Der See Genezareth

Der See Genezareth befindet sich im Norden von Israel. Der See ist eines der berühmtesten Pilgerziele von christlichen Besuchern im Heiligen Land. Jesus Christus lebte in Nazareth, einer kleinen Stadt rund 25 Kilometer westlich des Sees. Rund um den See Genezareth gibt es viele Orte an denen Jesus zu seinen Jüngern sprach. Am bekanntesten ist die Bergpredigt und der Ort der Brotvermehrung. Beide Orte liegen im Norden des Sees. Simon Petrus war Fischer am See Genezareth und wurde von Jesus zu seinem Nachfolger bestimmt. Petrus ging nach Rom und gründete dort die erste christliche Gemeinde.

Neben der religiösen Bedeutung ist der See Genezareth auch der tiefste Süßwassersee der Welt. Der Wasserspiegel liegt rund 210 m unterhalb des Meeresspiegels. Der See Genezareth hat eine Fläche von 165 km². Der See ist rund 20 Kilometer lang und 12 km breit. Die tiefste Stelle liegt bei 43 m unterhalb der Wasseroberfläche. Die größte Stadt am See Genezareth ist Tiberias, von hier fahren auch Ausflugsboote auf den See. In Tiberias gibt es auch die meisten Hotels und Restaurants am See.

Der See Genezareth wird vom Jordan und anderen kleinen Bächen an den Golanhöhen gespeist.

 

See Genezareth

 

Brotvermehrungskirche

Die Brotvermehrungskirche liegt in Tabgha, einem kleinen Ort im Norden des See Genezareths. Hier fand nach dem Matthäusevangeliums die Speisung der 5.000 statt. Dies gilt als eines der Wunder die Jesus volbracht haben soll. Mit 5 Broten und zwei Fischen machte er 5.000 Menschen satt, die im zum See Genezareth gefolgt waren.

Im 4. Jahrhundert wurde an dieser Stelle eine Kirche errichtet, von der nur noch Mosaikböden erhalten sind. Im Jahr 1889 wurde das Grundstück von deutschen Katholiken gekauft. Die heutige Kirche wurde erst 1982 von den Kölner Architekten Georgen + Baumann im byzantinischen Stil errichtet. Die Brotvermehrungskirche wird von den Benediktinern verwaltet, die ihren Sitz am Berg Zion in Jerusalem haben.

Tabgha

www.tabgha.net

 

Kapernaum

Der Ort Kapernaum oder Kafarnaum liegt etwa 3 Kilometer östlich von der Brotvermehrungskirche am Nordufer des Sees. Hier soll Jesus einige Zeit gelebt haben. Auch einige seiner Jünger sollen aus dem Ort stammen. Zur Zeit von Jesus war Kapernaum ein Grenzposten an der Straße nach Damaskus. Auf dem Berg oberhalb der Stadt soll Jesus die berühmte Bergpredigt gehalten haben.

Etwa 1 Kilometer oberhalb der Brotvermehrungskirche steht ein griechisch-orthodoxes Kloster, welches vom italienischen Diktator Mussolini beauftragt wurde. Die Kirche der Seligpreisungen steht an der Stelle, an der Jesus die Bergpredigt gehalten haben soll.

In Kapernaum gibt es eine Ausgrabungsstätte mit einer alten Synagoge (Foto), die um 100 nach Christus errichtet wurde.

 

Kapernaum

 

Der Jordan

Der Jordan ist einer der bekannteste Fluss der Welt. Der kleine Fluss entspringt in den Golanhöhen und entsteht aus dem Zusammenfluss von zwei kleineren Flüssen im Ort Sde Nehemia, rund 30 Kilometer nördlich des See Genezareths. Der Jordan mündet im Norden des Sees und verläst ihn im Süden bei Degania. Er fließt durch das Jordantal und bildet die Grenze zwischen Israel und Jordanien. Etwa 105 Kilometer südlich des See Genezareths mündet der Jordan ins Tote Meer. Am tiefsten Punkt der Erde gibt es keinen Abfluss, das Wasser des Jordans verdunstet und bildet einen extrem salzhaltigen See.

 

Jordan

 

Taufstelle am Jordan

Die Taufstelle Yardenit befindet sich kurz nachdem der Jordan den See Genezareth in Richtung Süden verlassen. Die Taufstelle liegt in einer seichten Flussbiegung. Yardenit ist ein großes Taufzentrum mit Umkleidekabinen und Geschäften. Metallzäune im Wasser verhindern, dass Nichtschwimmer im Jordan untergehen. Gerade Baptisten aus den USA lassen sich hier in großen Gruppen taufen.

Jesus Christus wurde von Johannes dem Täufer im Jordan getauft. Allerdings nicht in Yardenit sondern in al-Maghtas, im heutigen Jordanien.

 

Yardenit

 

Kreuzritterburg Belvoir

Die Burg Belvoir wurde um 1180 vom Johanniterorden errichtet, um das wichtige Jordantal zu kontrollieren. Die Burg befindet sich auf einer Anhöhe, die den Jordan um 540 m überragt. Von Belvoir kann man den See Genezareth und etwa 30 Kilometer des Jordantals überblicken. Belvoir war ein wichter Posten, um das Königreich Jerusalem zu verteidigen. Nach der Schlacht von Hattin 1187 musste sich das Kreuzritter Heer geschlagen geben. Saladin hatte die Christen bei Tiberias mit einer Übermacht vernichtend geschlagen und noch im gleichen Jahr Jerusalem erobert. Die Burg Belvoir wurde aufgegeben und von Saladin zerstört, damit die Kreuzfahrer sie nicht wieder benutzen konnten. Trotzdem ist Belvoir die am besten erhaltene Kreuzritterburg in Israel.

 

Belvoir

 

Bet Shean

In Bet Shean oder Beit She'an befindet sich die größte und sehenswerteste Ausgrabungsstätte in Galiläa. Auf dem Siedlungshügel befand sich eine bronzezeitliche Siedlung der Kanaaniter. Ab 1450 vor Christus gelangte Tell el-Hösn unter den Einfluss Ägyptens. Ab 1.000 vC gehörte der Ort zum Königreich Israel. Im Jahr 732 vC wurde der Siedlungshügel von den Assyrern erobert und zerstört. Sehr wahrscheinlich wurde der Ort danach verlassen.

Um 60 vC gründeten die Römer eine neue Stadt am Fuße des Hügels. Aus dieser Zeit stammen die meisten Ruinen im archäologischen Park. Das Amphitheater und viele Säulen sind gut erhalten. Nach der Eroberung durch muslimische Kämpfer 636 ging es mit der Stadt stetig bergab. Nur noch wenige Menschen lebten hier als die Kreuzritter die Stadt 1099 einnahmen. Die Ritter befestigten den Ort. Nach der Eroberung durch Saladin 1183 war die Zeit von Bet Shean zu Ende.

 

Bet Shean

www.parks.org.il/reserve-park

 

Karte See Genezareth

Anzeigen

Reiseführer See Genezareth

Anzeigen

Anzeigen