Marienkirche

Mit dem Bau der Danziger Marienkirche wurde 1343 begonnen. 1502 wurde das dreischiffige Gotteshaus fertiggestellt. 1529 wird die Marienkirche durch die Reformation protestantisch. Seit 1945 gehört Danzig zu Polen und die Marienkirche (Bazylika Mariacka) wieder den Katholiken. Im Krieg brannte der Dachstuhl ab und 14 Gewölbebögen stürzten ein auch die Fenster wurden zerstört. Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg dauerte bis 1985. Auch die gotischen Sterngewölbe im Kirchenschiff wurden wieder hergestellt. Das Triptychon "Das Jüngste Gericht" von Hans Memling aus dem Jahre 1471 befindet sich heute im Nationalmuseum von Danzig. Die Marienkirche ist 105 m lang und 66 m breit. Der 30 m hohe Innenraum bietet Platz für 25.000 Menschen. Die Marienkirche in Danzig ist mit ihrem 82 m hohen Glockenturm die größte gotische Backsteinkirche der Welt.

Dwor Artusa

Der Artushof am Langen Markt, war der Sitz der Händler und Banker. Artushöfe gab es in vielen Städten der Hanse, hier versammelten sich die mächtigen Bürger wie die Ritter der Tafelrunde. Das Haus entstand im 14. Jahrhundert, brannte jedoch ab und wurde 1481 neu errichtet. Der große Saal im Arthushof ist ein skurriles Sammelsurium das man gesehen haben muss. Sehr beeindruckend sind die Schiffsmodelle die von der Decke hängen und durch den Saal zu schweben scheinen. Die heutige Fassade stammt aus dem Jahr 1617. Das Haus war auch Sitz der ersten Börse Polens. 

Langgasse und Langer Markt

Der Langemarkt (Dlugi Targ) ist die Verlängerung der Langgasse (Dluga). Die Langgasse ist die Haupteinkaufsstraße im historischen Stadtkern der Danziger Rechtsstadt. Man betritt die Langgasse durch das Goldene Tor (Zlota Brama) im Westen und verlässt den Langenmarkt über das Grüne Tor (Zielona Brama) im Osten. Die Langgasse wird durch die schönen Giebelhäuser geprägt, die von den Lübecker Kaufleuten ab 1255 errichtet wurden. An der Langgasse 12 steht das Uphagenhaus Dom Uphagena des flämischen Kaufmanns Uphagen, das 1776 im früh-klassizistischen Stil mit Rokoko-Elementen errichtet wurde. Das Haus wurde als Museum hergerichtet und zeigt, wie man im 18. Jahrhundert in einer reichen Familie in Danzig lebte. Am Langen Markt steht das Rechtsstädter Rathaus und der Artushof mit dem Neptun-Brunnen. Hier findet man auch die Touristeninformation von Danzig (Dlugi Targ 28).

Ratusz Glownego Miasta

Das Rechtsstädter Rathaus entstand ab 1327 und wurde mehrfach erweitert. Der 80 m hohe Turm wurde 1488 fertiggestellt. Der berühmte Rote Saal überstand den Krieg unbeschadet, weil seine Kunstschätze ausgelagert wurden. Heute befindet sich hier das Historische Museum. Am Eingang muss man sich entscheiden ob man alle drei Tickets (Turm, Museum und Galerie) kaufen möchte. In der Galerie gibt es Wechselausstellungen zu verschiedenen Themen, wenn einen das Thema nicht interessiert, kann man darauf verzischten. Den "Roten Saal" und den Turm sollte man nicht verpassen. Die Treppen auf den Turm sind mühsam zu erklimmen aber die Aussicht über Danzig ist grandios.

Grünes Tor

Das Grüne Tor (Zielona Brama) war damals das wichtigste Tor von Danzig. Es verband den Hafen mit dem Langenmarkt. Der Name "Grünes Tor" stammt noch vom ursprünglichen Koggentor, dass aus grünem Sandstein errichtet wurde. Hinter dem Grünen Tor befindet sich die Grüne Brücke (Most Zielony), die zur Speicherstadt führt. Für den polnischen König wurde das Grüne Tor 1568 zu einem Palast umgebaut. Jedoch wohnte kein polnischer König je in dem Renaissancegebäude im niederländischen Stil, des Dresdner Architekten Hans Kramer. Lech Walesa hatte hier ein Bürgerbüro als er Staatspräsident von Polen war. Heute nutzt das Nationalmuseum das Grüne Tor als Ausstellungshalle.

Frauengasse

Die ehemalige Frauengasse (Ulica Mariacka) ist die schönste Seitenstraße der Stadt. Kleine Geschäfte in typischen Danziger Altstadt-Häusern geben der gepflasterten Straße ein ganz besonderes Flair. Besonders schön sind die Treppenaufgänge und die Wasserspeier in Drachenform. Die Frauengasse führt vom Frauentor Brama Mariacka zur Marienkirche.

Langebrücke

Der Name "Langebrücke" ist etwas irreführend. Die Langebrücke ist die Uferpromenade von Danzig. Frühe befand sich hier der Hafen der Hansestadt. Der ehemalige Kai zwischen Grünem Tor Zielona Brama und dem Fischmarkt Targ Rybny ist heute eine Flaniermeile an der Mottlau mit vielen Restaurants. An der Langenbrücke reihen sich die Stadttore auf, hier steht auch das Krantor, das Wahrzeichen von Danzig. Das imposanteste Bauwerk an der Langenbrücke ist das Archäologische Museum im ehemaligen Kaufmannshaus von Hans Köpe. In der Nähe des Grünen Tors befindet sich der Ticketschalter von Zegluga. Die Fähren von Zegluga fahren zur Halbinsel Hel und zu anderen Zielen in der Bucht von Danzig. Gegenüber der Langenbrücke befanden sich früher die Speicherhäuser der Kaufleute. Diese Seite der Mottlau wird gerade neu aufgebaut und wird 2019 fertiggestellt. An der Langenbrücke gibt es auch mehrere Haltestellen der "Wasserstraßenbahn", die die Mottlau bis zur Mündung entlang fährt.

Krantor

Das Krantor (Zuraw) aus dem 15. Jahrhundert ist das Wahrzeichen von Danzig. Der Hafenkran zum be- und entladen der Handelsschiffe entstand im Jahre 1444. Die Seilwinden wurden von Arbeitern angetrieben, die in hölzernen Laufrädern die Gewichte nach oben zogen. Das Krantor gehört zum Maritimen Museum Centralne Muzeum Morskie auf der anderen Seite der Mottlau. Von hier gibt es eine Fähre die die beiden Gebäude des Museums miteinander verbindet. Mit der Eintrittskarte des Museums kann man das Krantor besichtigen.

Goldenes Tor

Das "Goldene Tor" (Zlota Brama) markiert den westlichen Eingang in die Langgasse der Danziger Rechtsstadt. Das Goldene Tor sieht aus wie ein Palast in Form eines Triumphbogens. Das ist sehr ungewöhnlich für ein Stadttor, das sich normalerweise in der Stadtmauer befindet und damit ein Bollwerk gegen Angriffe von außen bildet. Das Goldene Tor steht jedoch hinter dem Stockturm, der damals Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung war, daher hatte das Goldene Tor keine Schutzaufgaben zu erfüllen und konnte vom Architekten Abraham van den Blocke frei gestaltet werden. Das Goldene Tor wurde 1614 errichtet, nachdem man das Vorgängerbauwerk "Langgassentor" abgerissen hatte. Auf den vier Säulenreihen stehen symbolische Figuren von Peter Ringering. Steht man vor der Stadt sieht man Frieden, Freiheit, Reichtum und Ruhm, verlässt man die Stadt blicken Weisheit, Frömmigkeit, Gerechtigkeit und Eintracht auf einen hinab. Über dem Tor steht in goldenen Lettern in Latein: "Durch Eintracht werden kleine Staaten groß, an Zwietracht gehen die großen zugrunde".  Der Name Goldenes Tor entstand durch die vergoldeten Verzierungen an der Fassade.

Peinkammer und Stockturm

Das Peinkammertor steht zwischen dem Hohen Tor und dem Goldenen Tor am westlichen Eingang der Stadt. Die Toranlage entstand im 14. Jahrhundert als Teil der neuen Stadtmauer. Der Stockturm wurde später hinzugefügt und mehrfach erhöht. Das niedrigere, westliche Bauwerk ist die Peinkammer Katownia (Foto). Die Peinkammer wurde umgebaut, als das Peinkammertor 1588 durch das neue Stadttor (Hohes Tor) abgelöst wurde. Die Peinkammer sieht für eine Folterstätte recht hübsch aus und wurde im Stil des niederländischen Manierismus von Anton van Obberghen umgebaut. Das Bauwerk wurde als Gefängnis, Folterkammer und Hinrichtungsstätte genutzt. 

Zeughaus

Das Große Zeughaus wurde 1609 vom flämischen Architekten Anton van Obbergen entworfen und von Hans Strakowski errichtet. Die reich verzierte Fassade an der Kolodziejska Straße ist ein sehenswertes Beispiel des niederländischen Manierismus. An den Ecken stehen turmhohe Erker, Figuren, Ornamente und Wasserspeier. Die Fassade am Targ Weglowy ist wesentlich schlichter gestaltet. Der Manierismus löste die Gotik als dominierenden Baustil in Danzig ab. Das Große Zeughaus sieht aus wie ein Stadtpalast, diente jedoch als Waffenlager. Das Gebäude wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut aber die Innenräume wurden nicht nach den historischen Vorlagen rekonstruiert. Im Großen Zeughaus befindet sich heute die Akademie der Schönen Künste Akademia Sztuk Pieknych.

Karte Danzig Sehenswürdigkeiten

Markthalle Danzig

Die Markthalle von Danzig (Hala Targowa) wurde 1896 im neugotischen Stil errichtet. Früher gehörte das Grundstück zu Nikolaikirche nebenan und war ein Dominikanerkloster. Daher wurde die Markthalle von den Danzigern bis 1945 auch "Dominkihalle" genannt. In der Mitte der Markthalle gibt es eine Öffnung im Boden, hier kann man die Fundamente des ehemaligen Klosters sehen. Die Hala Targowa ist zwar ein schönes Bauwerk das 2005 renoviert wurde aber leider keine schöne Markthalle. Im Innenraum gibt es kleine Läden mit billigen Kleidern und allem Möglichen aber leckeres Obst, Gemüse, Delikatessen und was man sonst noch in einer Markthalle vermuten würde, sind schwer zu finden. Im Untergeschoss gibt es immerhin Wurst- und Backwaren. Obst und Gemüse wird in den Ständen vor der Markthalle verkauft.

Öffnungszeiten:

Mo-Fr 9-18 Uhr, Sa 9-15 Uhr. (Stand 2018)

Große Mühle

Die Große Mühle war im Mittelalter eines der größten Bauwerke seiner Art. Die Danziger Mühle gehörte dem Deutschen Orden, der die Große Mühle um 1350 errichtete. Die 18 Mühlräder wurden vom Radaune-Kanal gespeist und trieben die Mühlsteine an, die Weizen, Roggen, Gerste und Malz zu Mehl zerrieben. Die Mehlsäcke wurden unter dem großen Satteldach gelagert. In der Mühle wurden am Tag bis zu 200 t Getreide gemahlen. Die Große Mühle wurde im Zweiten Weltkrieg 1945 zerstört und umgehend wieder aufgebaut. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks wurde das historische Bauwerk zu einem Einkaufszentrum. Wegen Bauschäden wurde das Einkaufszentrum geschlossen. Die Stadtverwaltung plant das Bernsteinmuseum aus dem Stockturm in die Große Mühle zu verlegen.

Katharinenkirche

Die erste Katharinenkirche Kosciol sw. Katarzyny wurde bereits 1185 in der Danziger Altstadt errichtet. Im Jahr 1227 wurde die hölzerne Kirche durch ein gotisches Gotteshaus ersetzt, das von den pommerellischen Herzögen gestiftet wurde. Die dreischiffige Hallenkirche besticht durch hohe Räume, die von einem Netzgewölbe überspannt werden. Im Krieg wurde die Katharinenkirche schwer beschädigt, das Deckengewölbe stürzte ein und der Turmhelm brannte aus. Die Kirche wurde wieder aufgebaut und die im Krieg ausgelagerte Innenausstattung wieder eingebaut. Der 76 m hohe Kirchturm wurde 1486 errichtet und ist eines der Wahrzeichen von Danzig. Das Glockenspiel im Turm spielt zu jeder vollen Stunde Beethovens "Freude, schöner Götterfunken" der Ode an die Freude. 2006 zerstörte ein Feuer den Innenraum, seitdem wird die Katharinenkirche wieder restauriert. Man kann die Kirche aber trotzdem besichtigen.

Hauptbahnhof Danzig

Der Danziger Bahnhof Gdansk Glowny wurde 1900 eröffnet und ist der wichtigste Bahnhof der Trojmiasto Region. Sein 48 m hoher Turm ist der Kupferhaube des Rechtstädtischen Rathauses nachempfunden. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Hauptbahnhof bombardiert und teilweise zerstört. Nach dem Krieg wurde er von Polen im ursprünglichen Stil der Neo-Renaissance wieder aufgebaut. Der Innenraum ist schlicht und hat nichts von dem äußeren Dekor abbekommen. Vom Danziger Bahnhof fahren unter anderem Fernzüge nach Warschau, Lodz und Krakau sowie Regionalzüge nach Marienburg (Malbork) und Allenstein (Olsztyn). Der Bahnhof von Danzig ist auch eine S-Bahnstation der SKM Züge nach Sopot und Gdynia. Vor dem Danziger Bahnhof steht ein Denkmal für die 140 jüdischen Kinder, die zwischen 1938-39 von ihren Eltern nach Großbritannien geschickt wurden, um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entkommen.

Philharmonie Danzig

Die Baltische Philharmonie in Danzig (Polska Filharmonia Baltycka w Gdansku) wurde 2002 eröffnet. Die Philharmonie befindet sich auf der Bleihofinsel gegenüber der Langenbrücke. Der Konzertsaal mit 1.100 Sitzplätzen, sowie 3 kleiner Säle mit 100-200 Sitzplätzen wurden in das ehemaligen Siemens Elektrizitätswerk von 1898 gebaut. Den Umbau des Backsteinbaus übernahm das Danziger Architekturbüro von Marcin Kosikowski. Im den Gebäudekomplex befinden sich zudem Konferenzräume und eine Kunsthalle. An der nordwestlichen Ecke des Gebäudes haben die Architekten ein weißes Segel gesetzt. Am Haupteingang auf der Ostseite befindet sich eine große Rosette, die Fassade wurde hier im neugotischen Stil erbaut. An der Mottlau wurde ein großer Gdansk Schriftzug aufgestellt, der bei gutem Wetter Selfie-Touristen magisch anzieht.

Karte Danzig Altstadt

Trinitatiskirche

Die Trinitatiskirche Kosciol sw. Trojcy wurde zwischen 1420 und 1514 vom Franziskanerorden errichtet. Das Westwerk besteht aus einer massiven Backsteinwand mit drei gotischen Fenstern. Der obere Teil der Fassade besteht aus drei filigranen Schmuckgiebeln, die sich vor den Satteldächern der drei Kirchenschiffe befinden. Die Dreifaltigkeit ist hier baulich umgesetzt worden. Vor der Trinitatiskirche steht die kleine Sankt-Anna-Kapelle, die um 1480 für die polnische Gemeinde gebaut wurde. Neben der St.-Anna-Kapelle steht ein Fachwerkhaus durch das man den Kirchhof betritt, von dem man in die Trinitatiskirche und die Kapelle gelangt. Nach der Reformation schrumpfte der Franziskanerorden und musste das Gebäude der Stadt Danzig übertragen. Diese macht aus dem Kloster ein Gymnasium in dem sich heute das Danziger Nationalmuseum befindet. Die Trinitatiskirche ist berühmt für die schönen Schnitzarbeiten des gotischen Gestühls und der Kanzel von 1541.

Bernstein

Danzig ist berühmt für Bernstein, man sieht überall Schmuckgeschäfte die Halsketten, Armbänder und andere Schmuckstücke aus Bernstein anbieten. Bernstein ist ein fossiles Baumharz das von den Küstenwäldern der Ostsee ins Meer gelangte und bei Sturm an den Stränden angespült wird. Bernsteinfischer sammeln die Klumpen ein und verkaufen sie an die Schmuckhersteller. Der Bernstein wird auch aus Gruben gefördert, bei Königsberg (Kaliningrad) gibt es eine solche Fundstätte. Es gibt verschiedene Sorten von Bernstein. Der überwiegende Teil des Bernsteins aus dem Ostseeraum trägt den wissenschaftlichen Namen Succinit. Das Danziger Bernsteinmuseum befindet sich derzeit im Stockturm, soll aber in ein paar Jahren in die Große Mühle umziehen.

Werftarbeiter Denkmal

Das Werftarbeiter-Denkmal (Pomnik Poleglych Stoczniowcow) auf dem Solidarnosci Platz erinnert an die Toten Werftarbeiter die von der Kommunistischen Partei Polens 1970 ermordet wurden. Nach massiven Preiserhöhungen kam es in mehreren Städten zu Streiks und Demonstrationen. Der kommunistische Marionettenstaat der Sowjetunion löste den Streik in der Danziger Werft mit Waffengewalt auf. Nach offiziellen Angaben wurden 45 Streikende getötet, die tatsächliche Zahl lag bei rund 80 Toten. Die Freie Gewerkschaft Solidarnosc wurde erst später gegründet, eine ihrer Forderungen war jedoch ein Denkmal für die Toten Kollegen zu errichten. 1980 wurde das Denkmal mit den drei Kreuzen enthüllt. Die 42 m hohen Kreuze wurden von den Künstlern Bogdan Pietruszka, Wojciech Mokwiński, Wiesław Szyślak und Jacek Krenz entworfen. 2014 wurde das Europejskie Centrum Solidarnosci in unmittelbarer Nähe eröffnet. (Das Cortenstahl-Gebäude im Hintergrund)

Hafenrundfahrt Danzig

Die Hafenrundfahrt beginnt an der Langenbrücke, man kann eine Rundfahrt mit den Ausflugsschiffen von Zegluga unternehmen, mit einem Piratenschiff von Perlalew fahren oder die Wasserstraßenbahn benutzen. Die Hafenrundfahrt führt aus der Altstadt von Danzig durch das Werftgelände, hier sieht man die typischen grünen Kräne die inzwischen zu einem Wahrzeichen von Danzig geworden sind. Die Fahrt geht weiter zur Festung Weichselmündung und zur Westerplatte. Je nach Tour kann man hier aussteigen und das "Denkmal der Verteidiger der Küste" besichtigen.

Denkmal Westerplatte

Die Westerplatte ist eine Landzunge an der Mündung der Weichsel Martwa Wisla in die Ostseee. Von der Westerplatte kann man den Hafen von Danzig kontrollieren. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Danzig von den Siegermächten vom Deutschen Reich separiert und zur Freien Stadt Danzig erklärt. Polen bekam nach dem Vertrag von Versailles einen Zugang zur Ostsee hatte aber noch keinen eigenen Hafen. Daher gestattete der Völkerbund Polen auf der Westerplatte ein Munitionslager zu errichten. Nachdem Polen die Hafenstadt Gdynia errichtet hatte sollte die Westerplatte wieder geräumt werden, was Polen jedoch nicht tat, sondern viele Soldaten stationierte und die Bunker verstärkte. Danzig war damals noch eine deutsche Stadt und die Militärbasis Polens auf deutschem Boden wurde in Deutschland als Provokation empfunden. Aus diesem Grund wählte Adolf Hitler die Westerplatte als erstes Angriffsziel beim Überfall auf Polen. Am 1. September 1939 beschoss das Kriegsschiff Schleswig-Holstein die Westerplatte. Da sich die polnischen Verteidiger in Bunkern verschanzt hatten war es für die Angreifer nicht einfach das Gelände zu stürmen. Nach einer Woche mussten sich die Polen schließlich ergeben. In Polen werden die Soldaten der Westerplatte als Helden gefeiert. Das Denkmal Westerplatte auf polnisch Pomnik Obrońców Wybrzeża "Denkmal der Verteidiger der Küste" wurde 1966 aufgestellt. Es besteht aus 236 Granitblöcken, die zu einem 23 m hohen Monument aufgetürmt wurden. Das Westerplatten-Denkmal wurde von den Künstlern Franciszek Duszeńko, Henryk Kitowski und Adam Haupt entworfen. Es steht auf einem künstlichen Hügel der allerdings nicht hoch genug ist, um über die umgebenden Bäume zu blicken. Es gibt ein kleines Museum im Wachhaus Nr. 1 und ein neues Museum Westerplatte ist geplant.

Wie kommt man zur Westerplatte?

Boot:

Man kann mit der "Wasserstraßenbahn" Tramwaj wodny F5 von der Grünen Brücke über die Mottlau (Motlawa) zur Westerplatte fahren.

Bus:

Die Buslinien 106, 138 und 606 fahren direkt zur Westerplatte. Am besten im Hotel fragen, wo die nächste Haltestelle liegt. Die Busse fahren eher selten. Fahrscheine kauft man vorher an einem Kiosk.

Taxi:

Vom Bahnhof Danzig Glowny sind es rund 12 km. Fahrpreis ca. 12-15 € (50-60 Zloty)*

*ungefähre Preisangaben Stand 2018 

Danzig-Langfuhr (Wrzeszcz)

Günter Grass ist in Danzig-Langfuhr aufgewachsen. Der Stadtteil heißt heute Gdansk-Wrzeszcz und ist das neue Zentrum von Danzig mit der Universität einem großen Umsteigebahnhof und neuen Einkaufszentren. Allerdings darf man nicht zu viel erwarten, die Gentrifizierung befindet sich noch in den Anfängen. Wer ein hippes Studentenviertel erwartet wird von Wrzeszcz enttäuscht. Ein Spaziergang durch Wrzeszcz kann sich lohnen wenn man sich für Günter Grass interessiert. Nicht weit vom Bahnhof entfernt liegt der kleine Park, in dem Günter Grass mit Oskar Matzerath aus der Blechtrommel auf einer Bank sitzt. Günter Grass wohnte im Labesweg 13 heute heißt die Straße Ulica Lelewela. Die Straße die nach einem polnischen Freiheitskämpfer benannt wurde liegt an dem kleinen Platz, in dem die beiden Skulpturen auf der Bank sitzen. In Wrzeszcz befindet sich auch das Deutsche Konsulat und das sehenswerte Hauptgebäude der Technischen Universität Danzig.

Kathedrale von Oliva

Die Kathedrale im Danziger Stadtteil Oliva wurde als Zisterzienserkloster im 13. Jahrhundert gegründet. Als die Kirche 1350 abbrannte wurde sie im gotischen Stil wieder aufgebaut. Um 1580 wurden die Gewölbe fertiggestellt. Das Hauptportal wurde 1771 im spätbarocken Stil errichtet auch die Innenausstattung ist Barock oder Rokoko, da der Innenraum 1577 durch ein Feuer zerstört wurde. 1926 wurde die Kathedrale von Oliva zum Bischofssitz der Diözese von Danzig. In der Kathedrale befindet sich auch das Grabmal der pommerellischen Herzöge. Sehenswert ist die Orgel, die 1788 von Meister Johann Wulf erbaut wurde und damals die größte Orgel Europas war. Der Hochaltar stammt sehr wahrscheinlich von Andreas Schlüter und wurde um 1693 vollendet. 

Wie kommt man hin?

Vom Bahnhof Danzig fahren mehrere Straßenbahnlinien nach Oliwa. Von der Haltestelle läuft man ca. 800 m durch den Park Oliwski zur Kathedrale. Von der S-Bahnstation Oliwa sind es rund 1,2 km.

Karte Danzig Umgebung

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Reiseführer Danzig

Willkommen in Danzig

Danzig hat eine sehr wechselhafte Geschichte erlebt. Gegründet als slawische Siedlung wurde die Stadt vom Deutschen Orden zur deutschen Hansestadt. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie fast komplett zerstört und gehört nach dem Krieg zu Polen. Die zerstörte Altstadt wurde von den Polen wieder aufgebaut, allerdings eher um den Charakter der historischen Stadt wieder herzustellen, als tatsächlich historische Gebäude zu rekonstruieren. Dennoch gilt der Wiederaufbau Danzigs und Warschaus als eine der größten Leistungen des Wiederaufbaus in Europa.

 

 

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