Be'er Sheva

Die Stadt Be'er Sheva ist das Tor zur Negev. Be'er Sheva hat rund 220.000 Einwohner und liegt an der Grenze zwischen dem fruchtbaren Teil Israels und der Wüste. Die Stadt liegt rund 90 Kilometer südlich von Tel Aviv. Für die Fahrt über die Autobahn 6 und die Landstraße 40 sollte man rund 1,5 Stunden einplanen. Nach Eilat sind es rund 220 Kilometer. Be'er Sheva hat ein kleines Zentrum mit niedriger Bebauung. Das Zentrum liegt rund um den French Commando Circle mit zwei Metallpferden. Be'er Sheva wächst schnell, es entstehen viele Wohntürme in der ganzen Stadt, trotzdem ist es keine interessante Stadt in der man viel Zeit verbringen müsste. Zu den Sehenswürdigkeiten von Be'er Sheva gehört das Negev Art Museum, der Türkische Bahnhof und der Abrahams Brunnen.

Dieser Negev Reiseführer zeigt die sehenswerten Orte entlang der Landstraße 40 und 90 nach Eilat und auf dem Rückweg über die 90 Richtung Totes Meer und dann über die 25 zurück nach Be'er Sheva.

 

Be'er Sheva

 

Sde Boker

Sde Boker ist ein Kibbutz in der Negev, hier lebte Ben Gurion zwischen 1953-1955. Nach seinem Rücktritt 1963 zog er wieder hier ein und lebte bis 1973 in diesem Haus. Sein Wohnhaus ist erhalten und befindet sich in einem Museumspark. Das Ben Gurion Haus in Sde Boker ist ein bescheidenes Holzhaus mit Arbeitszimmer, Küche und Wohnzimmer. Ben Gurion zog in die Negev, weil er darin die Zukunft seines Landes sah. "Make the desert bloom", die Wüste fruchtbar machen, ist die Lösung für Israel. Dieses Ziel wird im Ben Gurion Desert Home Museum anschaulich erklärt.

Das Grab von Ben Gurion befindet sich ebenfalls in Sde Boker, allerdings am südlichen Stadtrand auf einer Anhöhe, von der man weit in die Wüste sehen kann.

Sde Boker

www.ben-gurion.co.il

 

Wadi Hawarim

Rund 2 Kilometer hinter Sde Boker gibt es einen Aussichtspunkt, von dem man die Wüste zu ersten Mal richtig sieht. Das Schild Wadi Hawarim führt zu einem staubigen Parkplatz von dem man in das darunter liegende Tal blicken kann. Wen man dem ausgetrockneten Flussbett nach unten folgt, kommt man wieder nach Sde Bocker.

 

Wadi Hawarim

 

En Awdat National Park

Der En Awdat National Park bietet eine beeindruckende Schlucht, mit steil abfallenden Klippen. Das Tal entstand durch den Wadi Zin, der sich seinen Weg durch das Avdat Plateau geschnitten hat. Der En Awdat National Park hat zwei Eingänge, der untere befindet sich im Tal und kann über eine Straße von Sde Boker erricht werden. Von hier kann man in den Canyon wandern. Der andere Eingang befindet sich an der Landstraße 40. Von hier darf man jedoch nicht in den Canyon absteigen. Es gibt eine Aussichtsplattform von der man ins Tal blicken kann (Foto).

 

En Awdat

 

Nahal Zin

Der Nahal Zin oder auch Wadi Tsin geschrieben ist der Fluss, der den Canyon des En Awdat Nationalparks geschaffen hat. Wenn man am oberen Parkplatz des En Awdat zum Aussichtspunkt läuft, sieht man das Flussbett des Nahal Zin. Wenn man im Frühjahr kommt ist manchmal noch Wasser zu sehen. Die Wadis können sehr gefährlich werden, wenn sie Wasser führen. Die Sturzflut kommt meist sehr plötzlich, wenn es einen Tag zuvor in den Bergen geregnet hat. Man sollte sich am Eingang erkundigen, ob man im Flussbett wandern kann. Das Wasser sollte man nicht trinken und stattdessen genügend Trinkwasser mitnehmen.

 

Nahal Zin

 

Avdat

Mitten in der Negev liegt die Ruinenstadt Avdat. Sie war eine Station auf der Weihrauchstraße der Nabatäer, die ihr Reich von Petra aus kontrollierten. Die Weihrauchstraße führte von Saba im heutigen Jemen, über die Arabische-Halbinsel zum Hafen von Gaza. Von hier wurde die kostbare Ware nach Europa verschifft. Entlang der Karawanenstraße gab es viele Versorgungsposten. Avdat liegt auf einem Hügel oberhalb der Straße und kontrollierte diesen Abschnitt seit ca. 400 vC. Die Stadt florierte bis in die byzantinische Zeit, erst mit der Eroberung durch die Araber im Jahr 636 begann der Verfall. Ab 1870 wurden die Ruinen archäologisch Untersucht. 2005 wurde Avdat zusammen mit weitern Stationen auf der Weihrauchstraße zum UNESCO Welterbe erklärt.

In Avdat gibt es viele gut erhaltene Bauwerke. Die Stadtmauer unterstreicht die Wehrhaftigkeit der Siedlung, die unter den Römern ein zusätzliches Militärlager in der Nähe hatte. Innerhalb der Stadtmauer findet man einen Palast, Tempel und Kirchen. Außerhalb der Mauer sind Überreste einer Weinpresse, ein römischer Wachturm und die Fundamente der Siedlung zu sehen.

 

Avdat

 

Mitzpe Ramon

Das 5.000 Seelen Nest Mitzpe Ramon liegt direkt am Kraterrand des Machtesch Ramon. Der Errosionskrater ist rund 40 Kilometer lang und zwischen 2-10 km breit. Machtesch Ramon Krater entstand durch Auswaschen von Sand in Verbindung mit einem geologischen Anheben der Kraterränder. Dadurch entstand ein spektakulärer riesen Krater, an dessen Rand sich Mitzpe Ramon befindet. Direkt an der Abbruchkante steht das Mitzpe Ramon Visitor Center mit Museum und Restaurants. Das runde Bauwerk sieht aus wie ein James-Bond-Bösewicht-Hauptquartier aus den 70er Jahren.

An der Hangkante kann man entlang laufen, hier gibt es meherer Aussichtspunkte. Wer etwas mehr Zeit hat, kann auf dem Israel National Trail den Krater durchqueren. 

 

Mitzpe Ramon

 

HaMinsara / Carpentry

Wenn man von Mitzpe Ramon der Landstraße 40 in Richtung Eilat folgt, kommt man schon nach wenigen Kilometern zur Steinformation HaMinsara / Carpentry. Vom Parkplatz sieht man einen schwarzen Steinhaufen, um den ein Holzsteg führt. Das besondere an HaMinsara (Schreinerei) sind die hexagonalen Steine, die zu tausenden um den Hügel herum liegen. Die Steine sehen aus wie die Basaltsteine in Nord-Irland am Giant's Causeway. Basalt entsteht bei über 900 °C beim langsamen Erkalten von Vulkangestein. Die Steine von The Carpentry sehen aber aus wie Sandstein, es wird daher vermutet, dass Sie auch durch die Hitze der Negev entstanden sein könnten.

 

Carpentry

 

Holot Tsivoniyim / Colored Sand Park

Weniger als 1 Kilomenter hinter The Carpentry wartet schon die nächste Attraktion auf die Besucher. Im Colored Sand Park sieht man viele unterschiedliche Sandtöne, die durch die Errosion des Machtesch Ramon Kraters an die Oberfläche kamen. Nach Regenfällen bilden sich in den Gruben kleine Tümpel, die von manchen Besuchern zum Baden genutzt werden.

Wenn man den Kraterrand auf der 40 nach Richtung Süden hochfährt, kann man auf dem Israel National Trail noch die Ammonites Wall besichtigen. Von der Landstraße muss man noch ca. einen Kilometer weit laufen, es geht leicht bergauf. Die Beschilderung und die Parkmöglichkeiten sind ausbaufähig. Die Ammoniten befinden sich auf der rechten Seite direkt am Trail. Ein kleines Schild weist auf die Wand hin. In der Ammoniten Wand sind ca. 25 cm große Steinkringel zu erkennen. Wasser nicht vergessen. 

 

Colored Sand Park

Ammonite Wall

 

Timna Park

Etwa 25 Kilometer nördlich von Eilat befindet sich der Timna National Park. Hier kann man auf aspahltierten Straßen durch die Wüstenlandschaft der Negev fahren. Im Timna Park kann man einen ganzen Tag verbringen und sogar übernachten. Es gibt zahlreiche sehenswerte Felsen und Landschaften. Der Park kostet Eintritt, aber es loht sich. Traumhafte Landschaften und tolle Fotomotive machen den Timna Park zu einem der schönsten Orte Israels.

 

Timna

www.parktimna.co.il

 

Mamshit

Mamshit liegt zwischen dem Toten Meer und Be'er Sheva an der Landstraße 25, etwa 5 Kilometer östlich von Dimona. Wie Avdat war auch Mamshit eine Stadt der Nabatäer auf der Weihrauchstraße. Mamshit wurde um das Jahr 70 nC errichtet und liegt oberhalb des Baches Nahil Mamshit, der den Ort mit Wasser versorgte. Die Nabatäer waren exzelente Wasserexperten, die das Regenwasser in großen, überdachten Wasserbecken sammelten und so in der Wüste Ackerbau betrieben.

Eine Stadtmauer umschloss Mamshit, das damals rund 1.000 Bewohner zählte. Im Jahr 106 wurden die Nabatäer von den Römern unterworfen. Später gehörte Mamshit zum byzantinischen Reich. In dieser Epoche entstanden auch die Kirchen, deren Überreste heute noch zu erkennen sind. Das Foto zeigt die Ostkirche. Nach der islamischen Eroberung im Jahr 636 wurde die Stadt verlassen.

Viele Bauwerke sind relativ gut erhalten. Die Mauern wurden teilweise wieder aufgebaut und neue Stützen eingefügt, dadurch hat man wieder den Eindruck durch eine Stadt zu laufen.

 

Mamshit

 

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