Schah Moschee

Der Meydane Platz hat eine Nord-Süd-Ausrichtung, die jedoch leicht nach Westen geneigt ist. Das blau geflieste Eingangstor mit zwei seitlichen Türmen, befindet sich mittig, am südlichen Ende des Platzes. Die Masjed-e Shah (Schah Moschee) steht hinter dem Platz, um zu ihr zu gelangen, läuft man durch einen mit Fliesen verkleideten Durchgang mit sehenswerten Gewölbedecken. Man kommt auf einen rechteckigen Platz mit Wasserbecken. Alle Fassaden des Platzes sind wiederum mit blauen Fayencekacheln verkleidet. Bei dieser Technik werden Kacheln aus Tonerde mit einer weißen Glasur überzogen, die dann zum Schmelzen gebracht wird. Bei dieser Methode (Haft Rangi) können auch die Farben Blau, Gelb und Grün gleichzeitig aufgetragen werden ohne zu zerlaufen. Am Platz gibt es drei Torbögen und die Hauptfassade der Moschee, die wiederum mit zwei Türmen verziert ist.

Warum steht die Moschee nicht direkt am Meydane Platz und warum steht sie zu diesem auch noch schräg? Der ganze Platz ordnet sich einer strengen Sytematik unter, nur die Moschee weicht davon ab. Anders als Kirchen, die nur symbolisch nach Jerusalem (Osten) ausgerichtet sind, stehen Moscheen genau in Richtung Mekka. Dadurch halten sich Moscheen in vielen islamischen Ländern nicht an den Stadtgrundriss.

Die Schah Moschee von Isfahan wurde vom Safawiden-König Abbas I. begonnen und 1630 vollendet. Die schiitische Moschee heißt seit der iranischen Revolution offiziell Masjed-e Imam. Die türkisfarbene Kuppel ragt 50 m in den Himmel, die beiden flankierenden Minarette sind je 40 m hoch. Die Pflanzenmotive der Kacheln sollen an das Paradies erinnern, der Ort der auf alle Gläubigen wartet. Die Schah Moschee wurde von Architekt Ali Akbar Esfahani entworfen, die Kaligrafien stammen von Ali Reza.

Die Schah Moschee ist auch ein Museum für das Eintritt verlangt wird. Öffnungszeiten 9-11:30 und 13-16:30. Im Sommer wird der Innenhof mit einem Sonnensegel vor der Hitze geschützt.

 

Schah Moschee

 

Meydane Naqshe Jahan

Der zentrale Platz und die bekannteste Sehenswürdigkeit von Isfahan, ist der Meydane Naqshe Jahan. Der rund 9 ha große Platz wurde zwischen 1598 und 1629 angelegt. Am Meydane Naqshe Jahan stehen zwei Moscheen, ein Palast, die Universität und der Basar von Isfahan. Schah Abbas I. ließ einen rechteckigen Platz mit einheitlichen Arkaden errichten, hinter denen sich die unterschiedlichen Gebäude befinden. Das einzige Gebäude, das in den Platz hineinragt, ist der Ali Qapu Palast. Der Name Meydane Naqshe Jahan bedeutet "Abbild der Welt", offiziell heißt der Platz seit der Iranischen Revolution aber Meydane Imam. Der großartige Platz ist wie ein Garten gestaltet, mit Rasenflächen, Bäumen und einem großen Wasserbecken in der Mitte. Abends breiten die Einheimischen ihre Teppiche aus und machen ein riesiges Picknick. In den Arkaden befinden sich Läden, in denen man Souvenirs und andere Kleinigkeiten kaufen kann.

 

Meydane Naqshe Jahan

 

Ali Qapu Palast

Der Khak-e Ali Qapu (Die hohe Pforte) gehört zum Palast des Schah Abbas I. von Persien und wurde 1629 vollendet. Dahinter befinden sich die Gärten und der eigentliche Palast des Königs. Dieser Vorbau des Palasts ragt in den Platz hinein und bietet dadurch einen wunderbaren Blick auf das Treiben auf dem Meydan. Früher wurden auf dem Platz auch Sportwettkämpfe veranstaltet und der Schah nutzte die Khak-e Ali Qapu auch als Zuschauertribüne. Was früher nur dem Schah von Persien und seinem Hofstaat vorbehalten war, kann heute jeder erleben. Die Veranda mit dem hohen Holzdach ist eine der Attraktionen des großen Platzes.

Hinter der Dachterrasse befindet sich ein Turm, der dem Schah als repräsentativer Festsaal diente. Hier befand sich auch der Thronsaal und kleinere Räume für Empfänge. Entsprechend üppig sind die Wände mit Blumen und Tierdarstellungen verziert. Sehenswert sind die Decken, mit vielen offenen Hohlräumen, die für eine gute Akustik sorgen.

Ali Qapu Palast

 

Lotfollah Moschee

Die Lotfollah Moschee steht am Meydane Naqshe Jahan, gegenüber vom Königlichen Palast. Weil sie unterirdisch mit dem Ali Qapu Palast verbunden ist, wird vermutet, dass sie als Privatmoschee des Schahs entworfen wurde. Die Lotfollah Moschee ist relativ klein aber übermäßig schön gestaltet. Der Architekt Ali Reza Abbasi hat sich hier selbst übertroffen. Der Eingang befindet sich in einem Rücksprung der Platzfassade, und hebt sich durch sein strahlendes Blau deutlich von den Erdtönen der Arkadenreihen ab. Der Innenraum unter der großen Kuppel wurde mit blauen und gelben Fliesenmustern verkleidet.

 

Masjede Lotfollah

 

Großer Basar von Isfahan

Der Große Basar ist eine der Top Attraktionen von Isfahan. Die mehrere Kilometer langen Gänge werden von wunderschönen Kuppeln überdeckt. Der Große Basar beginnt am Qeysariey-Tor das sich am nördlichen Ende des Meydane Naqshe Jahan befindet. Die Verzierungen auf dem Tor zeigen Jagd- und Schlachtszenen. Das Highlight des Basars sind die Kuppelhallen des Timche-ye Malekotojar Basars, die sich zwischen dem Qeysariey-Tor und der Rizwan Moschee befinden. Am Großen Basar liegen mehrere Moscheen, sehenswert ist die Hakim Moschee mit einem großen Innenhof aus gelben Ziegelsteinen mit gelben und blauen Wandfliesen. Den berühmten Teppichbasar von Isfahan findet man in der Bazarcheh Noe Gasse, die sich vom Qeysariey-Tor in der zweiten Querstraße auf der linken Seite befindet. Wer ein historisches Haus im Basarviertel besichtigen möchte, kann das Moshir Almolk Haus mit reich verziertem Innenhof besuchen (siehe Link). Direkt daneben befindet sich das Museum of Islamic Art.

Wer den Basar Richtung Norden verlässt, kommt an der Ali Moschee mit einem 50 m hohen Minarett aus dem 12. Jahrhundert vorbei, das wie ein verzierter Schornstein aussieht. Der Innenhof besteht aus Lehmziegeln und die Iwans (Gewölbenischen) sind nur verputzt. Die Ali Moschee stammt noch aus der Zeit der Seldschuken und ist eher schlicht gestaltet. Am Ende des Basars kommt man auf den riesigen Imam Ali Platz, der wie der Meydan-e Naqsh-e Jahan von Arkadenreihen umschlossen wird.

 

Bazar Bozorg

http://moshir-almolk.ir/

 

Chehel Sotoon Palast

Der Chehel Sotoon Palast wurde von Schah Abbas I. begonnen aber erst unter seinem Nachfolger Abbas II. im Jahr 1647 vollendet. Der Palast befindet sich westlich des Meydane Naqshe Jahan und liegt inmitten eines großen Palastgartens mit Wasserbecken und Springbrunnen. Wenn man sich dem Chehel Sotoon Palast nähert, fallen einem zuerst die schlanken Holzsäulen der Veranda auf. Chehel bedeutet viele und Sotoon ist das persische Wort für Säule. Der Name "Palast der vielen Säulen" bezieht sich auf die Spiegelung der 18 Säulen im Wasser.

Steht man auf der Terrasse sieht man einen mit Spiegelmosaiken verzierten Aiwan (offene Halle mit Tonnengewölbe auch Iwan genannt). Von weitem entsteht der Eindruck, als ob man durch das Gebäude hindurch sehen könnte. Tatsächlich befindet sich im Innenraum ein riesiger Raum, der Bildern aus der glorreichen Geschichte der Safawiden-Dynastie zeigt. Eines der Wandgemälde zeigt den Sieg Ismails I. über die Osmanen 1514. Tatsächlich siegten bei der Schlacht von Tschaldiran die Osmanen und das Perserreich verlor Kurdistan und ihre Hauptstadt Täbris an die Türken. Wegen den Osmanen zogen die Safawiden nach Qazvin und später nach Isfahan. Andere Wandbilder zeigen Empfänge mit Sultan Humayun, Vali Mohammad und dem Kahn von Turkestan, bei denen es hoch herging.

Der Chehel Sotoon Palast ist auch wegen seiner üppig verzierten Deckengewölbe, eine der schönsten Sehenswürdigkeiten von Isfahan. Der Eingang befindet sich an der Ostandari Straße.

 

Chehel Sotoon

 

Chahar Bag Koranschule

Die Chahar Bag Madrasa wurde unter Schah Sultan Hossein 1714 errichtet und wird auch Madar-e Schah (Mutter des Schah) genannt, weil seine Mutter die Koranschule bauen ließ. Die Gebäudegruppe besteht aus einer Koranschule (Madrasa), einer Karawanserei und dem rund 200 m langen Bazar-e Honar, der für seine Goldschmiede bekannt ist. Die Karawanserei diente als Herberge für Händler, die hier ihre Lasttiere unterstellen und versorgen konnten. Der geschlossene Gebäudekomplex bot Schutz vor Dieben. Heute ist der Innenhof begrünt und hat zwei Wasserbecken. Die Haupthalle (Mihrabsaal) der Koranschule ist mit blauen und gelben Fliesen verkleidet und wird von zwei Minaretten flankiert. Die Chahar Bag Madrasa liegt an der Straße der vier Gärten (Chahar Bagh), südlich des Hasht Behesht Palasts. Die Chahar Bagh Avenue ist der bekannteste Boulevard von Isfahan, früher war es die Prachtstraße der persischen Hauptstadt, an der viele Paläste und Gärten lagen. Die Chahar Bagh Allee durchzieht die ganze Stadt von Nord nach Süd und führt zur Si o Se Pol Brücke.

 

Chahar Bag

 

Hasht Behesht Palast

Der Hasht Behesht Palast liegt an der Chahar Bagh Avenue, südlich des Chehel Sotoon Palast. Der "Palast der acht Paradiese" wurde 1669 von Schah Soleiman (Safi II.) erbaut. Der Paradiesgarten bezieht sich auf die persische Gartenkunst, die das himmlische Paradies zum Vorbild nahm. Der Garten wurde auch "Nachtigallen Garten" (Bagh-e Bolbol) genannt. Der Hasht Behesht Palast ist ähnlich konzipiert wie der Chehel Sotoon Palast, ist jedoch deutlich kleiner. Dafür glänzt das Bauwerk mit besonders schönen Tier- und Pflanzendarstellungen aus Fliesen. Sehenswert ist auch das Ochsenaugengewölbe in der Mitte des Palasts, über der Kuppel befindet sich noch eine Laterne, die wiederum mit Spiegelmosaiken verziert wurde. Das macht die Decke des Hasht Behesht Palast, zu einer der schönsten Kuppeln in Isfahan. Vor dem Palast befindet sich ein langes Wasserbecken mit Springbrunnen.

 

Hasht Behesht

 

Jameh Moschee

Die Jameh Moschee ist die Freitagsmoschee von Isfahan. Damit ist die Masjed-e Jameh das religiöse Zentrum der Stadt. Schon die Abbasiden ließen hier im 8. Jahrhundert eine Moschee errichten, die von den nachfolgenden Dynastien erweitern und umgebaut wurde. Dadurch kann man an dieser großartigen Moschee, die Baugeschichte der letzten 1.300 Jahre ablesen. Die Jameh Moschee hat sind im Lauf der Zeit von einer Säulenmoschee zu einer Vier-Iwan-Moschee entwickelt. Die arabisch geprägte Moschee ist in den Innenräumen immer noch sichtbar aber der große Innenhof ist ein Musterbeispiel für persische Architektur.

Ausgrabungen haben gezeigt, dass die Moschee auf einem Feuertempel der Sassaniden errichtet wurde, die um 650 von der Islamischen Expansion ausgelöscht wurden. Wie die Christen in Südamerika, bauten auch die Muslime ihre Moscheen am liebsten auf Tempeln der unterworfenen Völker.

Die wesentlichen Bauphasen der Jameh Moschee sind das Jahr 840, als die alte Moschee mit einer neuen Moschee überbaut wurde und das Jahr 1088, als der Innenhof mit den 4 Iwans errichtet wurde. Mit einer Grundstücksfläche von rund 20.000 m² ist die Freitagsmoschee von Isfahan, die größte Moschee des Iran.

 

Masjede Jameh

 

Si-o-se Pol Brücke

Die Si-o-Se Pol ist eine von Arkaden flankierte Bogenbrücke, die 1602 über dem Fluss Zayandeh Rud errichtet wurde. Sie verlängert die Chahar Bagh Abbasi nach Süden. Die rund 350 m lange Si-o-Se Pol hat 33 Bogensegmente, die der Brücke ihren Namen gaben. Ursprünglich wurde die Brücke jedoch nach ihrem Erbauer Pol-e Allahverdi benannt. Die Brücke wurde an der breitesten Stelle des Flusses gebaut, der jedoch nur selten Wasser führt. Trotzdem ist die Si-o-Se Pol eine der Sehenswürdigkeiten von Isfahan, weil sie wie die Khaju Brücke abends beleuchtet wird und sich hier viele Leute, in der kühlen Briese der Nacht, entspannen. Die Si-o-Se Pol war auch das architektonische Vorbild für die kleinere Pol-e Khaju.

 

Si-o-se Pol

 

Vank Kathedrale

Die Vank Kathedrale steht im Stadtteil Jolfa. Jolfa ist eine kleine Stadt, an der iranischen Grenze zu Aserbaidschan. Schah Abbas I. ließ christliche Armenier 1603 aus diesem Ort nach Isfahan umsiedeln, weil er ihre kunsthandwerklichen Fähigkeiten in seiner Hauptstadt brauchte. Er hatte gerade Armenien erobert und wusste, dass er dieses Land nicht halten kann. Die Christen bekamen einen eigenen Stadtteil und eine Garantie für Religionsfreiheit.

Die Kelisa-ye Vank wurde 1663 eingeweiht und ist ein ganz besonderes Bauwerk, weil sich hier christliche und islamische Architektur vermischen. Die Vank Kathedrale sieht von außen aus wie eine Moschee. Der gelbe Ziegelbau ist mit persischen Spitzbögen verziert und über dem Eingang befindet sich ein kleiner Iwan. Über dem Haupteingang befindet sich ein kleines armenisches Spitzdach mit Kreuz. Der Kirchturm steht neben der Kathedrale, in der Umfassungsmauer des Kirchenhofs. Der Innenraum ist vollgepackt mit christlichen Wandgemälden. Gold- und Blautöne bestimmen das Erscheinungsbild der Kuppel. Die Verzierung ist christlich aber die Architektur der Vank Kathedrale ist muslimisch. Die Verbindung von christlichen und islamischen Bautraditionen, macht die Vank Kathedrale nicht nur in Isfahan, zu einem einzigartigen Bauwerk.

In Jolfa leben rund 25.000 armenische Christen und es gibt noch weitere Kirchen im Viertel. Sehenswert ist auch die Bethlehem Kirche, die etwas zurückhaltener ausgeschmückt wurde und dadurch harmonischer wirkt als die Vank Kathedrale.

Im Stadtteil Jolfa gibt es zudem viele gute Geschäfte und Restaurants. Ein Bummel entlang der Hakim Nezami Straße lohnt sich. Die Metrostation Si-O-Se Pol ist rund 1,6 km entfernt.

 

Vank Kathedrale

 

Khaju Brücke

Die Khaju Brücke (Pol-e Khaju) ist die schönste Brücke von Isfahan. Sie führt Richtung Süden, zur Handelsmetropole Shiras. Den Safawinen Herrschern war es sehr wichtig, dem fremden Besucher schon beim Betreten der Stadt ihre Macht und Größe zu demonstrieren. Die Brücke über den Zayandeh Rud wurde 1650 errichtet. Die Khaju Brücke hat eine mittlere Straße für den Handelsverkehr und an den Seiten überdachte Arkadengänge für Fußgänger. In der Mitte gibt es einen Turm mit dekorativen Bögen. Das Bauwerk diente gleichzeitig als Staudamm, um eine Wasserreserve für die Stadt aufzustauen. Der Fluss trocknet im Sommer normalerweise aus und führt dann kein Wasser mehr. Abends wird die Khaju Brücke beleuchtet und ist ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Die Brücke ist ein beliebtes Fotomotiv von Isfahan bei Nacht.

 

Khaju Brücke

 

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