Muzeum Historyczne Miasta Gdanska

Das historische Museum der Stadt Danzig ist auf viele Gebäude verteilt und vereint mehrere Museen unter einem Dach. Dazu gehören unter anderem der Artushof, das Bernsteinmuseum, das Rechtsstätter Rathaus, das Uphagenhaus und die Gedenkstätte Westerplatte. Auf der Webseite des Muzeum Gdanska findet man Links zu den einzelnen Gebäuden, die zum Museum von Danzig gehören. Die Webseite ist allerdings nur auf polnisch. Im Artushof gibt es eine Information, dort kann man Auskünfte zu den anderen Museumsgebäuden erfragen.

Centralne Muzeum Morskie

Auf der Bleiinsel Olowianka stehen drei alte Speicherhäuser, in denen sich heute das Nationale Maritime Museum "Centralne Muzeum Morskie" befindet. In der Dauerausstellung wird die Geschichte der polnischen Seefahrt dargestellt, zudem wird das Thema der Meeresarchäologie beleuchtet. Zum Maritimen Museum von Danzig gehört auch das Krantor, das mit einer Fähre mit dem Museum auf der anderen Flussseite verbunden ist. Auch das Museumsschiff "Slodek" das vor den Speichergebäuden ankert, gehört zum Maritimen Museum. Auf dem Foto sieht man das Krantor links, das Schiff Slodek in der Mitte und das Centralne Muzeum Morskie rechts.  

Nationalmuseum von Danzig

Das Nationalmuseum von Danzig ( Muzeum Narodowe w Gdansku) befindet sich in einem ehemaligen Kloster des Franziskanerordens. Das Museum zeigt bedeutende Kunstwerke aus der Zeit der Hanse. Hier befindet sich aus das Triptychon der Marienkirche, des Malers Hans Memling aus Brügge. Auf der Rückseite des Tryptychons befinden sich zwei monochrome Zeichnungen, die fast noch schöner sind als die farbige Vorderseite. Das Nationalmuseum zeigt auch sehr schöne Stadtansichten aus dem historischen Danzig. Das ehemalige Kloster ist auch als Gebäude interessant, mit sehr schönen Gewölben.

Archäologisches Museum Danzig

Das Hauptgebäude des Archäologisches Museums von Danzig befindet sich in der Frauengasse. Das Gebäude der "Naturforschenden Gesellschaft" wurde 1599 für den Kaufmann Hans Köpe am Frauentor (Brama Mariacka) errichtet. Im Krieg brannte das Gebäude aus, es blieb nur die schöne Fassade erhalten. 1961 wurde das Haus zum Museum umgebaut. Das Archäologisches Museum widmet sich der Vor- und Frühgeschichte von Pommern und der 1.000 jährigen Geschichte von Danzig. Weitere Ausstellungen präsentieren Themen wie Bernstein oder Krankheiten der ersten Siedler an der Danziger Bucht.  

Karte Museen Danzig Zentrum

Museum Polnische Post

Die Polnische Post in Danzig spielte eine wichtige Rolle im Zweiten Weltkrieg. Nach dem Vertrag von Versailles war Danzig eine Freie Stadt. Polen war es gestattet eine Poststelle zu unterhalten. Die deutsche Bevölkerung von damals etwa 90% der Einwohner, klagte dagegen vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Dieser erlaubte die polnische Post. In der Post hatte auch der polnische Geheimdienst "Zygmunt" seine Büros und ein großes Waffenlager. Zeitgleich mit dem Angriff auf die Westerplatte stürmte die Danziger Polizei am 1.September 1939 das Gebäude. Der mit Maschinengewehren und Handgranaten ausgestattete polnische Geheimdienst konnte den ersten Angriff abwehren. Ein Ultimatum zur Aufgabe wurde nicht angenommen. Die Polen hofften auf Verstärkung aus dem wenige Kilometer entfernten Heimatland. Die deutschen sprengten den Keller unter dem Eingang, daraufhin stürzte die Fassade teilweise ein. Dann wurde Benzin in den Keller gepumpt und angezündet. Die Polen mussten sich ergeben und kamen mit einer weißen Fahne aus dem Gebäude. Die ersten beiden Personen wurden erschossen, die übrigen verhaftet. Alle Überlebenden wurden vom deutschen Kriegsgericht als illegale ausländische Kampfeinheit zum Tode verurteilt und hingerichtet. In Polen werden die Postbeamten/Geheimagenten als Helden gefeiert. Das Muzeum Poczty Polskiej stellt die Geschichte der "Polnischen Post" dar.

Museum Westerplatte

Der Angriff des deutschen Kriegsschiffs Schleswig-Holstein gilt als Beginn des Zweiten Weltkriegs. Die Westerplatte gehörte damals zur Freien Stadt Danzig, die zu 90 % von Deutschen bewohnt war. Danzig hatte es Polen verboten auf der Westerplatte ein Munitionslager anzulegen. Der Völkerbund zwang Danzig 1924 dies zu erlauben und sogar mit zu bezahlen. In der Zwischenzeit hatte Polen den Militärhafen Gdynia angelegt, damit war das Munitionslager auf der Westerplatte nicht mehr erforderlich. 1933 landete ein polnischer Marineverband auf der Westerplatte und baute den Stützpunkt weiter aus. Danzig beschwerte sich beim Völkerbund und dieser verfügte, dass Polen die Bunker an der Westerplatte abbauen muss und nur wenige Soldaten das Munitionslager bewachen dürfen. Polen ignorierte die Forderung und verstärkte den Stützpunkt an der Westerplatte durch mehr Soldaten weitere Bunker und Wachhäuser. Hitler spielte die polnische Provokation an der Westerplatte und dem Geheimdienstposten in der "Polnischen Post" in die Karten, die deutsche Bevölkerung war dadurch leichter von einem Krieg gegen Polen zu überzeugen. Hitler wollte den Krieg und Polen lieferte durch die Danzig-Krise einen Grund um loszuschlagen. Der deutsche Panzerkreuzer beschoss am 1. September 1939 den polnischen Stützpunkt, zeitgleich stürmten Marinesoldaten und Danziger Polizeieinheiten die Westerplatte von der Landseite. Die deutschen Angriffe konnten von den Polen abgewehrt werden. Erst nach Luftangriffen mussten die Verteidiger am 7. September aufgeben. Schon einen Monat später (am 6. Oktober 1939) war ganz Polen von deutschen Truppen erobert. Das Wort "Blitzkrieg" ging damals um die Welt. Im einzigen erhaltenen Wachhaus (Wartownia Nr. 1) ist ein kleines Museum untergebracht, mit einem Modell der Schleswig-Holstein, Waffen und einer Stube der Wachsoldaten. Auf der Westerplatte ist ein großes neues Museum geplant. 

Muzeum II Wojny Swiatowej

Der Zweite Weltkrieg begann am 1. September mit dem Angriff der deutschen Wehrmacht auf Polen. Die ersten Schüsse fielen an der Westerplatte in Danzig. Danzig war damals eine Frei Stadt, die nach dem Ersten Weltkrieg aus dem Deutschen Reich ausgegliedert wurde. Die Bevölkerung war Deutsch und wollte wieder zu Deutschland gehören. Die Besetzung der Westerplatte durch Polen und die Geheimdienstfiliale in der "Polnischen Post" wurden von der Danziger Bevölkerung als Provokation empfunden. Dies waren willkommene Gründe für Adolf Hitler den Überfall auf Polen zu planen. Am 6. Oktober 1939 war Polen besiegt und zwischen Deutschland und Russland aufgeteilt. Die polnischen Verbündeten Frankreich und England konnten gegen Deutschland nicht viel ausrichten. Deutschland wurde schließlich von Russland und den USA besiegt. 1945 wurde Danzig von der Roten Armee beschossen und erobert. Weite Teile der Innenstadt wurden dabei zerstört. Nach dem Krieg wurde die deutsche Bevölkerung von Danzig enteignet und vertrieben. Polen wurde zu einem kommunistischen Pufferstaat der Sowjetunion. Die polnische Grenze wurde nach Westen verschoben und die polnische Bevölkerung aus dem ehemaligen Osten im Westen des Landes angesiedelt. Die Bevölkerung Danzigs wurde nach dem Krieg zu 95 % ausgetauscht. Von daher ist es sehr erstaunlich, dass die historische Stadt von den neuen Bewohnern wieder aufgebaut wurde. In Polen wird der Zweite Weltkrieg auch Verteidigungskrieg von 1939 genannt. Das Muzeum II Wojny Swiatowej zeigt die Geschichte des Zweiten Weltkriegs aus polnischer Sicht. Das Ausstellungskonzept versetzt den Besucher in eine Zeitreise von vor dem Krieg, während dem Krieg und nach dem Krieg. Man läuft durch eine vom Krieg zerschossene Straßen und bekommt über Plakate, Ausstellungstücke und Filme die Ereignisse dieser Tragödie der Menscheitsgeschichte sehr anschaulich erklärt, bei dem es auf beiden Seiten nur Verlierer gab.

Europejskie Centrum Solidarnosci

Auf dem ehemaligen Werftgelände, auf dem die Arbeiterbewegung Solidarnosc wirkte, entstand 2014 das "Europejskie Centrum Solidarnosci". Die Werft wurde 1844 als Kaiserliche Werft gegründet und wurde bis 1945 als Danziger Werft betrieben. 1945 wurden die deutschen Besitzer enteignet und die Werft ging an Polen. Sie wurde in Lenin-Werft (Stocznia Gdanska Lenina) umbenannt. Die Werft wurde durch den Aufstand von 1970 bekannt, als die kommunistische Regierung Polens den Streik blutig niederschlug. Dabei wurde etwa 70-80 Arbeiter von der Staatsmacht getötet. Auslöser für den Streik war die schlechte wirtschaftliche Lage Polens, die die Regierung zu massiven Preiserhöhungen zwang. Als Anna Walentynowicz, eine Anführerin des Streiks von 1970 entlassen wurde, organisierte Lech Walesa einen Streik der Solidarität. Es gab 21 Forderungen darunter die Kündigung von Anna Walentynowicz sollte zurück genommen werden und auf dem Platz vor der Werft ein Denkmal für die Opfer des Streiks von 1970 errichtet werden. Wichtigster Punkt war jedoch die Zulassung einer Freien unabhängigen Gewerkschaft zu erlauben und die Zensur zu beenden. Die Freie Gewerkschaft Solidarnosc wurde von der Kirche unterstützt und breitete sich in ganz Polen aus. Nach monatelangen Streiks unterzeichnete die Regierung schließlich das Danziger Abkommen 1980 mit den Forderungen der Gewerkschaft. 1981 wurde von der Regierung Jaruzelski das Kriegsrecht ausgerufen und die Gewerkschaften verboten. Jaruselski war eine russische Marionette und das Kriegsrecht wurde damit begründet, dass andernfalls Russland Polen besetzen würde, wie 1968 beim Prager Frühling. Auch nach dem Ende des Kriegsrechts 1983 wurden die Mitglieder der Solidarnosc verfolgt und inhaftiert. Erst mit der Perestroika in der Sowjetunion entspannte sich die Lage in Polen. Nach dem Zusammenbruch der postkommunistischen Staatsbetriebe sank die Belegschaft der Werft von 15.800 im Jahr 1978 auf 700 im Jahr 2014. Viele Werfthallen wurden abgerissen und das Zentrum Solidarnosc mit Bibliothek und Informationszentrum entstand auf dem ehemaligen Grundstück der Lenin-Werft. 

Übersichtskarte Museen Danzig

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Reiseführer Danzig

Die Museen von Danzig haben wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Teil 1 sind die Museen im Zentrum von Danzig, Teil 2 sind die Museen außerhalb. Dementsprechend gibt es eine Karte mit den Museen im Zentrum und eine Übersichtskarte mit den etwas weiter entfernt liegenden Museen.

 

Museen in Polen

Museen in Lodz

Museen in Warschau

 

 

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