Altes Rathaus Leipzig

Schon 1360 wurde ein Rathaus am Leipziger Markt urkundlich erwähnt. Das Alte Rathaus setzt sich aus mehreren Gebäuden zusammen, die über die Jahre zusammenwuchsen und nachträglich eine einheitliche Fassade bekamen. Das Renaissance-Rathaus das wir heute sehen, wurde 1556 von Hieronymus Lotter erbaut, er war damals auch Bürgermeister der Stadt Leipzig. Der Entwurf stammt von Baumeister Paul Speck. Der 41 m hohe Rathausturm mit der barocken Kupferhaube wurde erst später ergänzt. Er steht über dem Durchgang zum Nachmarkt. Dadurch ist die Fassade des Alten Rathauses asymmetrisch. Auf der einen Seite befinden sich 2 Giebel und auf der anderen 4 Giebel. Dadurch entstehen Proportionen, die dem "Goldenen Schnitt" sehr nahe kommen. 

Im Alten Rathaus befindet sich der Festsaal und die Ratsstube. Früher befand sich hier zudem die Schatzkammer, das Gericht und Gefängniszellen. Hinter den Arkaden im Erdgeschoss findet man heute Läden und Restaurants. Die 93 m lange Fassade des Alten Rathauses nimmt fast die ganze Ostseite des Platzes ein. Das Alte Rathaus ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Leipzig.

Seit 2013 kann man den Markt über die unterirdische S-Bahnstation Leipzig Markt erreichen.

 

Markt 1

 

Alte Handelsbörse

Der Naschmarkt ist ein kleiner Platz hinter dem Alten Rathaus auf dem früher Obst verkauft wurde. Am Nordende des schmalen Platzes steht die Alte Börse. Die frühbarocke Kaufmannsbörse wird heute als repräsentativer Veranstaltungssaal genutzt. Um die Handelsbörse zu errichten, schlossen sich 1678 die Leipziger Kaufleute zusammen. 1687 konnte das Gebäude fertiggestellt werden als Architekt werden Johann Georg Starcke oder Christian Richter vermutet. Auffällig sind die Figuren auf dem Dach und die farbig gestaltete Fassade mit dem Leipziger Stadtwappen. Im Zweiten Weltkrieg brannte die Alte Börse aus und wurde bis 1962 wieder hergestellt. Vor der Börse steht ein Denkmal von Johann Wolfgang Goethe, der Frankfurter Dichter verewigte die Stadt Leipzig in seiner Tragödie "Faust".

 

Naschmarkt 2

 

Thomaskirche

Die Thomaskirche ist keine Perle der Architektur aber das Gotteshaus hat andere Qualitäten. Hier wirkte Johann Sebastian Bach und die Kirche ist die Heimat des berühmten Thomanerchores, der bereits seit 1212 besteht. In der Kirche befindet sich auch das Grab von Bach (1685-1750), der als Komponist weltweit bekannt wurde. Auch der Reformator Martin Luther hielt hier 1539 eine Predigt. 

An der Stelle, an der heute die Thomaskirche steht, befand sich zuvor die Marktkirche, die 1222 zur Stiftskirche des Thomasklosters wurde. Diese Kirche wurde 1496 durch das heutige Bauwerk ersetzt. Von außen wirkt die Thomaskirche seltsam zusammengesetzt. Das Hauptschiff wird im Westen und Osten von kleinen Vorbauten verstellt, die weder im gleichen Material noch im gleichen Baustil errichtet wurden. Architektonisch interessant ist nur das Kreuzrippengewölbe im Innenraum und das sehr steile Dach der Leipziger Thomaskirche, welches mit 63° eines der steilsten in Deutschland ist.

Der 68 m hohe Kirchturm vereint auch wieder mehrere Epochen, von der Basis aus dem Jahr 1355 bis zur Turmspitze die um 1850 vollendet wurde. Insgesamt ist die Thomaskirche ein gotisches Bauwerk, mit neogotischen Elementen.

Vor der Kirch steht das Johann Sebastian Bach Denkmal, welches zahlreiche Besucher aus der ganzen Welt anzieht.

 

Thomaskirchhof

www.thomaskirche.org

 

Mädler Passage

Anton Mädler ließ die Passage von Baurat Theodor Kösser 1914 errichten. Auf dem Grundstück befand sich das weltberühmte Weinlokal Auerbachs Keller, das gekonnt in den Neubau integriert wurde. Die Mädler-Passage diente noch zu DDR-Zeiten als Messehalle. Heute ist die Mädler Passage ein exklusives Einkaufszentrum und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Leipzig.

 

Grimmaische Straße

www.maedlerpassage.de

 

Riquet Haus

Das extravagante Jugendstilhaus mit asiatischen Elementen von Architekt Paul Lange wurde 1909 für die Firma Riquet errichtet. Die Elefantenköpfe waren das Markenzeichen der Firma Riquet, die hauptsächlich mit Kakao, Kaffee und Tee aus Asien handelte. Auf dem Dach befindet sich ein Turm im Stil einer chinesischen Pagode. Die Familie Riquet kam aus Frankreich, nachdem Protestanten 1685 das Land verlassen mussten. Die geschäftstüchtigen Hugenotten bauten ein Kolonialwarenladen auf und wurden zu angesehenen Bürgern der Stadt. Die Schokolade von Riquet war die Lieblingsmarke von Goethe. Die Riquet AG hatte 1921 über 700 Beschäftigte. In der DDR wurde die Firma enteignet und die Produktion von Schokolade eingestellt.

Seit 1996 befindet sich in dem geschichtsträchtigen Bauwerk wieder ein Kafeehaus, das an die gute alte Zeit erinnert.

 

Schuhmachergäßchen 1

www.riquethaus.de

 

Neues Rathaus Leipzig

Die Stadt Leipzig wuchs von 100.000 Einwohnern im Jahr 1870 auf über 500.000 im Jahr 1905. Durch das schnelle Wachstum der Stadt brauchte Leipzig eine größere Verwaltung. Man kaufte die Pleißenburg an der südlichen Stadtmauer und baute auf dem Grundstück das Neue Leipziger Rathaus. Der Turm der Pleißenburg war ein Wahrzeichen von Leipzig und sollte in ähnlicher Form im Neubau wiederkehren. Der Leipziger Stadtbaudirektor Hugo Licht konnte den Architekturwettbewerb gewinnen, indem er den Turm als Sockel für den Rathausturm verwendete und auch architektonisch den mittelalterlichen Wehrturm zum Vorbild nahm.

Das Neue Rathaus Leipzig wurde 1905 mit einem 114,5 m hohe Rathausturm fertiggestellt. Damit übertrifft er den 1897 erbauten Hamburger Rathaustum um gut 2 m und ist der höchste seiner Art in Deutschland. 

 

Martin-Luther-Ring 4

www.leipzig.de

 

Nikolaikirche

Die evangelische Nikolaikirche ist die älteste Kirche von Leipzig, sie entstand ab 1165 im romanischen Stil. Ab dem 15. Jahrhundert wurde die Kirche im spätgotischen Stil umgebaut. 1539 predigte Martin Luther in der Nikolaikirche, die gotische Kanzel wird deshalb auch Lutherkanzel genannt. 1797 wurde der gotische Innenraum klassizistisch umgestaltet, dabei wurden die Säulen zu Palmen umdekoriert. Durch zartes rosa an den Säulen und Stuckverzierungen mit hellgrünem Blumendekor, wirkt der Innenraum etwas kitschig.

In der Nikolaikirche wurden seit 1980 Montagsgebete abgehalten die 1989 zu den Montagsdemonstrationen führten. Die Demonstrationen in Leipzig wurden immer größer und führten schließlich zum Umsturz der DDR.

 

Nikolaistraße

www.nikolaikirche-leipzig.de

 

Leipzig Hauptbahnhof

Der Leipziger Hauptbahnhof wurde 1915 als größter Bahnhof Europas eröffnet. Mit einer bedachten Fläche von über 80.000 m² ist er bis heute der größte Kopfbahnhof Europas. Allerdings hat der Leipziger Bahnhof deutlich weniger Passagiere als die Bahnhöfe in Hamburg, Frankfurt am Main oder München. In dieser Kathegorie landet der Hbf Leipzig noch nicht einmal in der Top 10 von Deutschland. Aber mit seiner 299 m langen Hauptfassade übertrifft er wieder alle anderen Bahnhöfe der Republik. Der Hauptbahnhof in Leipzig wurde von den Architekten Lossow und Kühne entworfen. Ihr Entwurf wurde neben der guten Funktionalität auch wegen seiner monumentalen, lichtdurchfluteten Hallen ausgewählt.

Nach der Wende wurde der Leipziger Bahnhof umgebaut. Unter der Querbahnsteigshalle wurde ein Einkaufszentrum mit über 70 Geschäften auf zwei Ebenen gebaut. 2013 wurde der City-Tunnel eröffnet, ein S-Bahntunnel der vom Hbf unter der Innenstadt zum Bayrischen Bahnhof führt. Dadurch wurde der Leipziger Hauptbahnhof für den Regionalverkehr zum Durchgangsbahnhof.

 

Platz der Republik

www.promenaden-hauptbahnhof-leipzig.de

 

Opernhaus Leipzig

Die Oper hat in Leipzig eine lange Tradition, bereits 1693 gab es ganz in der Nähe das Opernhaus am Brühl. Leipzig war nach Hamburg die zweite Stadt mit einer Oper in Deutschland. Im Zweiten Weltkrieg wurde das 1868 errichtete Opernhaus von Architekt Carl Ferdinand Langhans zerstört. Das heutige Gebäude wurde 1960 vom Architekt Kunz Nierade zusammen mit dem Ingenieur Kurt Hemmerling geplant. Die neue Oper nimmt die klassizistische Architektur der Oper von Langhans wieder auf, jedoch in sehr vereinfachter Form. Der stalinistische Klassizismus der Sowjetunion wurde nach Stalins Tod 1953 aufgegeben und die sozialistische Architektur wurde wieder etwas moderner. 

Die Oper Leipzig ist bekannt für erstklassige Aufführungen. Für aktuelle Veranstaltungen siehe Link.

 

Augustplatz 12

http://oper-leipzig.de

 

Bundesverwaltungsgericht

Das historistische Bauwerk der Architekten Hoffmann und Dybwad wurde 1895 als Reichsgerichtsgebäude fertiggestellt. Die monumentale, klassizistische Architektur war typisch für das Deutsche Kaiserreich. Es ähnelt sehr dem Reichstag in Berlin von Paul Wallot aus dem Jahr 1894. Im Zweiten Weltkrieg wurde es teilweise zerstört und nach dem Wiederaufbau in der DDR als Museum genutzt. Seit 2002 dient es wieder der Justiz als Bundesverwaltungsgericht. Das Bauwerk besteht aus einem rechtwinkligen Block mit einem Turm in der Mitte. Sehenswert ist die gigantische Eingangshalle und der große Sitzungssaal. Diese Bereiche sind öffentlich zugänglich, es werden auch Führungen durch das Gebäude angeboten. Öffnungszeiten und Preise siehe Link.

 

Harkortstraße

www.bverwg.de

 

Karl-Liebknecht Straße

Die "KarLi" ist das urbane Herz der Stadt. Hier gibt es unzählige Cafés und Restaurants in schönen Gründerzeithäusern. Obwohl viel saniert wurde konnte das Viertel seinen Charme bis jetzt erhalten. Die Karl-Liebknecht Straße ist eine Ausfallstraße die vom historischen Zentrum nach Süden führt. Sie beginnt hinter dem Wilhelm-Leuschner-Platz, wo sie noch kurz Peterssteinweg heißt. Der interessanteste Teil liegt zwischen der Braustraße und der Schenkendorfstraße.

Ab 1933 hieß die breite Allee "Adolf Hitler Straße" und wurde in der DDR, nach dem berühmten Leipziger Kommunisten Karl Liebknecht, umbenannt. Liebknecht rief 1918 vom Berliner Stadtschloss die "freie sozialistische Republik Deutschland" aus. Nach der Oktoberrevolution von 1917, befürchtete man eine kommunistische Diktatur wie in Russland. Aus diesem Grund wurde Karl Liebknecht 1919 im Berliner Tiergarten erschossen. 

 

Karl-Liebknecht Straße

 

Buntgarnwerke

Die Wollgarnfabrik AG wurden 1887 gegründet. 1897 entstand der repräsentative Hochbau West von Pfeifer & Händel. 1990 wurde die Fabrik des VEB Buntgarnwerke still gelegt. Heute befinden sich in den schönen Backsteingebäuden hochwertige Loft-Wohnungen. Die Buntgarnwerke gehören zu den schönsten Bauwerken aus Epoche der Industriealisierung in Deutschland. Die farbigen Ziegel und die Lage direkt am Wasser machen die ehemalige Fabrik zu einem sehenswerten Ensemble. 

 

Nonnenstr. 21

 

Alte Messe Leipzig

Weil die Messehallen im Zentrum zu klein wurden, errichtete man 1913 das Messegelände. 1965 wurde das Doppel-M als Symbol der Leipziger Messe aufgestellt. 1996 zog die Messe auf das Gelände im Norden der von Leipzig und das ehemalige Messegelände im Süden der Stadt wird als Gewerbegebiet genutzt. Das Leipziger Messe M ist ein Wahrzeichen der Stadt, fristet aber ein eher trauriges Dasein an der Prager Straße.

 

Prager Straße

www.alte-messe-leipzig.de

 

Russische Kirche

Die Russische Gedächtniskirche wurde 1913 zum hundertjährigen Gedenken der Völkerschlacht, von der Orthodoxen Gemeinde Leipzigs errichtet. Bei der Völkerschlacht kämpften auch 130.000 Russen gegen die Armee Napoleons. 22.000 russische Soldaten wurden bei der Schlacht getötet. Sehenswert ist die 18 m hohe Ikonenwand im Innenraum.

 

Philipp-Rosenthal-Str. 51a

www.russische-kirche-l.de

 

Gohliser Schlösschen

Das Rokoko Schlösschen im Leipziger Stadtteil Gohlis-Süd wurde ab 1756 vom Kaufmann und Ratsbaumeister Johann Caspar Richter als Sommerpalais errichtet. Durch den Siebenjährigen Krieg verzögerte sich der Innenausbau bis 1780. Da der Bauherr 1770 verstarb, konnte er das Gebäude selbst nicht nutzen. 1793 wurde der Landsitz an die Stadt Leipzig übertragen.

 

Menckestr. 23

www.gohliser-schloss.de

 

Völkerschlachtdenkmal

Im Jahr 1813 standen sich hier über 600.000 Soldaten aus ganz Europa gegenüber. Über 100.000 Soldaten starben oder wurden verwundet. Verwundete hatten damals nur geringe Überlebenschancen. Die Völkerschlacht war die größte Schlacht Europas vor den beiden Weltkriegen. Zu Beginn der Schlacht hatten beide Seiten rund 200.000 Soldaten. Am dritten Tag hatten die Alliierten durch Nachschub über 300.000 Mann auf ihrer Seite. Napoleon hatte den Rheinbund als Verbündeten auf seiner Seite. Damit kämpften in Leipzig Deutsche gegen Deutsche.

Worum ging es?

Napoleon hatte fast ganz Europa unterjocht, jedoch im Jahr zuvor den katastrophalen Russlandfeldzug erlebt. Viele ehemalige Verbündete schlossen sich 1813 zusammen um Napoleon zu besiegen. Preußen, Russland, Schweden und Österreich schlossen Frieden und sammelten ihre Truppen rund um Leipzig. Die Soldaten Napoleons befanden sich in Leipzig als sich der Ring um die Stadt langsam schloss. Die Schlacht dauerte 3 Tage bei der sich die Franzosen aufs Verteidigen konzentrierten und mit ihrer überlegenen Artillerie die Gegner auf Abstand hielten. Dabei waren die Verluste der Angreifer deutlich höher. Als am dritten Tag die Verstärkung der Verbündeten eintraf begannen die Franzosen mit dem Rückzug. Man ließ den Weg nach Westen absichtlich offen, damit Napoleon abzieht. Man hat ihm eine Niederlage zugefügt und seine Truppen deutlich geschwächt, das reichte den Angreifern und sie besetzten Leipzig.

Als Folge der Völkerschlacht wechselten die Staaten des Rheinbunds zu den Alliierten und Napoleon musste Deutschland aufgeben. 1805 wurde Napoleon in Waterloo endgültig besiegt.

Das Völkerschlachtdenkmal wurde 100 Jahre nach dem Sieg über Napoleon errichtet. Es wurde von Architekt Bruno Schmitz entworfen, der auch das Kyffhäuserdenkmal, das Deutsche Eck in Koblenz und das Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta Westfalica geplant hatte. Es ist ein gigantisches Monument welches sich im See der Tränen spiegelt.

 

Prager Straße

www.voelkerschlachtdenkmal.eu

 

Karte Sehenswürdigkeiten in Leipzig

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Leipzig Sehenswürdigkeiten

Leipzig entdecken

Leipzig entstand am Kreuzungspunkt zweier Fernhandelsstraße. Die Via Regia verband Paris mit Nowgorod, die Via imperii führte von Bergen nach Rom. An diesem Schnittpunkt entstand um 1165 ein Marktplatz aus dem sich die Stadt Leipzig entwickelte. Ab 1268 werden Kaufleute unter Schutz gestellt, die zur Messe reisen. In Deutschland hat nur Frankfurt am Main ein älteres Messeprivileg.

 

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Bevölkerungsentwicklung Leipzig 

Durch die Industrialisierung wurde Leipzig zu einem bedeutenden Eisenbahnknoten und es wurden viele Fabriken errichtet. In der Gründerzeit wuchs die Stadt von 100.000 Einwohnern im Jahr 1870 auf über 400.000 Bewohner um 1900. Die größte Einwohnerzahl hatte Leipzig 1938 mit 718.000 Menschen. Die Bevölkerung von Leipzig ist nach der Wende auf 440.000 gesunken und liegt derzeit bei ca. 550.000 Bewohnern.

 

 

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