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Gauforum Weimar

Ein Gau war eine der 43 Provinzen im Deutschen Reich. Die NSDAP plante in den Gauhauptstädten Zentren zur errichteten, an denen sich die Macht der Partei ablesen lässt. Das Gauforum wurde als Platz mit Verwaltungsgebäuden geplant und sollte durch seine Größe beeindrucken. Der Platz diente als Aufmarschfläche für SS-Soldaten, die Hitlerjugend und andere Braunhemden. Die Architektur war rückwärtsgewandt, eine Mischung aus völkischer und römischer Architektur. Wenn man bedenkt, dass 1929 der Barcelona Pavillon gebaut wurde, kann man die geistige Rückständigkeit der Nazis auch in ihrer Architektur ablesen. Hier in Weimar wurde das Bauhaus gegründet, dass wegen der Nazis nach Dessau umzog. Das Gauforum Weimar wurde als einziges gebaut, von den 5 Bauwerken wurden bis 1945 nur drei Gebäude fertiggestellt.

Das Gelände liegt zwischen der Altstadt von Weimar und dem Bahnhof, es wurde bis dahin als Grüngürtel von Bebauung freigehalten. Der Entwurf von Hermann Giesler (Mitglied der SA) wurde von Adolf Hitler ausgewählt. An der Südwestecke des “Platz Adolf Hitlers” steht der Glockenturm (Foto), der heute etwa halb so hoch ist wie damals.

Nach dem Krieg zog die russische Militär-Administration und die Fachhochschule ins Gauforum. Nach dem Fall der Mauer wurden die Gebäude saniert und werden seitdem von der Landesverwaltung Thüringen genutzt. Dort wo die Halle der Volksgemeinschaft entstehen sollte wurde 2005 das Einkaufszentrum Weimar Atrium von Josef Saller errichtet. Unter dem Platz wurde eine Tiefgarage gebaut.

Das Gauforum ist eine der wenigen erhaltenen NS-Bauwerke in Deutschland. Der richtige Umgang mit der NS-Architektur fällt vielen Städten schwer. Soll man die Gebäude abreißen, verfallen lassen oder als Zeugnis der Geschichte bewahren. Um die Geschichte nicht zu vergessen, sollten diese Bauwerke erhalten werden, gerade weil so schreckliche Dinge unter Adolf Hitler passiert sind, die sich nicht wiederholen dürfen. Das Resultat der nationalsozialistischen Terrorherrschaft kann man im KZ Buchenwald betrachten.

Nazi-Architektur in Deutschland:

Reichsparteitagsgelände Nürnberg   Königsplatz München   Olympiastadion Berlin

Jorge-Semprún-Platz, Weimar

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