Das Bremer Rathaus

Der Marktplatz ist das historische Herz der Stadt, rund um den Platz findet man die bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Bremen. Das Bremer Rathaus ist das prächtigste Haus am Markt und ist ein UNESCO Weltkulturerbe.

Das Rathaus besteht aus einem Alten Rathaus und einem Neuen Rathaus. Das Alte Rathaus (Foto) steht an der Nordseite des Marktplatzes, dahinter wurde das Neue Rathaus angebaut. Das Alte Rathaus wurde 1410 im gotischen Stil errichtet. Es ersetzte ein älteres Gebäude in der Nähe. Die Bremer Bürger setzten mit diesem Rathaus ein selbstbewusstes Zeichen in Richtung Erzbischof. Die Bremer Bürger hatten sich das Bürgerrecht 1139 vom Erzbischof urkundlich bestätigen lassen und führten 1365 den Bürgereid ein. Nur wer den Bürgereid leistete, konnte in Bremen ein Amt übernehmen.

Das gotische Rathaus sah damals noch nicht so aus wie heute. Die Fassade wurde in der Renaissance im flämischen Stil umgestaltet. Der Mittelteil mit dem hohen Giebel, wurde 1608 von Lüder von Bentheim entworfen, der zuvor das Rathaus in Leiden (Niederlande) umgebaut hatte. Die Arkaden mit den Rundbögen im Erdgeschoss stammen jedoch noch aus der gotischen Zeit. Auch der sehenswerte Innenraum mit dem großen Saal im Obergeschoss, stammt noch aus der ersten Bauphase. Auch die Fassadenfiguren schmückten schon den gotischen Bau. Die 8 Figuren zeigen den Kaiser und die 7 Kurfürsten.

Der Neubau wurde 1904 von Gabriel von Seidl im Stil der Neo-Renaissance entworfen, damit er zum Alten Rathaus passt. Das Bremer Rathaus hat die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden und ist deshalb eines der bedeutendsten Bauwerke der Stadt.

 

Am Markt 21

 

Bremer Roland

Vor dem Rathaus steht der Roland, das Wahrzeichen von Bremen. Er ist das steinerne Zeugnis der Privilegien, die der Kaiser den Bremer Bürgern gewährte. Der Bremer Roland verkündet seit 1366 das Marktrecht und die Bürgerfreiheit. Dieses Recht erstritten sich die Bremer gegen den Erzbischof. Die Figur aus Sandstein ist das Symbol der Bremer Freiheit. Solange der Roland steht, solange ist Bremen eine freie Stadt. Bremen ist heute ein eigenes Bundesland mit rund 650.000 Einwohnern. Das mit Abstand kleinste Bundesland ist kaum lebensfähig und hoch verschuldet aber die Freiheit ist den Bremern wichtig.

 

Am Markt

 

Sankt Petri Dom

Der Sankt Petri Dom in Bremen wurde an der höchsten Stelle der Innenstadt errichtet. Bereits seit 789 nC sollen hier Kirchen gestanden haben. Das Große Feuer von 1041 zerstörte die ganze Stadt und auch die Kirche musste komplett neu errichtet werden. Die neue Kathedrale wurde im romanischen Stil begonnen und im gotischen Stil vollendet. An der Fassade sieht man überwiegend romanische Rundbögen. Der Nordturm wurde 1346 fertiggestellt. Der Südturm stürzte 1638 ein und wurde erst 1901 wieder aufgebaut. Trotz der umfangreichen Neugestaltung der Westfassade ab 1888, wirkt der Bremer Dom weder elegant noch wohl proportioniert. Die Doppeltürme von St. Petri ragen rund 90 m in den Himmel und sind damit die höchsten Türme in der Altstadt von Bremen. Wer Bremen von oben sehen möchte kann den Südturm besteigen.

Der Innenraum ist deutlich besser gelungen, schlanke Säulen und gotische Gewölbedecken vermitteln einen harmonischen Eindruck. Trotzdem kann man noch gut den romanischen Ursprung der Kirche ablesen. Die dicken Wände und die für eine gotische Kathedrale viel zu kleinen Fenster, lassen hier keinen Zweifel aufkommen.

St. Petri war ab 1224 die Hauptkirche des Erzbischofs. Seit der Reformation, ist der Bremer Dom eine protestantische Kirche. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Dom kaum beschädigt.

 

Sankt Petri Dom

 

Die Bremer Stadtmusikanten

Die Bremer Stadtmusikanten sind eine Skulptur von Gerhard Marcks am Bremer Rathaus. Die übereinanderstehenden Tiere gehen auf ein Märchen der Brüder Grimm zurück. Darin kommen ein Esel, ein Hund, eine Katze und ein Hahn vor, die sich zusammentun, um in Bremen Stadtmusikanten zu werden. Auf dem Weg nach Bremen suchen sie ein Nachtlager und stoßen auf eine Räuberbande, die in einem Haus lebt. Sie vertreiben die Räuber mit ihrem Geschrei und bleiben in dem Haus wohnen. Nach Bremen sind sie nie gekommen. 

Die Bronzeskulptur wurde 1953 aufgestellt und hat sich seitdem zu einem Wahrzeichen Bremens entwickelt. Wenn man beide Hufe des Esels gleichzeitig berührt, soll es Glück bringen. Heute bringt es eher Corona, also liebe Kinder, Händewaschen nicht vergessen.

 

Stadtmusikanten

 

Böttcherstraße

In der Böttcherstraße wurden früher Fässer (Bottiche) hergestellt. Die meisten Gebäude an der engen Gasse wurden jedoch erst zwischen 1922-31 errichtet. Die wunderbare Backsteinarchitektur hat Bremen dem reichen Kaffeeröster Ludwig Roselius zu verdanken, der dieses Bauwerk in Auftrag gab.

Roselius beauftragte die Architekten Eduard Scotland, Alfred Runge, Carl Eeg und den Bildhauer Bernhard Hoetger mit der Gestaltung der Böttcherstraße. Das Ergebnis ist ein sehenswertes Gesamtkunstwerk aus expressionistischer Architektur und Skulptur. Wenn man vom Marktplatz Richtung Süden geht sieht man das Relief "Der Lichtbringer" von Hoetger. Das goldene Bildnis zeigt den Erzengel Michael als Drachentöter. Der heilige Michael gilt als Beschützer Deutschlands. Eine Symbolik die damals von den Nationalsozialisten, dem Führer zugeschrieben wurde. Der Stifter Roselius war einer germanischen Denkweise nicht abgeneigt, dennoch zeigt die Wahl seiner Architekten und Künstler eher ein modernes Kunstverständnis.

Die Böttcherstraße ist heute eine Touristenattraktion mit Geschäften, Kunsthandwerk und dem Paula Modersohn-Becker Museum. Einer expressionistischen Malerin aus der Künstlerkolonie Worpswede.

 

Böttcherstraße 6

 

Schnoor

Der Schnoor ist ein idyllisches Stadtviertel mit engen Gassen und niedlichen Häusern. Das Viertel ist der älteste Teil Bremens und erinnert noch sehr an ein kleines Fischerdorf am Fluss. Der Name "Schnoor" bedeutet Schnur und ist gleichzeitig die Hauptstraße des Viertels. Im Schnoor stehen Häuser wie aus dem Bilderbuch, klein und niedlich mit Satteldach aus roten Dachziegeln. Ob verputzt, mit Backsteinfassade oder als Fachwerkhaus, die Häuschen verzaubern jeden Besucher. Im Erdgeschoss sind kleine Läden, Cafes oder Restaurants. Auch die Seitenstraßen und Innenhöfe sind sehenswert.

 

Schnoor 17

 

Schlachte

Die Schlachte ist die Uferpromenade an der Weser, hier befand sich im Mittelalter der Hafen von Bremen. Hansekoggen brachten Waren aus allen Hansestädten nach Bremen. Hier pulsierte das Leben bis die Weser zu flach war für die großen Schiffe. Der Name Schlachte leitet sich von Pfählen (Slaits) ab, die zur Befestigung des Ufers, in den Boden gerammt wurden. 

Heute ist die Schlachte eine Ausgehmeile mit vielen Restaurants und Kneipen. Bei schönem Wetter kann man hinter der Ufermauer, unter hohen Bäumen sitzen und auf die Weser blicken. Durch die Süd-West-Ausrichtung der Uferpromenade, scheint hier im Sommer noch lange die Sonne. Durch die vielen Biergärten entsteht eine süddeutsche Lässigkeit, die sich vor München nicht verstecken braucht. Am Kai sind sehenswerte Schiffe vertäut, die teilweise als Event-Location oder als Restaurantschiff genutzt werden. Die meisten Restaurants befinden sich zwischen der St. Martini Kirche und der Bürgermeister-Schmidt-Brücke.

 

Schlachte

 

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Mühle am Wall

Die Mühle am Wall ist eine Bremer Sehenswürdigkeit, die heute in einem Park liegt, der auf der ehemaligen Stadtbefestigung angelegt wurde. Die Bremer Stadtmauer entstand ab 1229 und wurde bis 1664 immer weiter ausgebaut. Ab 1803 hatte die Stadtmauer ihren militärischen Nutzen verloren und wurde abgebrochen. Aus der Festung wurde ein öffentlicher Park und die Wassergräben wurden zu Teichen. Aus der Luft kann man noch gut die Zacken der Bastionen erkennen. Auf den Hügeln wurden Mühlen gebaut, von denen eine noch erhalten ist. In der Mühle am Wall befindet sich heute ein Café.

 

Mühle am Wall

www.muehle-bremen.de

 

Theater Bremen

Das Theater Bremen befindet sich am Ostertor, ganz in der Nähe der Kunsthalle Bremen. Zum Goetheplatz (Foto) hat das Theater eine klassizistische Fassade mit Giebel und dorischen Säulen. Das Theater Bremen besteht aus dem Theater am Goetheplatz und dem Neuen Schauspielhaus im "Kleinen Haus" dahinter. Auf dem Grundstück befindet sich zudem der Brauhauskeller, die Villa Ichon und das MoKS. Rund um den Goetheplatz schlägt das kulturelle Herz der Hansestadt, wer sich über Veranstaltungen informieren möchte, findet unter dem Link weitere Informationen.

 

Goetheplatz 4

www.theaterbremen.de

 

Überseestadt Bremen

Die Überseestadt Bremen ist ein neuer Stadtteil, der gerade auf den Flächen der alten Hafenbetriebe entsteht. Seit dem Jahr 2000 wird der Masterplan umgesetzt, der den Hafen in ein modernes Wohn- und Büroquartier verwandeln soll. Es wurde schon viel gebaut aber es gibt immer noch große Brachen auf denen Unkraut wuchert. Als Top Sehenswürdigkeit kann man die Überseestadt noch nicht bezeichnen aber die stetige Veränderung macht das Viertel durchaus interessant. Es gibt alte Lagerhäuser, in denen sich Kulturbetriebe und Restaurants angesiedelt haben. Bei schönem Wetter sind die Cafés an den Kaianlagen gut besucht. Mit dem Weser Tower von Helmut Jahn steht hier seit 2010 das höchste Bürohaus Bremens mit einer Höhe von 82 m. Weitere Informationen zur Überseestadt, Veranstaltungen, Restaurants und Führungen siehe Link. 

Wie kommt man hin?

Mit der Straßenbahnlinie 3 ab Zentrum in Richtung Gröpelingen bis zur Haltestelle Bremen Europahafen.

 

Konsul-Smidt-Straße 10

www.ueberseestadt-bremen.de

 

Botanischer Garten Bremen

Der Botanische Garten von Bremen liegt im Rhododendron-Park im Stadtteil Horn. Im Norden des Parks befindet sich die Botanika, eine Erlebniswelt aus vier Gewächshäusern, in der man Pflanzen aus verschiedenen Kontinenten entdecken kann. In der Mitte des Parks liegt der Botanische Garten, der 1950 an diesen Standort verlegt wurde. Ganz im Süden liegt der Teil, in dem Rhododendren und Azaleen wachsen. Ganz im Norden befindet sich der Duftgarten mit vielen Blumen und einem Rosengarten. Falls man nach dem Rundgang über das 46 ha große Gelände Hunger bekommen hat, gibt es an der Botanika ein Restaurant.

Wie kommt man hin?

Der Haupteingang befindet sich an der Marcusallee. Bus 31 bis Haltestelle Rhododendron-Park. Besucherparkplätze befinden sich am Deliusweg 44.

 

Deliusweg 40

www.botanika-bremen.de

 

Bürgerpark Bremen

Der Bürgerpark ist der Central Park Bremens. Er liegt nördlich des Hauptbahnhofs und reicht bis zum Stadtwald. Im südlichen Teil befindet sich der im Barockstil gestaltete Holler See mit Skulpturen und großer Fontaine. Das Parkhotel macht sich an der Nordseite des Sees breit wie ein Schloss. Hinter dem Hotel beginnt ein Englischer Landschaftspark mit großen Wiesen und vereinzelten Baumgruppen. Am Emmasee findet man ein modernistisches Kaffeehaus am Wasser. Etwas eleganter ist die Meierei im Bürgerpark mit Innenhof der sich zum See hin öffnet.

Der Bürgerpark entstand aus einer Bürgerinitiative von Johann Hermann Holler, die 1866 mit der Umgestaltung des Geländes begann. Der Bürgerpark wurde von Gartenarchitekt Wilhelm Benque entworfen, der in New York Parks und Gärten studierte. Mit 170 Arbeitern machte Benque sich ans Werk seinen Plan zu verwirklichen, als erstes entstand der künstlich angelegte Emmasee. Im Jahr 1886 war der Bürgerpark vollendet.

 

Bürgerpark

 

Hauptbahnhof Bremen

Der Hauptbahnhof von Bremen zählt zu den schönsten Bahnhöfen Deutschlands. Der Architekt Hubert Stier hatte zuvor schon den Hauptbahnhof Hannover entworfen. Der Bremer Hauptbahnhof wurde 1889 eröffnet. Der Durchgangsbahnhof hat 7 Gleise in der Halle und zwei außerhalb. Die Südfassade Richtung Zentrum ist im Stil der Neorenaissance entworfen. Rote Ziegelsteine und Sandsteinreliefs schmücken die Fassade. Die Reliefs zeigen die Schiffahrt, die Eisenbahn, den Reichsadler und die Wappen der Städte Köln, Hamburg, Hannover und natürlich Bremen.

 

Hauptbahnhofsplatz

www.bahn.de

 

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