San Francesco di Paola

Franciscus de Paola war ein katholischer Heiliger, der im 15. Jahrhundert einige Zeit in Neapel lebte. Später gründete er den Orden der Paulaner. Ihm zu Ehren wurde 1836 die Kirche San Francesco di Paola errichtet, da er früher hier in einem Kloster lebte. Das Bauwerk erinnert an das Pantheon in Rom, hat jedoch andere Proportionen. Der Bau der Kirche wurde von Joachim Murat initiiert, der die Schwester Napoléons heiratete und 1808 zum König von Neapel ernannt wurde. Er plante einen großen Platz und ließ dafür die bestehenden Häuser abreißen. 1815 fiel Neapel an Ferdinand I, als Joachim Murat versuchte Neapel zurück zu erobern wurde er gefangen genommen und erschossen. Die Piazza del Plebiscito und San Francesco di Paola wurden schließlich von seinem Nachfolger Ferdinand I. und dessen Sohn Leopold von Neapel-Sizilien gebaut. Der Architekt Pietro Bianchi errichtete eine eine 53 m hohe Kuppel, die von zwei kleineren Kapellen flankiert wird. Die Kirche steht im Zentrum einer gebogenen Säulenreihe, die den Platz im Westen umfasst. Im Osten der Piazza del Plebiscito steht der Königliche Palast von Neapel. Wenn man Leute sieht die mit verbundenen Augen auf dem Platz umherirren, dann handelt es sich dabei um ein beliebtes Spiel. Man startet am Schloss und versucht zwischen den beiden Reitern anzukommen. Es sieht einfach aus ist aber fast unmöglich. Ich bin auch kläglich gescheitert.

Galleria Umberto I

Nach dem Vorbild der Mailänder Galleria Vittorio Emanuele II die 1867 eröffnet wurde, entstand in Neapel die Galleria Umberto I. Die monumentale Galleria besteht aus zwei sich kreuzenden Einkaufspassagen mit Glasdach und großer Kuppel in der Mitte. Die Galleria Umberto I wurde 1890 eröffnet und nach dem zweiten König von Italien benannt. Die 58 m hohe Passage wurde von den Architekten Rocco, Curri Boubée und di Mauro erschaffen.

Duomo di San Gennaro

Der Duomo di San Gennaro entstand zwischen 1285 und 1309 auf griechischen und römischen Fundamenten. Den Auftrag für den Bau des Gotteshauses gab Karl I von Anjou, König von Sizilien. Die Westfassade des Doms wurde im 19. Jahrhundert von Enrico Alvino im neogotischen Stil neu errichtet. Berühmt ist die "Capella di San Gennaro" für ihr Wunder des flüssigen Bluts, des als Märtyrer enthaupteten Bischofs von Benevent. Er gilt als Schutzheiliger gegen Vulkanausbrüche.

Chiesa dei Girolamini

Die schöne Barockkirche an der Via die Tribunali wurde 1639 eingeweiht. Der Innenraum wirkt noch nicht so überladen und ist typisch für den italienischen Frühbarock.

San Paolo Maggiore

Zu römischer Zeit befand sich hier die Agora, das Zentrum der antiken Stadt. Auf den Überresten des Dioskuren Tempels entstand von 1583 bis 1603 die frühbarocke Paulskirche. Die Fassade mit ihren korinthischen Säulen, erinnert noch an den römischen Tempel. Links neben der Kirche befindet sich der Eingang zu Neapels Untergrund "Napoli Sotterranea".

Santa Maria Maggiore

Die "Chiesa di Santa Maria Maggiore alla Pietrasanta" wurde 1678 fertig gestellt. Die barocke Kirche stammt von Cosimo Fanzago, der mit dem Bau 1653 begonnen hatte. Vor der Kirche steht ein romanischer Campanile aus Ziegelstein, der aus dem 11. Jahrhundert stammt.

San Domenico

Die Kirche des Dominikaner Ordens entstand zwischen 1283 und 1324 als gotisches Gotteshaus. Im Kloster lehrte Thomas von Aquin bis 1274, einer der bedeutendsten Scholastiker seiner Zeit, die wissenschaftlich theologische Fragen behandelten. Auf dem Platz steht ein Obelisk, der als Pestsäule errichtet wurde.

Santa Chiara

Die Kirche Santa Chiara entstand zwischen 1310 und 1340 unter König Robert von Anjou. Neben der Kirche steht ein Campanile. Die Kirche wurde als Grablege für die kapedingischen und Bourbonen Könige von Neapel-Sizilien errichtet. Die gotische Kirche wurde im 18. Jahrhundert mit Barock-Elementen ausgeschmückt. Nach den Bombenangriffen der Alliierten 1943 wurde Santa Chiara zerstört und nach dem Krieg im gotischen Stil wieder aufgebaut. Der Innenraum von Santa Chiara ist daher sehr schlicht. Berühmter als die Kirche ist der Kreuzgang "Chiostro delle Maioliche". Die Säulen im grünen Innenhof, sind mit bemalten Fliesen (Majolika) verkleidet, die um 1740 von Donato und Giuseppe Masse mit Szenen aus dem Alltag der damaligen Zeit bemalt wurden. Der Innenhof wird von einem offenen Gewölbegang umschlossen, der mit religiösen Szenen bemalt ist. Die Umgestaltung des Klosterhofs wurde von Maria Amalia von Sachsen in Auftrag gegeben, die von 1738 bis 1759 Königin von Neapel-Sizilien war und auch das Schloss in Caserta baute.

Piazza Dante

An der Piazza Dante trifft die geschäftige Via Toledo auf die Via dei Tribunali. Zwischen den beiden wichtigen Straßen Neapels befindet sich die Porta Alba, die sich zur Piazza Dante hin öffnet. Das auffälligste Bauwerk an der Piazza Dante ist aber das barocke Ensemble des Convitto Nazionale Vittorio Emanuele II. Es entstand ab 1807 aus einer Jesuitenschule. Die halbkreisförmige Anlage mit dem großen Portal in der Mitte gibt dem Platz einen schönen Rahmen. Der Platz ist nach Dante Alighieri benannt, einem italienischen Dichter der 1265 in Florenz geboren wurde und 1321 in Ravenna starb. Dante hat der italienische Sprache zum Durchbruch verholfen. Die Literatur wurde vor Dante noch vom Latein dominiert. Unter der Piazza Dante befindet sich eine U-Bahnstation.

Spaccanapoli

Die Piazetta del Nilo ist ein Teil der "Spaccanapoli", in der Nähe der Piazza San Domenico. Die "Spaccanapoli" ist die bekannteste Straße von Neapel obwohl sie eigentlich ganz anders heißt. Spacca heißt teilen und diese Straße teilt das Zentrum von Neapel in Nord und Süd. Die Straße verläuft 3 km schnurgerade durch das "Centro antico". Früher befand sich hier die römische Hauptstraße "Decumanus Inferior". Die "Spaccanapoli" beginnt im Westen als Via Pasquale Scura und heißt dann Via Maddaloni, Via Domenico Capitelli, Piazza Gesu Nuovo, Via Benedetto Croce, Piazza San Domenico Maggiore, Piazetta del Nilo, Via San Biagio Dei Librai, Via Vicaria Vecchia, Via Giudecca Vecchia bevor sie als Via Ottavio Tupputi im Osten endet.

Castel Nuovo

Mit dem Bau des "Castel Nuovo" wurde 1279 unter König Karl I von Anjou begonnen. Die Festung diente als Residenz für die Herrscher von Neapel und wurde mehrfach umgebaut. Das helle Eingangsportal von Francesco Laurana entstand um 1455. In der Burg befindet sich das Museo civico.

Metro Toledo

Das U-Bahnnetz von Neapel ist noch recht dünn für eine Stadt dieser Größe und die Züge kommen selten und donnern durch die Tunnel als wären sie aus russischem Panzerstahl geschmiedet. Dafür sind die Stationen künstlerisch gestaltet. Nicht jede Station ist gelungen aber es lohnt sich trotzdem einige Stationen zu besuchen. Hier ein Foto der Metrostation Toledo von Architekt und Designer Oscar Tusquets Blanca aus Barcelona. Auf der Webseite der Verkehrsbetriebe von Neapel "Azienda Napoletana Mobilita" ANM werden Führungen durch die Metrostationen angeboten. 

Castel Sant Elmo

Auf dem Hügel über Neapel wurde bereits 1275 eine Kirche errichtet. Die erste Festung baute Robert von Anjou im Jahr 1343, der die Burg auch als Palast nutzte. Beim Erdbeben von 1456 stürzen die Türme der Festung ein. Vizekönig Don Pedro de Toledo lässt die Festung 1538 von einem spanischen Militäringenieur neu aufbauen. Als 1860 die Besatzung durch die Bourbonen zu Ende ging wurde die Festung bis 1952 als Militärgefängnis genutzt. Seit 1982 ist das Castel Sant Elmo ein Museum und kann besichtigt werden. Der Ausblick über Neapel und den Golf ist sensationell. 

Öffnungszeiten: 9:30-18 Uhr (Einlass bis 17 Uhr) Dienstags geschlossen

Chiesa Gesu Nuovo

Die Chiesa Gesu Nuovo ist die prächtigsten Kirche Neapels. Das Kirchenschiff ist fast komplett mit Marmor verkleidet und die Kuppel hat sich den Petersdom in Rom zum Vorbild genommen. Der untere Teil der Kirche wird von rosafarbenen Marmor dominiert während die Untersichten der Kuppel und der Gewölbe mit Goldfarbe gestrichen wurden. Im Kirchenraum befinden sich zudem viele großformatige Gemälde, das bekannteste ist "Die Vertreibung des Heliodor aus dem Tempel von Jerusalem" von Francesco Solimena. Bilder von Solimena hängen unter anderem im Getty Museum, im Louvre, im Metropolitain Museum, oder in der National Gallery in London. Die Geschichte der Kirche ist auch interessant. In der Kirche Gesu Nuovo wurde der Palast von Roberto Sanseverino integriert, der seine  Palast an die Jesuiten verkaufen musste. Da die Jesuiten schon eine Kirche mit dem Namen Gesu in Neapel hatten wurde die Kirche Gesu Nuovo (Neuer Jesus) genannt. Die Jesuiten errichteten die Kirche zwischen 1584 und 1601. 1767 wurden die Jesuiten aus Neapel verbannt und die Kirche Gesu Nuova ging an die Franziskaner. Im Gegensatz zum Innenraum ist die Bossenfassade aus schwarzen Diamantquadern eher schlich gehalten.

Galleria Principe di Napoli

Die Galleria Principe di Napoli wurde 1883 auf dem Gelände der Kornkammer von Neapel errichtet. Sie wurde damit schon vor der Galleria Umberto I. fertiggestellt. Die Galleria Principe di Napoli besteht aus nur drei Flügel die sich in der Mitte unter der großen Kuppel aus Eisen und Glas treffen. Der vierte Flügel konnte nicht verwirklicht werden, weil die Kirche Santa Maria di Constantinopoli ihr Grundstück nicht frei gab. Die Einkaufspassage liegt im nördlichen Teil der Via Toledo, die hier nicht mehr so gut besucht ist wie der unter Teil der Einkaufsstraße. Die Einnahmen blieben unter den Erwartungen und das Gebäude verfiel bis 1965 schließlich die Fassade zum Archäologischen National Museum einstürzte. Es wurde über den Abriss der Passage diskutiert, Architekten machten Vorschläge um die Galerie zu retten. 2008 wurde die Galleria Principe di Napoli schließlich renoviert und erstrahlt in neuem Glanz. Das Problem der geringen Besucherzahlen scheint allerdings noch nicht gelöst. 

Castel dell Ovo

Der Felsen auf dem heute das Castel dell Ovo steht war der Ort an dem die Griechen vor rund 2.500 Jahren die Stadt Neapolis gründeten. Nach der griechischen Legende wohnte die Sirene Parthenope auf diesem Felsen. Sie starb als Odysseus vorbeisegelte ohne ihrer verführerischen Stimme zu erliegen. Der legendäre Seefahrer ließ sich von seinen Kameraden an den Mast fesseln, um nicht der Sirene zu erliegen. Nach den Griechen baute Lukull hier eine Villa. Im 5. Jahrhundert wurde eine Kirche errichtet, die im 9. Jahrhundert von der Festung überbaut wurde. Bis 1975 diente das Castel dell Ovo militärischen Zwecken, seit dem kann es besichtigt werden. Von oben hat man einen schönes Panorama auf die Küstenlinie am Golf von Neapel. Eine weiter Legende rangt sich um den Dichter Vergil der im Mittelalter in der Festung ein magisches Ei gehütet haben soll. Wenn das Ei des Vergil kaputt gehen sollte, wird die Festung zerstört. Und tatsächlich ging das Ei kaputt und das Kastell wurde zerstört. Das Ei gibt es nicht mehr und die Festung wurde im 14. Jahrhundert wieder aufgebaut. Das Castel dell Ovo ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeit von Neapel. Im Fischerdorf am Kastell gibt es viele Restaurants und einen Hafen.

Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-19:30, Sa/So 9-14 Uhr

Napoli Sotterranea

Schon die Griechen benutzten den Untergrund von Neapel um Baumaterial für ihre Stadt zu gewinnen. Unter den Römern wurde das Tunnelsystem weiter ausgebaut und Zisternen angelegt. Nach dem die Wasserbecken nicht mehr benötigt wurden, entsorgten die Bewohner Neapels hier ihren Bauschutt und andere Abfälle. Das Tunnelsystem verdankt den Bombenangriffen der Royal Air Force im Zweiten Weltkrieg ihre Freilegung. Der Schutt und Müll wurde zusammengepresst, um die Höhlen als Luftschutzbunker zu verwenden. In den Höhlen werden auch Pflanzen unter Kunstlicht aufgezogen, diese überleben aber nur einige Monate ohne Sonne. Die Luftfeuchtigkeit ist allerdings so hoch, dass die Pflanzen nicht gegossen werden müssen. Die spannende Tour bietet weitere Höhepunkte. Die Gänge sind meist breit und hoch genug nur ein Abschnitt ist etwas schmal. Es gibt Führungen in English, Spanisch und Französisch. Auf der Webseite von "Napoli Sotterranea" findet man die Anfangszeiten und Preise.

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Sehenswertes in Neapel

Willkommen in Neapel

Neapel ist mit rund 970.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Italiens, nach Rom und Mailand. Neapel erfüllt alle Italien Klischees. Hier wurde die Pizza erfunden, die Mafia kontrolliert die Stadtverwaltung, es gibt enge Gassen, in denen die Wäsche über der Straße hängt, römische Ruinen (Pompei), einen Vulkan und azurblaues Meer.

 

 

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Neapel entdecken

Wo sollte das Hotel liegen?

Rund um den Bahnhof gibt es viele günstige Hotels, die Gegend ist hässlich und Nachts gefährlich. Wer es sich leisten kann sollte eine andere Gegend wählen. Wer zentral wohnen möchte, der sollte sich ein Hotel rund um die U-Bahnstationen "Toledo" oder "Municipio" suchen. 

Der Untergrund von Neapel

Touren unter der Stadt

Eingang an der Piazza San Gaetano 68

www.napolisotterranea.org 

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Nahverkehr in Neapel 

Wie komme ich vom Flughafen ins Zentrum?

Mit dem Bus (Ticket im Zeitungsladen am Flughafen kaufen) ca. 3 € oder mit dem Taxi für rund 25 € je nach Entfernung.

Metro

Es gibt derzeit zwei Linien die das historische Zentrum von Neapel umkurven und sich am Hauptbahnhof kreuzen. Eine dritte Linie (M6) wird gerade gebaut. Informationen zum U-Bahnnetz findest du unter:

www.anm.it

Zugverbindungen in Italien

hwww.trenitalia.com/trenitalia.html

 

 

 

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