Kap Arkona

Wir beginnen die Reise durch die Insel Rügen ganz im Norden am Kap Arkona. Wer mit dem Auto anreist stellt den Wagen am Sammelparkplatz in Putgarten ab. Von hier fahren Touristen Bahnen nach Kap Arkona und Vitt. Für Parkplatz und Bahn muss man bezahlen. Wer möchte kann die rund 2 Kilometer lange Strecke bis zum Meer zu Fuß gehen. Allerdings ist der Weg  relativ langweilig und dauert etwa eine halbe Stunde. Am Kap Arkona befinden sich ein Leuchtturm, der Schinkel-Turm, ein Bunker mit Museum und ein Peilturm sowie mehrere Restaurants. Die beiden Türme kann man besteigen und von der Aussichtsplattform weit über die Insel Rügen und die Ostsee blicken.

Kap Arkona ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten von Rügen. Wer das rund 40 m hohe Kap sehen möchte, sollte vom Peilturm den Weg nach Vitt nehmen, von dem man Kap Arkona am besten sehen kann.

Kap Arkona

 

Vitt

Vom Kap Arkona nach Vitt sind es rund 1,4 Kilometer. Für den Weg aus grobem Schotter braucht man festes Schuhwerk. Das Fischerdorf Vitt liegt direkt am Kiesstrand. Die wenigen Häuser sind klein und reetgedeckt. Es gibt ein paar Restaurants und Cafes. Vitt ist berühmt für seinen Räucherfisch, den man unten am Strand kaufen kann. Der Räucherfisch sieht aus wie ein Klumpen brauner Fisch. Innen ist der Fisch aber saftig und dadurch sehr lecker.

Vitt wurde schon von den Slawen bewohnt, urkundlich erwähnt wurde das Dorf im Jahr 1290. Von der Vitter Kapelle kann man mit der Touristenbahn zurück zum Sammelparkplatz in Putgarten fahren. Zu Fuß sind es rund 2 Kilometer.

 

Vitt

 

Strand bei Glowe

Zwischen den beiden Steilküsten Kap Arkona und Nationalpark Jasmund liegt ein rund 11 Kilometer langer Sandstrand. Im Norden grenzt der Strand an den Ort Juliusruh, im Süden an Glowe. Der Strand liegt an einem Kiefernwald in dem sich Parkbuchten befinden. Das Parken kostet Geld, dafür gibt es hier Wege zum Strand. Umkleiden, Duschen und Gastronomie gibt es nicht. Wer hier an den Strand geht bringt am besten alles selbst mit. In den beiden Ortschaften gibt es Restaurants und Übernachtungsmöglichkeiten. Glowe ist etwas größer als Juliusruh und hat entsprechend mehr zu bieten. Dieser Strand ist der längste Sandstrand von Rügen.

 

Glowe

 

Königsstuhl

Der Nationalpark Königsstuhl ist die bekannteste Sehenswürdigkeit auf Rügen. Die steilen Kreidefelsen wurden durch den Maler Caspar David Friedrich berühmt. Das Bild Kreidefelsen auf Rügen entstand 1818 und ist eines der bekanntesten Werke der Deutschen Romantik. Das Bild hängt im Museum Winterthur in der Schweiz.

Wer den Nationalpark Königsstuhl besuchen will, muss sein Fahrzeug am Großparkplatz Hagen gebührenpflichtig abstellen. Von hier fahren kostenpflichtige Pendelbusse zum Haupteingang des Parks mit Ticketschalter. Vom Parkplatz Hagen zum Besucherzentrum sind es über 3 Kilometer Fußmarsch durch die hügelige Waldlandschaft. Von der Bushaltestelle am Besucherzentrum bis zum Kreidefelsen sind es rund 250 m. 

Der Königsstuhl ist einer der schönsten Aussichtspunkte auf die Kreidefelsen und die Ostsee und einer der schönsten Orte auf Rügen.

 

Königsstuhl

www.koenigsstuhl.com

 

Sassnitz

Sassnitz ist der größte Hafen auf Rügen, von hier fahren die Fähren ins schwedische Trelleborg. Sassnitz hat rund 9.000 Einwohner und ist nach Bergen die zweitgrößte Stadt der Insel. Obwohl Sassnitz ein Erholungsort ist, kann die Stadt mit den anderen Seebäden nicht konkurrieren, weil sie keinen Sandstrand besitzt. In der kleinen Altstadt stehen ein paar hübsche Häuser mit Holzfassaden aber insgesamt macht Sassnitz keinen mondänen Eindruck. Die Uferpromenade müsste dringend neu gestaltet werden. Sehenswert ist nur der Stadthafen, das U-Boot HMS OTUS und die Kurmuschel von Ulrich Müther.

 

Sassnitz

 

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Prora KdF Seebad

Prora wurde als KdF-Seebad Rügen für 20.000 Urlauber geplant. "Kraft durch Freude" KdF war ein Erholungsprogram der Nationalsozialisten. Geplant war ein 4,5 Kilometer langer Gebäudekomplex an der Bucht Prorer Wiek, nördlich von Binz. Der Kölner Architekt Clemens Klotz lieferte den monumentalen Entwurf. Die ersten Bauabschnitte wurden zwischen 1936 und 1939 errichtet. Kriegsbedingt wurde das Projekt eingestellt. Es wurde etwa zur Hälfte fertiggestellt. Die Festhalle und die Seebrücke in der Mitte wurden nicht gebaut. Es wurden zwei Wohnflügel im Norden und zwei im Süden errichtet.

Nach dem Krieg nutzte die Armee der DDR die Anlage als Kaserne und errichtete weitere Gebäude hinter dem KdF-Seebad. Nach der Wende wurde Prora privatisiert. Einzelne Gebäudeteile wurden verkauft und von Investoren saniert. Seitdem befinden sich hier Ferienwohnungen und Hotels. An den langen Fassaden zum Strand wurden Balkone angebracht, dadurch wird die monotone strenge der NS-Architektur aufgelockert.

Der Umgang mit der Geschichte von Prora ist immernoch schwierig, soll man das Ensemble schützen oder durch neue Architektur verändern. Städtebaulich fehlt die Mitte der Anlage, ein zentraler Platz mit Cafes und Geschäften. Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich das Dokumentationszentrum Prora, siehe Link.

 

Prora

www.proradok.de

 

Binz

Binz ist das bekannteste Ostseebad auf der Insel Rügen. Der kleine Ort mit kaum 5.000 Einwohnern wird im Sommer von Millionen Touristen besucht. Das liegt zum einen an der guten Verkehrsanbindung über Straße und Schiene zum Festland aber hauptsächlich am über 9 Kilometer langen Sandstrand, der sich über Prora bis kurz vor Sassnitz erstreckt. Binz hat es auch geschafft durch elegante Bäderarchitektur, zu einem mondänen Seebad zu werden. Binz ist elegant und bietet viele gute Restaurants und Hotels.

Die Hauptsehenswürdigkeit von Binz ist die 370 m lange Seebrücke, die 1994 errichtet wurde. Von hier sieht man das 1908 eröffnete Kurhaus von Binz, das nach den Plänen des Berliner Architekten Otto Spalding erbaut wurde. Das Kurhaus liegt direkt an der Strandpromenade und in der Nähe der geschäftigen Hauptstraße, die Richtung Bahnhof führt.

Binz war ein kleiner Ort an der Ostsee, bis um 1870 das Baden im Meer beliebt wurde. Die Reise an die Ostsee war damals noch teuer und nur Reiche konnten sich Urlaub leisten. Das erste Hotel in Binz öffnete 1876 seine Pforten. Industrielle bauten sich luxuriöse Strandhäuser, die bis heute den Stil der Bäderarchitektur an der deutschen Ostseeküste prägen. 

 

Binz

 

Müther-Turm

Ulrich Müther (1934-2007) war ein Bauingenieur aus Binz, der in der vorallem in der DDR aber auch weltweit, zahlreiche Beton-Schalentragwerke baute. Der Müther-Turm am Strand von Binz wurde 1968 als Station der Rettungsschwimmer erbaut. Seit der Sanierung 2018 kann man sich im Müther-Turm trauen lassen. Das filigrane Betonbauwerk steht etwa 450 m südöstlich der Binzer Seebrücke in den Dünen. Weitere Bauwerke von Müther an der Ostsee findet man in Glowe (Restaurant Ostseeperle), Rostock-Warnemünde (Restaurant Teepott) und Sassnitz (Kurmuschel).

 

Müther-Turm

 

Putbus

Das Städtchen Putbus wurde 1810 von Fürst Wilhelm Malte I. als barocke Planstadt errichtet. Nördlich des Schlossparks ließ er einen runden Platz anlegen, in dessen Mitte ein Obelisk steht. Der Platz heißt Circus und erinnert entfernt an den Royal Crescent im englischen Bath. Malte I. wollte Badegäste nach Rügen locken und baute das erste Badehaus der Insel in Lauterbach. Das Hotel Badehaus Goor befindet sich rund 2,5 Kilometer südöstlich von Putbus an der Ostsee. Das Schloss Putbus wurde 1962 von der DDR gesprengt. Weitere Sehenswürdigkeiten von Putbus sind das Theater und die Orangerie im klassizistischen Stil.

 

Putbus

 

Rasender Roland

Der Rasende Roland ist die bekannteste Touristenattraktion auf Rügen. Die Dampflokomotive wurde von Fürst Wilhelm Malte I. 1895 als Rübenbahn eröffnet. Die Bahn transportierte Feldfrüchte nach Putbus, wo sie auf Güterzüge nach Stralsund umgeladen wurden. 1967 wurde der landwirtschaftliche Betrieb der Bahn eingestellt. 1996 wurde die Schmalspurbahn privatisiert und für Touristen wiedereröffnet, seitdem verkehrt die Bahn zwischen Putbus und den Seebädern Binz bis Göhren.

Fahrpläne und Preise siehe Link zu Rügensche BäderBahn.

 

Bahnhof Putbus

http://ruegensche-baederbahn.de

 

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Ostseebad Sellin

Das Ostseebad Sellin befindet sich an der Steilküste Rügens, dadurch liegt der Ort oberhalb des Strandes und eine lange Treppe führt nach unten zur Seebrücke. Die Selliner Seebrücke wurde 1998 eröffnet und nimmt die Bäderarchitektur der 1920er Jahre wieder auf. Aus dieser Zeit stammte die ursprüngliche Seebrücke von Sellin, die durch Eis und Feuer mehrfach zerstört wurde. Auf der Seebrücke befindet sich ein Restaurant mit Außengastronomie und eine Tauchglocke. Die Seebrücke von Sellin ist mit 394 m die längste Seebrücke auf der Insel Rügen.

An der prächtigen Wilhelmstraße findet man großzügige Hotels, in der für Rügen typischen Bäderarchitektur. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten von Sellin gehört das Bernsteinmuseum, die kleine Kirche Maria Meeresstern und das Warmbad aus dem Jahr 1906.

 

Sellin

 

Seebad Göhren

Das Seebad Göhren ist das östlichste auf Rügen. Es liegt rund 2,5 Kilometer von Baabe entfernt aber am gleichen Strand. Der Ort Göhren liegt wie Sellin oberhalb des Strandes. Ein kleiner Schrägaufzug verbindet den Ort mit dem Kurpavillion am Strand. Hier liegt auch die 280 m lange Seebrücke von Göhren, die 1993 neu gebaut wurde. Der Strandweg von Göhren heißt Bernsteinpromenade und führt parallel zum Strand bis nach Baabe. Wer in die andere Richtung läuft kommt zur Halbinsel Nordperd. Die Landzunge hat eine rund 60 m hohe Steilküste mit schönen Wanderwegen. Von Nordperd kann man bei gutem Wetter die Insel Usedom sehen.

 

Göhren

 

Sankt Marien Kirche in Bergen

Bergen ist mit rund 15.000 Einwohnern die größte Stadt auf der Insel Rügen. Der Ort liegt auf einem etwa 60 m hohen Hügel, wobei der Ortskern nicht am höchsten Punkt liegt. Die Sankt Marien Kirche ist die bekannteste Sehenswürdigkeit von Bergen. Mit dem Bau der Backsteinkirche wurde 1180 begonnen. Die Kirche wurde 1193 eingeweiht. Die dreischiffige Halle wurde jedoch erste im 14. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut. Der Innenraum ist wirklich sehenswert, besonders die reich verzierten Deckengewölbe.

 

Kirchplatz, Bergen

 

Ernst-Moritz-Arndt Turm

Eine weitere Sehenswürdigkeit von Bergen ist der Ernst-Moritz-Arndt Turm. Der Turm wurde zu Ehren von Ernst-Moritz-Arndt errichtet, der Rügener Politiker saß als Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche. Er galt als Freiheitskämpfer gegen Napoleon.

Der 27 m hohe Backsteinturm wurde 1877 vollendet. Er steht auf einem 90 m hohen Hügel im Wald. Von der Aussichtsplattform sieht man über die Wiesen und Wälder von Rügen bis zur Ostsee.

 

Ernst-Moritz-Arndt Turm, Bergen

 

Karte Rügen

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Reiseführer Rügen

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