Shohizinda Nekropole

Die "Straße der Mausoleen" ist eine der faszinierendsten Sehenswürdigkeiten von Samarkand. Hier wurde ein Grabmal für Kusam Ibn Abbas errichtet, der als Begleiter von Mohammed den Glauben mit dem Schwert verbreitete. Der Legende zufolge wurde ihm beim Beten von einem Ungläubigen der Kopf abgeschlagen. Er nahm seine Kopf unter den Arm und verschwand in einem Brunnen, von wo aus er ins Paradies gelangte. Der Name Shohizinda bedeutet "lebendige Herrscher" und soll darauf hindeuten das die hier begrabenen nicht vergessen werden. Zum Grabmal von Kusam Ibn Abbas kamen weitere dazu, bis eine kleine Nekropole entstand. Der mongolische Eroberer Dschingis Kahn zerstörte die Grabanlage um das Jahr 1223. Unter den Timuriden wurde Shohizinda ab dem 14. Jahrhundert wieder aufgebaut.

Die Nekropole Shohizinda besteht aus kunstvoll verzierten Grabmälern, die mit blau glasierten Ziegeln verkleidet sind. Neben den Mausoleen gibt es auch mehrere Moscheen, die sich entlang der Straße den sanften Hügel empor winden. Man betritt die Nekropole durch das Ulug-Bek-Portal, das der Timuriden Herrscher für seinen Sohn Abdulaziz errichten ließ. Das größte Mausoleum befindet sich in der "Unteren Gruppe", direkt nach dem Eingang auf der linken Seite. Die blaue Kuppel prägt das Erscheinungsbild der Nekropole von außen. In der Grabkammer wurde das Skelett einer Frau gefunden. Über eine Treppe gelangt man zur "Mittleren Gruppe" wo zahlreiche Gräber für Frauen aus der Dynastie der Timuriden und Heerführer des Königs errichtet wurden.

Das Grabmal des "lebendigen Scheichs" Kusam Ibn Abbas befindet sich nach dem oberen Chortaq (Tor) auf der rechten Seite. Der Kenotaph des muslimischen Heiligen befindet sich hinter einem hölzernen Gitter.

 

Gur Emir

Das Gur Emir ist die Grablege der Dynastie der Timuriden. Timur Lenk, der erste Herrscher der Dynastie ließ das Grabmal für seinen Enkel Muhammed Sultan 1403 errichten. König Timur starb 1405 auf dem Weg nach China. Mit 200.000 Soldaten wollte er das Riesenreich erobern. Kälte und übermäßiger Alkoholgenuss beendeten das Leben des Herrschers über weite Teile der heutigen Staaten Iran, Afghanistan und Usbekistan, dessen Hauptstadt Samarkand war. Das Mausoleum zeigt die Bedeutung des großen Emirs. Durch ein prunkvolles Portal gelangt man zum Grab des Gebieters (Gur Emir). Sehr eindrucksvoll ist die türkisfarbene Kuppel, die aus türkisen, blauen und orangenfarbenen Fliesen gefertigt wurde. Der Innenraum zählt zu den schönsten der islamischen Architektur. Gold und helle Blautöne bestimmen das reich verzierte Innere. Sehenswert sind auch die Trompen (Ecken die zur Rundung der Kuppel überleiten), die mit Murqarnasdekor aus Alabaster und Majolika verziert wurden.

Bibi-Xanom-Moschee

Bibi Xanom (Alte Königin) war die Frau von Timur, dem Begründer der Timuriden Dynastie. Als Timur von seinem Indien-Feldzug zurück kam, wollte er die größte Moschee der Region errichten. 1399 begann die Arbeiten an der Bibi-Xanom-Moschee in Samarkand. Bereits 1404 war die Moschee fertig, im selben Jahr starb der Herrscher Timur. Die Moschee besteht aus einem 40 m hohen Eingangstor, einem 540 m² großen begrünten Innenhof mit zwei von türkifarbenen Kuppeln bekrönten Nebengebäuden (Foto) und dem Hauptgebäude mit dem großen Gebetssaal, der ebenfalls von einer hohen Kuppel überragt wird. Die schnelle Bauzeit und die häufigen Erdbeben sorgten für den ebenso schnellen Verfall der Moschee. 1974 war die einst prächtige Moschee nur noch eine Ruine, dann begann der Wiederaufbau. Heute ist die Bibi Xanom Moschee wieder eines der Wahrzeichen von Samarkand.

Registan

Der Registan ist der zentrale Platz und die Haupt-Sehenswürdigkeit von Samarkand. Der Name Registan heißt Sandplatz aber so bescheiden wie der Name ist hier sonst nichts. Es gibt wenige Plätze auf der Welt die so prunkvoll geraten sind wie dieser monumentale Platz. Der Registan ist das Wahrzeichen von Usbekistan und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Auf dem Registan stehen drei Medresen (Koranschulen), die alle ihr großes Eingangstor zum Platz hin ausgerichtet haben. Die drei Medresen bilden dadurch ein einzigartiges Ensemble, das durch Pracht und Eleganz jeden Besucher beeindruckt. 

Die Ulug Bek Medrese ist die älteste am Registan, sie wurde 1420 eröffnet. Ulug Bek war der der vierte Herrscher der Timuriden und leidenschaftlicher Astronom. Die Ulug Bek Medrese steht an der linken Seite im Westen des Platzes. Sie ist das Muster, nachdem die beiden anderen Medresen errichtet wurden. Auf dem 35 m hohen Prunktor (Pishtaq) sind Sterne dargestellt.

Gegenüber steht die Sherdor Medrese, die von Abdul Jabbar 1632 vollendet wurde. Auf dem Eingangsportal sind zwei Tiger dargestellt. Der Name der Koranschule lautet jedoch "Löwentragende" Medrese. Die großen Katzen jagen weiße Antilopen. Bildliche Darstellungen sind an islamischen Bauwerken sehr selten, da diese eigentlich verboten sind.

Als letzte wurde die Tillakori Medrese um 1660 erbaut. Tillakori bedeutet die "Goldbedeckte". Sie steht im Norden des Registan und weicht in ihrer Bauweise von den beiden anderen ab. Neben ihrem Pishtaq stehen keine Säulen und die türkisfarbene Kuppel befindet sich nur auf der linken Seite. Damit wird die strenge Symmetrie der Platzanlage gebrochen. Die Tillakori Medrese nimmt dadurch eine zentrale Stellung auf dem Registan ein und diente zeitweise auch als Freitagsmoschee. Der Name die "Goldbedeckte" erhielt die Koranschule wegen der goldenen Verzierungen im Innenraum.

Früher war der Registan das Stadtzentrum von Samarkand, mit Markt, Hinrichtungen und Militärparaden. Heute liegt der Platz in einer Grünanlage und kostet Eintritt. Abends gibt es eine Lasershow und Folkloreveranstaltungen. Trotzdem lohnt sich der Besuch auch am Abend, wenn die großartigen Bauwerke beleuchtet werden.

 

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