cartagena befinden sich auf den Landzungen nördlich und südlich der Altstadt. An den breiten Sandstränden türmen sich Hotelhochhäuser und bilden eine beeindruckende Skyline. Am bekanntesten ist die Playa de Bocagrande im Süden der Stadt (Foto). Der Strand im Norden von Cartagena heißt Playa Marbella. Beide Strände kann man vom historischen Zentrum innerhalb von 15 Minuten zu Fuß erreichen.

 

Playa de Bocagrande

 

Plaza de la Trinidad

Die Plaza de la Trinidad ist das Zentrum von Getsemani. Dieser Stadtteil liegt zwischen der Altstadt und dem Castillo San Felipe. Der Name des Viertels bezieht sich auf den Garten Gethsemane in Jerusalem. Das Viertel Getsemani ist ähnlich schön wie die Altstadt, die kleinen Häuser sind bunt bemalt und Cafes und Restaurants locken viele Besucher an. Besonders abends wird es auf dem Platz vor der Iglesia de la Trinidad voll. Straßenmusiker und Tänzer lassen alle Klischees einer karibischen Nacht, Wirklichkeit werden.

 

Plaza de la Trinidad

 

Karte mit den Sehenswürdigkeiten von Cartagena

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