Sehenswürdigkeiten in Kyoto

Kyoto ist die alte Hauptstadt Japans mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Um die wichtigsten Tempel, Paläste und Stadtviertel zu erkunden braucht man mindestens 3 Tage. Um die Sehenswürdigkeiten auf dieser Seite zu sehen sollte man mindestens eine Woche in Kyoto verbringen. Für andere Attraktionen wie die Potoncho Gasse oder den Nishiki Markt siehe Restaurants in Kyoto. Den Byodo-in Tempel findest Du unter der Rubrik Uji.

 

Ryoan-ji

Der Steingarten (kare san sui) des Ryoan-ji ist der berühmteste Zen-Garten der Welt. Kein anderer Steingarten strahlt so viel Ruhe und Harmonie aus. Auf der Holzterrasse sitzen die Besucher und betrachten die rechteckige Fläche von 30x15 m. Die weißen Steine sind mit dem Rechen in Bahnen gezogen, nur 5 Inseln aus Moos und Stein unterbrechen die strenge Ordnung. Der Stadthalter Hosokawa Katsumoto starb 1473 im Onin-Krieg und verfügte, dass auf seinem Grundstück ein Zen Tempel errichtet werden sollte. Der Ryoan-ji Tempel wurde vom nahen Kloster Myoshin-ji unter der Leitung von Abt Giten errichtet.

Der Ryoan-ji gehört der Rinzai Schule an. Die Rinzai Schule praktiziert das Zazen (die Sitzmeditation in Ruhe), sie ist auch berühmt für Gartenkunst und Kampfkunst. Die Gebäude des Ryoan-ji brannten 1790 ab, der Steingarten von So-ami, der um 1500 entstand blieb erhalten. Die neuen Gebäude wurden auf den Steingarten ausgerichtet, der somit durch das Feuer an Bedeutung gewann. Der Steingarten ist im Süden und Westen von einer Mauer aus Öl und Lehm begrenzt, die ursprünglich mit einem Strohdach bedeckt war. Hinter der Mauer konnte man die Bergkette des Higashiyama sehen. Diese "geborgte Landschaft" ist heute durch die Bäume verdeckt. Die Bedeutung des Steingartens ist nicht bekannt. Es gibt aber verschiedene Interpretationen. 1. Die 15 Steine bilden 5 Inseln im Meer, 2. Man sieht 5 Bergspitzen die durch die Wolken brechen, 3. Eine Tigerin durchquert einen Fluss mit ihren Jungen, 4. Die Inseln repräsentieren die Zen Klöster der 5 Berge. Sehr wahrscheinlich ist keine der Interpretationen richtig oder falsch. Klopfe an den Himmel und lausche dem Klang.

 

Ryoan-ji Kinukake no michi

www.ryoanji.jp

 

Goldener Tempel Kinkaku-ji

Eigentlich heißt der Tempel Rokuon-ji (Rehgarten Tempel), er ist aber besser bekannt unter dem Namen Kinkaku-ji "Goldener Pavillon" Tempel. Der Goldene Pavillon wurde 1397 von Shogun Yoshimitsu errichtet, der Japan vereinte und 1394 seine Macht abgab. Er kaufte den Kitayama-Palast und errichtet hier seine Residenz. Nach dem Tod von Ashikaga Yoshimitsu im Jahr 1408 wurde die Residenz an die Rinzai-Zen Sekte übertragen.

Der "Goldene Pavillon" ist die Halle, in der sich die buddhistischen Reliquien des Zen-Tempels befinden, deren zwei Obergeschosse mit Blattgold vergoldete sind. Das Sockelgeschoss ist im eleganten Stil der Palastarchitektur gebaut worden, mit dunklen Holzkonstruktionen und weißen Ausfachungen. Im Erdgeschoss befindet sich der Amida Buddha, das höchste Heiligtum des Tempels. Amida bedeutet "grenzenloses Licht" und steht für Mitgefühl und Weisheit. Das erste Obergeschoss beherbergt die Bodhisattva Kannon auch als Gunayin bekannt. Die Göttin des Mitgefühls wird oft mit vielen helfenden Armen dargestellt. Das zweite Obergeschoss ist kleiner und hat abgerundete Fensterstürze, hier befinden sich weitere Bodhisattva Darstellungen. Oben auf dem Dach sitzt ein Fenghuang. Der Vogel ist in der chinesischen Mythologie ein Glückssymbol und Zeichen der Barmherzigkeit.

Das Anwesen gehört heute zum Zen Tempel Shokoku-ji, dem auch der "Silberne Pavillon" gehört. Der "Goldene Pavillon" steht auf einer Plattform im See und ist von drei Seiten von Wasser umgeben. Gemäß der buddhistischen Lehre sollen sich die Tempel in die Landschaft einfügen und die Harmonie zwischen Mensch und Natur verdeutlichen. 1950 wurde der Pavillon durch Brandstiftung zerstört. Der Goldene Pavillon überstand sogar den Onin Bürgerkrieg im 15. Jahrhundert unbeschadet. Der 1955 hat man den "Goldenen Pavillon" wieder aufgebaut. Der Kinkaku-ji ist die bekannteste Sehenswürdigkeit von Kyoto und neben dem Fuji San eines der Wahrzeichen von Japan.

 

Kagamiishi-Dori, Kita-ku

www.kinkaku-ji.de

 

Daitoku-ji

Der Daitoku-ji ist eine der größten und bedeutendsten buddhistischen Tempelanlagen in Japan. Der Daitoku-ji besteht aus verschiedenen kleineren Tempeln und großen, zenralen Bauwerken. Diese stehen in einer Reihe auf der Nord-Süd Achse. Der Daitoku-ji ist ein Zen-Buddhistischer Tempel der Rinzai-Schule. Der Tempelbezirk entstand ab 1315 unter der Leitung von Daito Kokushi. Der Name Daitoku-ji bedeutet "Tempel der großen Tugend".

Der Daitoku-ji ist berühmt für den Daisen-in, der sich im nördlichen Teil der Anlage befindet. Der Daisen-in war das Wohnhaus des Zen-Meisters Daisho, der dieses Gebäude 1509 errichten ließ. Dieses Gebäude ist ein Nationales Kulturerbe, weil es in Architektur, Gartenkunst und Malerei neue Maßstäbe setzte. Zudem gilt der Daisen-in als Ursprung für die japanische Tee-Zeremonie, weil hier Rikyu-Koji das Teetrinken kultivierte, der als Vater der Tee-Zeremonie gilt. Am bekanntesten ist jedoch der Steingarten Kare-Sansui. Er besteht aus 4 Bereichen, die sich um den Daisen-in verteilen. Die einzelenen Gärten heißen "Berge und Wasserfälle", der "Fluss", das "Mittlere Meer" und der "Ozean". In diesen Landschaftsbildern, die von Tuschezeichnungen inspiriert wurden, hat jeder Stein eine Bedeutung. In der Broschüre, die man vor Ort kaufen kann, werden diese erklärt. Die Malereien auf den Schiebetüren stammen teilweise von Motonobu Kano, der als größter Künstler der Muromachi Zeit (1333-1568) gilt.

Da man im Daisen-in leider nicht fotografieren darf, zeigt das Foto den Zuiho-in. Das ehemalige Wohnhaus des Zen-Meisters Mirei Shigemori wurde 1961 erbaut und befindet sich ebenfalls auf dem Gelände des Daitoku-ji. 

 

Daitoku-ji

 

Kiyomizu-dera

Die Tempelanlage von Kiyomizu-dera ist eine der schönsten in Kyoto. Von der über einem Bachlauf gebauten Holzterrasse, hat an den besten Blick über die Stadt. Der buddhistische Tempel wurde schon 798 gegründet. Die heutigen Gebäude entstanden hauptsächlich um 1630, da der Kiyomizu-dera 1629 zum größten Teil von einem Feuer zerstört wurde. Kiyomizu bedeutet Reines Wasser, weil der Tempel einer Legende zufolge an der Stelle errichtet wurde, an der Kannon (Bodhisattva des Mitgefühls) seit 200 Jahren saß und betete, bis ein junger Mönch namens Enchin vorbei kam und Kannon ihm auftrug seine Stelle einzunehmen. Der Besitzer des Landes Tamuramaro traff den Mönch auf der Hirschjagt. Enchin erzählte von seiner Begegnung mit Kannon und das Tamuramaro hier besser keinen Hirschen erlegen sollte. Das Hirschblut sollte seiner Frau bei der Niederkunft helfen. Aber Tamuramaro verzichtete auf den Hirsch und gab sein Land für den Tempel. Seither gilt das Wasser des Bachs über dem der Tempel steht als heilig und Gebete im Kiyomizu-dera sollen für eine unkomplizierte Geburt sorgen. Der Taizan-ji Tempel ist dafür der richtige Ort, er befindet sich südlich der großen Terrasse. Mann passiert den Brunnen mit dem heiligen Wasser und folgt dem Weg parallel zum Hang. Vor dem Taizan-ji (Einfache Geburt Tempel) steht eine kleine rote Pagode. Der Kiyomizu-dera ist aber für seine Haupthalle "Hon-do" berühmt mit der großen Holzterrasse. Im "Hon-do" befindet sich das größte Heiligtum des Tempels, eine elfköpfige Kannon Statue mit vielen Armen, die nur alle 33 Jahre gezeigt wird. Der "Kiyomizu-dera" gehört zu den Top-Sehenswürdigkeiten von Kyoto und ist dementsprechend überlaufen. Trotzdem ein Muss auf jeder Japan Reise. 

 

Kiyomizuzaka

www.kiyomizudera.or.jp

 

Yasaka Pagode

Die fünfstöckige Pagode des Hokanji-Tempels ist 49 m hoch und damit das dritthöchste Holzgebäude der Stadt. Sie wurde um 1440 erbaut, nachdem ihr Vorgängerbau einem Feuer zum Opfer fiel. Der eigentliche Yasaka Tempel (Hokanji) befindet sich ca. 500 m nördlich der Pagode, in der Shijo-Dori.

  

Ninenzaka, Higashiyama-ku

 

Nijo-jo Burg

Die Burg von Shogun Tokugawa Ieyasu wurde um 1600 errichtet. Ieyasu hatte seinen Hauptsitz in Edo (Tokyo) und baute die Nijo Burg in Kyoto fast ausschließlich als Machtdemonstration. Der Shogun nutze die Burg nur wenn er in Kyoto zu Besuch war. Ieyasu entmachtete den Kaiser und machte Edo zum Zentrum des Landes. Er hatte daher viele Feinde in Kyoto und brauchte eine Festung mit Wassergraben. Nijo-jo besteht aus zwei unterschiedlichen Teilen. Es gibt die Ninomaru-Residenz, die wie die Katsura Villa zu einem See ausgerichtete Wohnanlage und innerhalb des Wassergrabens eine zweite Festung mit Wassergraben und hohen Mauern als Fluchtburg. Die Ninomaru-Residenz ist berühmt für ihre zahlreichen Gemälde der Kano-Schule und die prächtigen Schnitzereien an den Gebäuden. Hier befindet sich auch der "Nachtigallen-Flur", ein Holzgang bei dem die Bohlen so verlegt wurden, dass ein zwitscherndes Geräusch entsteht, wenn man darüber läuft. Das Geräusch sollte den Shogun vor Ninja Attentätern warnen.

  

Horikawa-dori, Nakagyo-ku

 

Kennin-ji

Der Kennin-ji Tempel befindet sich im Stadtteil Higashiyama und ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten von Kyoto. Der Kennin-ji ist der älteste Zen-Tempel im Zentrum von Kyoto, er wurde 1202 von Minamoto no Yoriie gegründet. Der erste Abt des Kennin-ji war Myoan Yosai (Eisai), der sich in China zum Chan-Lehrer ausbilden ließ und dann in Fukuoka (Hakata) den Shofuku-ji Tempel gründete. Dort errichtete er 1195 die erste Zen-Schule Japans. In Kyoto unterrichtete er Zen-Buddhismus aber auch den traditionellen Tendai-Buddhismus. Der Kennin-ji entwickelte sich dadurch zu einem der führenden Zen-Tempel des Landes. Heute gehört der Tempel zur Rinzai Sekte.

In den Onin-Kriegen wurden viele der ursprünglichen Gebäude zerstört, die meisten Bauwerke stammen daher aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Die bekannteste Sehenswürdigkeit im Kennin-ji ist das Deckengemälde "Zwei Drachen" von Koizumi Junsaku, welches 2002 zum 800-jährigen Bestehen des Kennin-ji in der Hondo (Vorlesungshalle) angebracht wurde. Der Drachen ist ein Symbol der Zen-Buddhisten und man findet in manchen Tempeln mehr Drachen als Buddhas.

Der Kennin-ji ist auch berühmt für seine Gartenkunst. Weiße Kiesflächen mit Felsen und Bäumen auf Moosinseln gehören zu den besten ihrer Art in Japan. Sehr berühmt ist der Zen-Garten "Kreis - Dreieck - Quadrat", der sich zwischen zwei Gebäuden in der Nähe des Eingangs befindet.

Eine weitere Sehenswürdigkeit des Kennin-ji ist das Bild "Fujin und Raijin" von Tawaraya Sotatsu. Fujin und Raijin sind die beiden shintoistischen Götter für Gewitter und Wind, die auf einem goldenen Hintergrund auf Faltwände gemalt wurden.

 

Kennin-ji

www.discoverkyoto.com

 

Sanjusangen-do

Der Sanjusangen-do ist von außen unspektakuär, die lange Halle aus dunklem Holz, sieht aus wie ein Lagerschuppen. Das Besondere sind die 1.000 Kannon Skulpturen im Innenraum, die wie auf einer Tribüne stehen. Man läuft unten an den lebensgroßen Holzstatuen vorbei, die mit Goldfarbe angestichen wurden. Vor den Bodhisattvas stehen 33 Schutzgötter aus dem Indischen Volksglauben, die vom Buddhismus übernommen wurden. In der Mitte der Halle befindet sich eine große, sitzende Figur von Kannon Bodhisattva in Meditationshaltung mit 40 Armen, die budhistische Symbole halten. Als Besucher ist man überwältigt von der Anzahl der kunstvoll gearbeiteten Figuren und der andächtigen Ruhe in der großen Halle.

Der Tempel Rengeo-in (Sanjusangen-do) wurde im Jahr 1164 von Kaiser Goshirakawa in Auftrag gegeben, um das Land durch den Buddhismus zu befrieden. Der Tempel lag damals auf dem Grundstück des kaiserlichen Palasts. Als der Tempel 1249 durch ein Feuer zerstört wurde ließ in Kaiser Gosaga 1266 wieder aufbauen.

Der inoffizielle Name Sanjusangen-do bezieht sich auf die 33 Joche der großen Halle. Ein Joch ist die Fläche, die zwischen zwei Stützen liegt. San Ju San bedeutet 33. Nach buddhistischem Glauben, kann der Bodhisattva Kannon mit seinen 1.000 helfenden Händen alles Unglück der Welt beseitigen. Kannon kann sich in 33 Gestalten verwandeln und damit die Welt retten.

Der Sanjusangen-do liegt südlich des Nationalmuseums von Kyoto, im Stadtteil Higashiyama. Fotografieren ist im Gebäude verboten.

 

Sanjusangendo, Higashiyama

 

Yasaka Schrein

Der Yasaka Schrein liegt im Gion Viertel, auf einem Hügel am Endpunkt der Hauptstraße Shijo-dori. Daher ist er auch unter dem Namen Gion Schrein bekannt. Man betritt den Tempelbezirk durch das Nishiromon Tor, vor dem sehenswerte Wächterfiguren stehen. Man folgt dem Weg nach oben und kommt auf ein Plateau auf dem der Yasaka Schrein steht. Die Haupthalle ist ein Holzbauwerk mit rötlichen Stützen und weißen Wandflächen. Die Gläubigen können von außen Glocken läuten und für ihre Wünsche beten. In der Mitte des Platzes steht ein Pavilon an dem hunderten Papierlampen hängen. Der Yasaka Schrein wurde 656 für den Gozu-Tenno errichtet, einer Gottheit die zur Abwehr ansteckender Krankheiten verehrt wird.

Der Yasaka Schrein ist ein shintoistischer Tempel, der japanischen Volksreligion. Er wird besonders zu Neujahr und zum Kirschblütenfest von vielen Menschen besucht. Hinter dem Yasaka Schrein befindet sich ein Kirschgarten im Maruyama Park. Er ist auch bei chinesischen Touristinnen sehr beliebt, die hier im Kimono Selfies machen.

 

625 Gionmachi Kitagawa, Higashiyama Ward

 

Eikando

Der Eikando-Tempel schmiegt sich an den bewaldeten Hügel Daimonji-yama. Der Eikando ist einer der berühmtesten Zen-Tempel Japans, er ist der Haupttempel der Seizan Sekte, die zur Jodo Lehre gehört. Der "Eikando Zenrin-ji" wurde 853 vom Mönch Shinsho gegründet, einem Schüler von Kukai. Der Eikando ist berühmt für eine Amida Buddha Statue die statt wie üblich nach vorne zu sehen über die Schulter blickt. Für Besucher ist der Tempel besonders sehenswert, weil die Gebäude auf verschiedenen Höhen liegen und über Stege miteinander verbunden sind. Auch landschaftlich der Eikando Zenrin-ji mit seinem großen Garten und einem Teich viel zu bieten. Im Herbst ist es hier wegen der Blattfärbung besonders schön.

 

Eikando-cho 48, Sakyo-ku

www.eikando.or.jp

 

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Ginkaku-ji

Der Jisho-ji ist besser bekannt unter dem Namen Ginkaku-ji (Silberner Pavillon). Erbaut wurde der Tempel 1482 für den Shogun Ashikaga Yoshimasa. Der Silberne Pavillon wurde dem Goldenen Pavillon Kinkaku-ji nach empfunden, hat jedoch ein Stockwerk weniger. Der "Silberne Pavillon" ist eine Halle für den Bodhisattva Kannon und heißt eigentlich Kannon-den. Neben dem "Silbernen Pavillon" gibt es noch weitere Gebäude im Jisho-ji, das bekannteste ist der Togu-do aus dem 15. Jahrhundert.

Der Garten des Silbernen Pavillon zählt zu den schönsten Gärten von Kyoto. Die Tempelanlage ist in den bewaldeten Hang des Higashi Bergs gebaut worden, der Silberne Pavillon liegt an einem reizvollen See mit schön gestalteter Uferlinie. Außergewöhnlich groß ist der Steingarten, aus weißem Kies. Weißer Sand wurde früher benutzt um einen heiligen Ort zu markieren oder einen Ort spirituell zu reinigen. Hier wurde der weiße Sand zu einem hohen Kegel aufgeschüttet, der an den Fujiyama erinnert. Dieser Kegel heißt Kogetsudai "Plattform zum Betrachten des Monds". Da Japanische Gärten oft Landschaftsbildern nachempfunden wurden, dient der weiße Sand auch dazu, den Kontrast zu dunklen Flächen zu erhöhen, wie in einer Tuschezeichnung. Dieser Effekt wird sichtbar, wenn man den Hang hinaufsteigt und von oben auf den Garten blickt. Der Jisho-ji liegt am Hang des Higashiyama, dadurch dass Shogun Yoshimasa hier zahlreiche Künstler beschäftigte wurde der Ort zum Begriff in der japanischen Kunstgeschichte. Die Künstler beeinflussten sich gegenseitig und prägten eine ganze Epoche, die bis heute Higashiyama-Kultur genannt wird.

 

Ginkaku-ji  

www.shokoku-ji.jp

 

Katsura Villa

Die kaiserliche Villa Katsura ist eine Gruppe von Gebäuden in einem traumhaft schönen Garten. Der Name "Katsura" kommt von dem Fluss Katsura der neben dem Grundstück fließt. Die Katsura Villa entstand als die Macht von Kyoto nach Edo (Tokyo) wechselte. Der Shogun Tokugawa Ieyasu eroberte die Macht durch militärische Siege. Er verlegte die Verwaltung nach Edo, ließ aber den Kaiser in der Hauptstadt Kyoto zurück. Der Kaiser durfte sich als Ausgleich eine prächtige neue Residenz bauen. Katsura war der "Goldene Käfig" für den entmachteten Kaiser. "Der entlegen Palast" Katsura no rikyu wurde ab 1620 auf einem Anwesen der Fujiwara Familie von Prinz Toshihito errichtet. Sein Sohn Toshitada fügte bis 1642 weiter Gebäude hinzu. Die Gartengestaltung stammt von Kobori Masakazu genannt "Enshu", dem bekanntesten Gartenarchitekt der damaligen Zeit. Katsura ist ein Musterbeispiel der japanischen Gartenkunst und Architektur. Wie bei den Zen-Tempeln werden Garten und Gebäude zu einer harmonischen Einheit. Die kaiserliche Villa wurde im Shoin-Stil errichtet. "Shoin" ist das Studierzimmer, um das alle anderen Räume angelegt wurden. Vom Studierzimmer blickt man in den Garten, durch Schiebewände (fusuma) kann man den Raum vergrößern oder verkleinern. Die Villa besteht aus drei Shoin Zimmern, die versetzt hintereinander stehen und sich zum See hin orientieren. Die Gebäude sind nach einem Raster aus Tatami-Matten geplant und stehen auf dünnen Holzstützen über dem Boden. Die einfachen, klaren Formen, die ohne Verzierungen auskommen sind stilprägend für japanisches Design. Wegbereiter der modernen Architektur wie Walter Gropius und Bruno Taut besuchten die Katsura Villa und erkannten viele Parallelen zur modernen Architektur. 

Die "Katsura Villa" gehört zur Verwaltung der kaiserlichen Gebäude The Imperial Household AgencyKunaicho. Die kaiserlichen Anlagen können nur nach Voranmeldung auf der Webseite (siehe Link) von Kunaicho besucht werden. Die Termine sind schnell ausgebucht, man sollte daher ca. 3 Monate vorher reservieren. 

 

Misono Katsura, Nishikyo-ku

www.kunaicho.go.jp

 

Saiho-ji (Moos-Tempel)

Der Saiho-ji wird auch Koke-dera (Moos-Tempel) genannt, weil er berühmt ist für seinen Moos-Garten. Hier sind alle Bodenflächen von Moos bewachsen, was den Garten selbst in Kyoto einzigartig macht. Der Saiho-ji ist ein Zen-Tempel mit verschiedenen Bereichen, neben dem in ganz Japan berühmten Moos-Garten gibt es auch einen Stein-Garten. Der Saiho-ji wurde 1339 vom Zen-Mönch Muso Soseki auf einer bestehenden Tempelanlage aus dem 8. Jahrhundert angelegt. Allerdings wurde der Saiho-ji im Onin Krieg um 1470 zerstört und lag danach lange Zeit brach. Die Tempelanlage wurde später nach den alten Vorbildern rekonstruiert, ist aber dennoch anders als der ursprüngliche Garten von Soseki. Der Koke-dera bezaubert aber nach wie vor die Besucher durch seinen samtigen Moosbelag, der im Sonnenlicht für einen einzigartigen Schimmer sorgt. Der Saiho-ji kann nur nach Voranmeldung bei der Prefectur Kyoto besichtigt werden (siehe Link).

 

56 Jingatani-cho, Matsuo, Nishikyo-ku

www.pref.kyoto.jp/visitkyoto/en

 

Heian Schrein

Der Heian Schrein wurde 1895 eröffnet, in diesem Jahr wurde Kyoto 1.100 Jahre alt. Damals war Kyoto die Hauptstadt Japans und hieß Heian-kyo. Der Schinto-Schrein wurde also zur Feier der Gründung von Kyoto erbaut. Am 22. Oktober endet hier das Jidai-Matsuri, eine Umzug mit historischen Kostümen aus der Geschichte Kyotos.

Etwa 300 m südlich des Heian-jingu steht ein rotes Tori. Das 24 m hohe Tori ist das zweitgrößte Japans und aus Strahlbeton. Auf dem Foto sieht man das Eingangstor Otemmon, dahinter öffnet sich ein großer Platz, der komplett von Gebäuden umschlossen wird. Im Norden befindet sich die Haupthalle Daigoku-den, die von zwei sehenswerten Eckpavillons flankiert wird.

Der Garten des Heian Schreins ist ebenfalls sehr sehenswert, besonders die überdachte Holzbrücke Taihei-kaku von der man einen wunderschönen Blick auf den großen See hat. Der Götter-Garten Shin-en wurde von Ogawa Jihei angelegt. Der Eingang liegt etwas versteckt, westlich der Haupthalle.

 

Okazaki Nishitennocho, Sakyo Ward

 

Higashi Honganji

Der Tempel Ishiyama Honganji befand sich ursprünglich auf dem Gelände der Burg von Osaka. Kaiser Hideyoshi verlegte den Tempel nach Kyoto und gab den buddhistischen Mönchen ein großes Grundstück im Süden der Hauptstadt. Der neue Kaiser Ieyasu Tokugawa teilt den Tempel in einen westlichen Nishi Honganji und einen östlich Higashi Honganji. Beide Tempel gehören zur gleichen buddhistischen Schule, der Jodo-Shinshu (Die wahre Lehre vom Reinen Land). Der Haupttempel ist der Nishi Honganji, der dem Higashi Honganji sehr ähnelt.

Der Higashi Honganji ist der größere der beiden Tempelanlagen. Schon das 1911 erbaute Eingangstor Goei-do Mon beeindruckt den Besucher durch seine Größe und Eleganz. Wenn man das Tor hintersich gelassen hat, steht man auf einem großen Platz mit zwei gewaltigen Hallen aus dunklem Holz. Die große Halle Miei-do (Foto) wurde mehrfach durch Feuer zerstört und 1895 neu errichtet.

Beide Tempelanlagen liegen rund 500 m voneinander entfernt, nördlich des Hauptbahnhofs. Zum Honganji Tempel gehört auch der Shosei-en Garten, der etwa 300 m östlich des Higashi Honganji liegt. Er wurde vom berühmten Gartenplaner Kobori Masakazu, besser bekannt als Enshu angelegt.

 

Higashi Honganji

 

Kyoto-Tower

Der Kyoto-Tower befindet sich gegenüber vom Hauptbahnhof. Der Fernsehturm wurde 1964 auf ein neunstöckiges Gebäude gesetzt. Auf 100 m Höhe befindet sich die Aussichtsplattform von der man einen spektakulären Blick über die Stadt und ihre grünen Hänge hat. 

  

Karasuma-dori, Shimogyo-ku

www.kyoto-tower.co.jp

 

Tenryu-ji

Der Tenryu-ji ist die bekannteste Sehenswürdigkeit in Arashiyama im Bezirk Ukyo. Der Stadtteil liegt im Nordwesten von Kyoto und ist ein beliebtes Ausflugsziel der Stadtbewohner, die Arashiyama am Wochenende überfluten. Wie viele andere buddhistische Tempel in Kyoto, war der Tenryu-ji zuvor eine kaiserliche Residenz. Es war die Villa von Tenno Kameyama, der 1305 verstarb. Um seinen Geist zu besänftigen, wurde die Anlage 1339 zu einem zen-buddhistischen Tempel der Rinzai Schule. Tatsächlich stand auf diesem Grundstrück der erste Zen-Tempel Japans, der Danrin-ji. Dieser Tempel wurde von der Kaiserin Tachibana no Kachiko gegründet, die hier um 840 ein Nonnenkloster errichten ließ. Der Danrin-ji brannte 928 ab und das Grundstück wurde mit kleineren Gebäuden als Landsitz von mehreren Kaisern genutzt.

Der Tenryu-ji Tempel liegt am Fuß des Berges Kameyama. Zwischen dem bewaldeten Berghang und der Haupthalle (Hondo) liegt der Teich. Dadurch ist dieser wunderbar gestaltete See das Zentrum der Anlage. Der Garten wurde von keinem Geringeren gestaltet als von dem berühmten Zen-Meister Muso Soseki, dem Begründer der japanischen Teezeremonie. Muso Soseki war der erste Abt des Tenryu-ji und auch die Gartenplanung des Kaisers wurde schon nach seinem Konzept verwirklicht. Um die finanziellen Mittel für den Bau des Tenryu-ji aufzubringen schickte Shogun Ashikaga Takauji zwei Handelsschiffe nach China. Mit dem Erlös aus diesem Handel wurde der Tempel ermöglicht. 1345 wurde der Tenryu-ji fertiggestellt. 

Das große Feuer von 1864 zerstörten fast alle Gebäude des Tempels, nur die Zendo Halle blieb erhalten. Die meisten Gebäude wurden zwischen 1900 und 1934 wieder aufgebaut. Nach der Meiji-Restauration verlor der Tenryu-ji den größten Teil seiner Fläche.

Der Tenryu-ji ist bekannt für seinen schönen Garten. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist aber die Haupthalle Hojo in der Abt des Tenryu-ji lebte. Von hier hat man den schönsten Blick auf den Zen-Garten. Sehenswert ist auch das Gemälde des Drachen von Kayama Matazo an einer Trennwand des Hojo. Kayama Matazo hat auch das große Deckengemälde des "Wolkendrachen" in der Hatto (Dharma Halle) gemalt. Hierfür muss man ein extra Ticket kaufen. Die Hatto befindet sich vor dem Eingang zum Tenryu-ji auf der linken Seite.

 

Wie kommt man hin?

Der Tenryu-ji ist relativ leicht zu finden. Vom Bahnhof Arashiyama Station kommt man auf die Hauptstraße, hier geht man nach Norden (rechts) und an der nächsten Kreuzung (ca. nach 100 m) nach links. Dann etwa 300 m geradeaus und man steht vor dem Eingang des Tenryu-ji.

 

Tenryu-ji

www.tenryuji.com

 

Gioji Tempel

Der Gioji ist ähnlich wie der berühmte Saiho-ji, ein Moostempel. Der kleine Tempel liegt etwas versteckt im Wald, in den Bergen nördlich von Arashiyama. Wenn man vom Bambuswald zum Nenbutsu Tempel läuft, liegt der Gioji fast auf dem Weg. Der Gioji ist in Japan bekannt, weil er in der Heike Monogatari vorkommt. Einer Samurai-Geschichte über den Fall der Taira Familie. Große Bauwerke gibt es hier nicht zu bestaunen, der Reiz des Tempels liegt in seinem Garten, dessen Boden komplett mit Moos bedeckt ist.

Auf der Webseite des Tempels (siehe Link) gibt es eine Wegbeschreibung.

 

Gioji Ukyo Ward Kyoto

www.giouji.or.jp/en

 

Adashino Nenbutsu-ji

Der Adashino Nenbutsu-ji entwickelte sich aus einem Friedhof. Noch heute sind die für Verstorbe aufgestellten Figuren, das prägende Element des Nenbutsu Tempels. Der Adashino Nenbutsu-ji entstand schon um das Jahr 800 als Kyoto zu Hauptstadt wurde und die Toten noch im Wald bestattet wurden. Der Tempel liegt sehr idyllische in den Hügeln, nördlich von Arashiyama.

 

Sagatoriimoto Adashinocho, Ukyo Ward

 

Otagi Nenbutsu-ji

Wenn man dem Weg vom Adashino Nenbutsu-ji weiter inach oben folgt, kommt man zum Otagi Nenbutsu-ji. Der Tempel liegt an einem Hang im Wald. Der Eingang befindet sich aber noch an der Straße. Von hier steigt man eine Treppe nach oben und kommt an eine Terasse, auf der sich der Tempel befindet. Rings um den Tempel sieht man hunderte von verwitterten Steinköpfen, die teilweise mit Moos bewachsen sind. Die Rakan genannten Figuren sind buddhistische Figuren, bei denen ihre Schwächen betont werden. Dadurch wirken die Figuren etwas seltsam.

 

2-5 Sagatoriimoto Fukatanicho, Ukyo Ward

 

Fushimi Inari Taisha

Der Fushimi-Inari-Taisha ist einer der ältesten Shinto-Schreine in Kyoto und der Shinto-Schrein mit den meisten Besuchern in Japan. Berühmt ist der Inari Tempel für die Gänge mit unzähligen orangenen Torii, die sich den Berg hoch schlängeln. Oben am Berg stehen mehrere Tempel. Schutzgott des Shinto-Heiligtums ist der Fuchs, auf Japanisch "Kitsune". Der Fuchs steht für "Inari", dem Gott des Ackerbaus. An den Altären im Fushimi-Inari Tempel befinden sich viele Fuchs Darstellungen, denen die Pilger Opfergaben bringen. Der Fushimi Inari ist eines der beliebtesten Fotomotive von Kyoto.

 

68 Fukakusa Yabunouchicho, Fushimi-ku

http://inari.jp

 

Stadtplan Sehenswürdigkeiten Kyoto

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Reiseführer Kyoto

Willkommen in Kyoto

Kyoto war von 794 bis 1869 die Hauptstadt Japans. Über 1.000 Jahre war "Heian-kyo", wie die Stadt damals genannt wurde das kulturelle Zentrum des Landes. In dieser Zeit entstanden unzählige Tempel und Paläste. Der normale Tourist, der 3-4 Tage in Kyoto verbringt muss eine Auswahl treffen, alle Sehenswürdigkeiten sind in der kurzen Zeit nicht zu schaffen. Der Regiopia Reiseführer stellt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten vor. Zur besseren Orientierung sind die Sehenswürdigkeiten nach ihrer Lage in Kyoto geordnet. Unter jeder Sehenswürdigkeit befindet sich ein Link zu Google Maps, damit Du den Ort schnell finden kannst. 

 

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