Matcha Tee

Der Vorort Uji liegt rund 12 Kilometer südlich vom Hauptbahnhof Kyotos. Uji ist berühmt für den besten Matcha Tee der Welt. Geschmack ist zwar keine präzise zu bestimmende Größe aber in Uji wird seit Jahrhunderten Matcha Tee produziert. Der kleine Ort ist in ganz Japan dafür bekannt und daher findet man auf der Hauptstraße, die zum Byodo-in führt, fast ausschließlich Tee-Läden. Der Grüne Tee wird im Hinterland von Uji angebaut und wurde früher mit dem Schiff auf dem Uji Fluss transportiert. In Uji wurde der Tee entladen und weiterverarbeitet. Die Teeblätter werden von den Stängeln entfernt, gedämpft, getrocknet und fein gemahlen. Matcha bedeutet gemahlener Tee.

In den Tee-Läden sieht man viele kleine Mühlen, die den Tee mahlen. Der Matcha ist ein edles Produkt, das zu hohen Preisen verkauft wird. In Uji sieht man viele Lebensmittel die mit grünem Tee verfeinert wurde. Es gibt Matcha-Eis, Gyoza mit Matcha, Matcha-Ramen und Matcha-Soßen.

 

Renge-28-1 Uji, Kyoto

 

Byodo-in Tempel

Die bekannteste Sehenswürdigkeit von Uji ist der Byodo-in Tempel. Das Gebäude gehört auch zum UNESCO Welterbe von Kyoto. Ursprüglich wurde das Gebäude im Jahr 998 als Villa für den Minister Michinaga errichtet. Sein SohnYorimichi erweiterte das Gebäude und machte es 1052 zu einem buddhistischen Tempel. Die zentrale Phönixhalle (Ho-o-Do oder auch Amida-do) wurde 1053 errichtet. Auf dem Dach steht ein Phönix (Ho) und in der Halle befindet sich eine Skulptur des Amida Buddha von Jocho. Der Landsitz von Yorimichi bestand aus über 30 Bauwerken, die jedoch 1483 alle von einem Feuer zerstört wurden, bis auf die Phönixhalle. Sie gilt seitdem als ältestes Holzbauwerk von Kyoto.

Die Pönixhalle ging auch in die Geschichte Japans ein, weil hier in der Ersten Schlacht von Uji 1180, der General Minamoto no Yorimasa Harakiri (Seppuku) beging. Es war das erste Mal, dass ein Samurai rituellen Selbstmord beging, um der Schande der Niederlage zu entgehen. 

Der Byodo-in Tempel besteht aus drei Teilen, der zentralen Halle und zwei seitlichen Bauwerken, die mit einem offenen Gang miteinander verbunden sind. Zur Schönheit des Tempels gehört auch der Teich und der umgebende Park. Der Teich hat das Gebäude auch vor der Zerstörung durch das Feuer bewahrt. Der Byodo-in Tempel ist eines der elegantesten Gebäude in Japan, durch seine horizontale Ausrichtung und seine Leichtigkeit, scheint das Gebäude zu schweben.

Der Byodo-in Tempel ist eines der bekanntesten Bauwerke Japans, es ziert den 10.000 Yen Geldschein und die 10 Yen Münze. 

 

Byodo-in Tempel

 

Murasaki Shikibu

An der Uji Brücke sitzt eine Statue einer jungen Frau. Es handelt sich dabei um Murasaki Shikibu, eine Hofdame aus der Fujiwara Familie. Sie wurde als Dichterin berühmt und schrieb den ersten Roman der japanischen Literatur. Ihr Werk "Genji Monogatari" ist die Geschichte des Prinzen Genji, der viele Frauen hatte aber mit Murasaki zusammen lebte, bis sie stirbt und er vor Trauer seinen Lebensmut verliert. Das Ende wurde entweder absichtlich offen gelassen oder ist verschollen. Der Roman wurde auf Schriftrollen geschrieben, von denen nicht alle erhalten sind. Der Name der Autorin war nicht bekannt, so wurde sie nach der Protagonistin ihres Romans benannt. Die Schriftrollen befinden sich im Tokugawa Kunstmuseum in Nagoya. Murasaki Shikibu lebte vermutlich zwischen 990-1010 in Kyoto.

 

Murasaki Shikibu

 

Uji Hafen

Der Hafen von Uji war früher ein bedeutender Umschalgplatz für Tee aus dem Unland. Heute gibt es eine Uferpromenade mit einigen Restaurants. Über die rote Kisen-Brücke gelangt man auf die Inseln im Uji Fluss. Diese sind wie ein Park gestaltet, mit kleinen Pagoden und Skulpturen. Auf der Insel sieht man auch noch Kormoran-Fischer "Ukai". Von hier sieht man auch die bewaldeten Hänge der nahen Berge.

 

Kisen Bridge

 

Manpuku-ji

Der Manpuku-ji ist der Haupttempel der Obaku-san Schule. Der buddhistische Tempel hat seinen ursprung in China und auch der Name Manpuku-ji bezieht sich auf den Stammtempel am Huang Bo Shan in der Provinz Fujian. Chinesische Mönche kamen um 1620 nach Nagasaki und gründeten dort den Fukusai-ji und den Sofuku-ji der Obaku Schule. Der Manpuku-ji im Stadtteil Obaku wurde 1661 gegründet. Die Obaku Schule suchte die Nähe zum Kaiser und errichtete deshalb diesen Tempel in der Nähe der damaligen Hauptstadt Heian-kyo

Der Manpuku-ji Tempel befindet sich in der Nähe der Bahnstation Obaku etwa 2,5 Kilometer nördlich von Uji. Vom Bahnhof sind es nur rund 250 m bis zu Eingang des Tempels. Der Manpuku-ji ist eine wunderschöne Tempelanlage im chinesischen Ming Stil. Die Obaku-San Schule ist eine Zen-Buddhistische Richtung, die sich aus dem chinesischen Chan-Buddhismus entwickelt hat.

Anders als in Kyoto, wo alle Tempel von Touristen überflutet werden, ist im Manpuku-ji noch Ruhe und Entschleunigung zu finden. Als wir den Tempel besuchten, waren wir die einzigen Besucher.

 

Manpukuji

 

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