Das Tote Meer

Das Tote Meer liegt zwischen Israel und Jordanien, rund 25 Kilometer östlich von Jerusalem. Das Tote Meer ist mit über 400 m unter Normal Null der tiefste Punkt der Erdoberfläche. Das Tote Meer wird vom Jordan gespeist, dessen Wasser aber nicht ausreicht um die Verdunstung auszugleichen. Zudem verhindert das 1.400 m hohe Judäische Gebirge das Niederschlag vom Mittelmeer den Salzsee erreicht. So trocknet das Tote Meer immer weiter aus und der Salzgehalt steigt weiter an. Der Salzgehalt von 32% bewirkt das Menschen nicht untergehen können und wie eine Luftmatratze auf dem Meer treiben. Durch den Rückzug des Wassers ist die Küstenline porös. An vielen Stellen entlang der Küste gibt es Sinkholes (Erdlöcher), die teilweise mit Wasser vollgelaufen sind (Foto). Diese entstehen weil das Salz, das früher unter dem Meer abgelagert wurde durch Regen ausgewaschen wird. Deshalb ist es lebensgefährlich auf diesen Flächen zu laufen. An das Tote Meer kommt man nur an wenigen Stellen, die als sicher gelten. In den letzten 40 Jahren ist der Wasserspiegel des Toten Meeres um rund 30 m gefallen.

Kibbuz En Gedi

En Gedi ist ein Kibbuz am Toten Meer, das an einer Quelle errichtet wurde. Das seltene Nass macht En Gedi zu einer Oase in der Wüste, hier wachsen Palmen, Blumen und Kakteen. En Gedi heißt übersetzt "Quelle der kleinen Ziege". Das Kibbuz En Gedi entstand 1953 direkt an der Waffenstillstandslinie von 1949, heute leben hier rund 550 Menschen. Der Legende nach wurde David hier zum Nachfolger von König Saul erklärt. Das En Gedi Nature Reserve eignet sich für Wanderungen in die beiden fruchtbaren Schluchten Wadi Arugot und Wadi David. In En Gedi gibt es auch einen Botanischen Garten mit vielen exotischen Pflanzen aus Madagaskar. Zwischen Kibbuz und Wadi David liegt die Alte Synagoge, eine Ruine aus byzantinischer Zeit mit sehenswertem Mosaik. Im Kibbuz werden Datteln und Pomelos angebaut, es gibt Restaurants ein Spa und mehrere Hotels.

 

En Gedi 

En Gedi Beach

Das Tote Meer liegt schon über einen Kilometer von En Gedi Beach entfernt. Eine Touristenbahn fährt die Urlauber mittlerweile zum Wasser. En Gedi Beach ist eine der wenigen Stellen, an denen man überhaupt noch im Toten Meer baden kann. Hier gibt es auch den berühmten schwarzen Schlamm, mit dem man sich komplett einschmieren kann. Soll gut für die Haut sein. Wegen Bodensenkungen muss das Bad öfters geschlossen werden. Man sollte sich vor dem Besuch über den aktuellen Stand informieren.

Masada

Die Bergfestung Masada ist das Symbol für den Widerstand des jüdischen Volkes gegen Versklavung und Unterdrückung. Masada wurde ironischer Weise von Herodes (73-4 vC) errichtet, dem römischen Vasallen-König der Judäa unterdrückte. Herodes befürchtete einen Aufstand und ließ Masada zwischen 40-30 vC als Fluchtburg bauen. Er ließ Zisternen anlegen und baute zwei Paläste auf dem Gipfel. Herodes hatte Glück, der Aufstand der Juden kam erst im Jahr 66 nC. Der ehemalige Palast von Herodes wurde als römische Garnison genutzt und von den aufständischen Juden erobert. Titus ließ den Zweiten Tempel in Jerusalem 70 nC niederreißen, Masada blieb das letzte Widerstandsnest in Judäa. Dort verschanzten sich 960 Menschen und bauten Synagogen und Wohnhäuser. Die kleine jüdische Stadt auf dem Plateau wurde von Rom ab 73 nC belagert. Die Römer bauten Kastelle rund um Masada und schütteten eine Rampe auf, von der sie die Festung 74 nC angriffen. Die jüdischen Rebellen wollten lieber sterben als von den Römern versklavt zu werden. Die Rebellen von Masada wären wohl im Kolosseum von Löwen gefressen oder ans Kreuz geschlagen worden. Der Freitod war für sie die bessere Option. Da sie sich wegen ihres Glaubens nicht selbst töten durften wurden einige Männer als Vollstrecker ausgewählt, die die anderen töten sollten. Als die Römer Masada eroberten waren alle Rebellen schon tot, nur ein paar Frauen und Kinder hatten sich in einem Brunnen versteckt und konnten von den Ereignissen berichten.

Seitdem gilt Masada als Symbol für den Widerstand, lieber zu sterben als von fremden Mächten unterdrückt zu werden.

Masada ist eine Ruinenstadt, nur wenige Gebäude sind noch zu erkennen. Tafel erklären die einzelnen Bereiche mit anschaulichen Illustrationen. Am besten erhalten sind die Bereiche Westlicher Palast und Nördlicher Palast. Der Rest des Plateaus ist steinige Wüste. Von Masada sieht man das Tote Meer, Jordanien und die Grundrisse der römischen Kastelle.

Wie kommt man auf den Gipfel?

Es gibt 3 Möglichkeiten auf das Plateau zu kommen. Der Snake Path windet sich an der Seite zum Toten Meer die 400 Höhenmeter auf den Gipfel. Der Aufstieg wird mit 45 Minuten angegeben. Temperaturen von 35-40 °C sind nicht für Jeden geeignet. Auf dem Gipfel gibt es keinen Schatten und kein Kiosk. Man sollte genügend Wasser mitnehmen.

Der Ramp Path folgt der römischen Belagerungsrampe auf der Westseite von Masada. Zum Parkplatz an dem der Ramp Path anfängt, kommt man über die Landstraße von Arad. Der Aufstieg ist deutlich kürzer, die Zeit wird mit 15 Minuten angegeben. Viele Touren von Tel-Aviv nehmen diesen Weg. 

Am schnellsten und bequemsten kommt man mit der Massada Seilbahn vom Toten Meer nach oben. Für 74 NIS rund 18-19 € (Stand 2018) ist man nach wenigen Minuten auf dem Gipfel.

Busse nach Masada (Totes Meer): 444 und 486 von/nach Jerusalem, 834 und 853 von/nach Tel-Aviv und weitere Verbindungen in andere Städte Israels.  

 

En Boqeq

En Boqeq ist ein Ferienort am Toten Meer mit großen Hotelanlagen, Restaurants und Geschäften. Der Ort ist weitläufig und hat Null Charme aber man kann zu Fuß an den Strand laufen. Von En Boqeq kann man mit dem Sammeltaxi (ca. 25 NIS/Person Stand 2018) zum 15 Kilometer entfernten Masada fahren, Überlandbusse fahren von En Boqeq nach Jerusalem und Eilat. Wir sind um 9:00 Uhr in Jerusalem los gefahren und waren um 11:15 Uhr in En Boqeq.

En Boqeq Beach

Der große Vorteil von En Boqeq ist der Strand der sich nicht weiter von der Stadt entfernt, weil es sich hierbei um ein Wasserbecken zur Salzgewinnung handelt, das einen fast konstanten Wasserstand hat. Das ist der Unterschied zu En Gedi wo man einen immer weiteren Weg zum Wasser hat, wenn das Bad überhaupt geöffnet hat. In En Boqeq hat man einen schönen Sandstrand aus orangen Wüstensand, Duschen und Umkleiden.

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Tagesausflug Totes Meer

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