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Binz

Binz ist das bekannteste Ostseebad auf der Insel Rügen. Der kleine Ort mit kaum 5.000 Einwohnern wird im Sommer von Millionen Touristen besucht. Das liegt zum einen an der guten Verkehrsanbindung über Straße und Schiene zum Festland aber hauptsächlich am über 9 Kilometer langen Sandstrand, der sich über Prora bis kurz vor Sassnitz erstreckt. Binz hat es auch geschafft durch elegante Bäderarchitektur, zu einem mondänen Seebad zu werden. Binz ist elegant und bietet viele gute Restaurants und Hotels.

Die Hauptsehenswürdigkeit von Binz ist die 370 m lange Seebrücke, die 1994 errichtet wurde. Von hier sieht man das 1908 eröffnete Kurhaus von Binz, das nach den Plänen des Berliner Architekten Otto Spalding erbaut wurde. Das Kurhaus liegt direkt an der Strandpromenade und in der Nähe der geschäftigen Hauptstraße, die Richtung Bahnhof führt.

Binz war ein kleiner Ort an der Ostsee, bis um 1870 das Baden im Meer beliebt wurde. Die Reise an die Ostsee war damals noch teuer und nur Reiche konnten sich Urlaub leisten. Das erste Hotel in Binz öffnete 1876 seine Pforten. Industrielle bauten sich luxuriöse Strandhäuser, die bis heute den Stil der Bäderarchitektur an der deutschen Ostseeküste prägen.

Müther-Turm

Ulrich Müther (1934-2007) war ein Bauingenieur aus Binz, der in der vorallem in der DDR aber auch weltweit, zahlreiche Beton-Schalentragwerke baute. Der Müther-Turm am Strand von Binz wurde 1968 als Station der Rettungsschwimmer erbaut. Seit der Sanierung 2018 kann man sich im Müther-Turm trauen lassen. Das filigrane Betonbauwerk steht etwa 450 m südöstlich der Binzer Seebrücke in den Dünen. Weitere Bauwerke von Müther an der Ostsee findet man in Glowe (Restaurant Ostseeperle), Rostock-Warnemünde (Restaurant Teepott) und Sassnitz (Kurmuschel).

Strandpromenade, 18609 Binz

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Prora

Prora wurde als KdF-Seebad Rügen für 20.000 Urlauber geplant. “Kraft durch Freude” KdF war ein Erholungsprogram der Nationalsozialisten. Geplant war ein 4,5 Kilometer langer Gebäudekomplex an der Bucht Prorer Wiek, nördlich von Binz. Der Kölner Architekt Clemens Klotz lieferte den monumentalen Entwurf. Die ersten Bauabschnitte wurden zwischen 1936 und 1939 errichtet. Kriegsbedingt wurde das Projekt eingestellt. Es wurde etwa zur Hälfte fertiggestellt. Die Festhalle und die Seebrücke in der Mitte wurden nicht gebaut. Es wurden zwei Wohnflügel im Norden und zwei im Süden errichtet.

Nach dem Krieg nutzte die Armee der DDR die Anlage als Kaserne und errichtete weitere Gebäude hinter dem KdF-Seebad. Nach der Wende wurde Prora privatisiert. Einzelne Gebäudeteile wurden verkauft und von Investoren saniert. Seitdem befinden sich hier Ferienwohnungen und Hotels. An den langen Fassaden zum Strand wurden Balkone angebracht, dadurch wird die monotone strenge der NS-Architektur aufgelockert.

Der Umgang mit der Geschichte von Prora ist immernoch schwierig, soll man das Ensemble schützen oder durch neue Architektur verändern. Städtebaulich fehlt die Mitte der Anlage, ein zentraler Platz mit Cafes und Geschäften. Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich das Dokumentationszentrum Prora, siehe Link.

Proraer Allee 106, 18609 Binz

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Sassnitz

Sassnitz ist der größte Hafen auf Rügen, von hier fahren die Fähren ins schwedische Trelleborg. Sassnitz hat rund 9.000 Einwohner und ist nach Bergen die zweitgrößte Stadt der Insel. Obwohl Sassnitz ein Erholungsort ist, kann die Stadt mit den anderen Seebäden nicht konkurrieren, weil sie keinen Sandstrand besitzt. In der kleinen Altstadt stehen ein paar hübsche Häuser mit Holzfassaden aber insgesamt macht Sassnitz keinen mondänen Eindruck. Die Uferpromenade müsste dringend neu gestaltet werden. Sehenswert ist nur der Stadthafen, das U-Boot HMS OTUS und die Kurmuschel von Ulrich Müther.

Rosenstraße 11, 18546 Sassnitz

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