The Shed

Ein weiteres architektonisches Ausrufezeichen im neuen Stadtteil Hudson Yards ist die Kunsthalle The Shed. Im Bloomberg Building, wie The Shed offiziell heißt, sollen sich alle Kunstdisziplinen mit allen Bevölkerungsschichten mischen. Um alle Kunstrichtungen unter einem Dach zu vereinen, braucht man eine sehr flexible Hülle. Aus diesem Grund kann man das Gebäude bewegen. Ein Teil des Bauwerks besteht aus einer Stahlkonstruktion, die sich auf Schienen vor und zurück bewegen lässt. Dadurch kann man den Raum darunter öffen oder schließen. Der Veranstaltungsraum wird auch für kommerzielle Zwecke vermietet. The Shed versteht sich aber in erster Linie als Kunstförderer, besonders von jungen Künstlern aus New York. Dennoch versucht der neue Stadtteil Hudson Yards sich in New York zu etablieren. Mit The Vessel, der High Line und The Shed wurden Publikumsmagneten geschaffen, um das Viertel zu beleben. The Shed (der Schuppen) wurde von den New Yorker Architekten Diller Scofidio zusammen mit Renfro entworfen. The Shed wurde 2019 eröffnet, die Baukosten betrugen rund 500 Millionen US Dollar.

 

The Shed, Hudson Yards

https://theshed.org/

 

Hudson Yards

Die Hudson Yards sind eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in Manhattan. Über einer Abstellfläche für Pendelerzüge der Long Island Rail Road wurde seit 2012 ein neuer Stadtteil errichtet. Der Name "Hudson Yards" setzt sich aus dem Fluss und dem englischen Wort für Bahngelände zusammen. Die Abstellfläche für Züge wird weiterhin benutzt, die Gebäude stehen auf Stützen über den Gleisen. Das Projekt besteht aus 15 Hochhäusern mit Büros und Wohnungen, einem Einkaufszentrum und dem Veranstaltungsraum The Shed. Als Publikumsmagnet wurde die Instagram taugliche Skulptur The Vessel errichtet. Die Hudson Yards liegen am östlichen Ufer des Hudson und am nördlichen Endpunkt der High Line. Um den Stadtteil zu erschließen, wurde die U-Bahnlinie 7 verlängert. Der Turm 30 Hudson Yards ist mit 395 m der höchste Wolkenkratzer des Viertels. Das Hochhaus von den Architekten Kohn Pedersen Fox hat eine Aussichtsebene im Freien. Eine dreieckige Plattform ragt aus dem Turm heraus und bietet einen spektakulären Blick über die Dächer New Yorks. Mit den Hudson Yards entsteht eine neue Skyline zwischen Midtown und Downtown Manhattan. 

 

Hudson Yards

 

VIA 57 West

Das Wohnhochhaus des dänischen Architekten Bjarke Ingels BIG steht direkt am Hudson River. Der 142 m hohe Turm erhebt sich auf einem Grundriss mit Innenhof, wie er für europäische Wohnblocks typisch ist. In der vertikalen bilden die 750 Wohneinheiten eine verdrehte Pyramide, die im Blockinnenraum ausgestanzt wurde. Die gebogene Fassade aus Aluminiumplatten erstahlt abends im Licht der untergehenden Sonne. Von New Jersey ist das VIA 57 West ein Blickfang in der Skyline von Manhattan. Der Wohnturm mit 34 Etagen und rund 80.000 m² Nutzfläche wurde 2016 fertiggestellt.

Weitere Gebäude von BIG:

VM Bjerget, 8 TalletAmager BakkeSuperkilen, Omniturm

 

625 W 57th St, New York

 

Oculus

Die U-Bahnstation World Trade Center wurde durch den Einsturz der Zwillingstürme 2001 zerstört. Die U-Bahnlinie der Port Authority Trans Hudson (PATH) verbindet Manhattan mit New Jersey. Der neue Bahnhof vom spanischen Architekten Santiago Calatrava wurde 2016 eröffnet. Die Kosten des Bauwerks beliefen sich auf rund 4 Milliarden US Dollar, damit war die Station der teuerste Bahnhof der Welt. Die oberirdische Bahnhofshalle ist eine weiße Skulptur aus Stahl und Glas, die viel Licht in die unterirdischen Ebenen fallen lässt. In der Mitte der Dachkonstruktion ist ein schmaler Schlitz der das Licht um 10:29 direkt in die Halle scheinen lässt. Dies ist der Zeitpunkt, an dem der Nordturm des WTC am 11. September 2001 einstürzte. Aus diesem Grund steht das Bauwerk nicht im Raster des New Yorker Grids. Das Auge "Oculus" gedenkt den Opfern dieser Tragödie, schaut aber auch in die Zukunft, und zeigt, dass man diese Katastrophe überwinden kann. 

Der Bahnhof ist eine Umsteigestation die täglich von rund 300.000 Menschen genutzt wird. Die unterirdische Halle ist viel größer als das oberirdische Bauwerk vermuten lässt. Es gibt Geschäfte und Restaurants, lange Gänge verbinden den Bahnhof mit weiteren Gebäuden.  

Bauwerke von Santiago Calatrava:

Ciudad de Artes y Las Ciencias, Turning Torso, Chords Bridge

 

World Trade Center Station

 

One World Trade Center

Nach dem Terroranschlag am 11. September 2001 wurde ein Architekturwettbewerb ausgelobt, den Daniel Libeskind 2002 mit seinem 1776 feet hohen Freedom Tower gewann. Die Gebäudehöhe bezieht sich auf das Jahr der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Der Freedom Tower von Libeskind wurde jedoch nicht verwirklicht. Stattdessen bekam David Childs von SOM den Auftrag für das One World Trade Center. Nur die Höhe von 1776 feet (541 m) wurde übernommen, ansonsten handelt es sich um ein komplett anderes Gebäude. Der Entwurf besteht aus einem Quadrat, in dem sich ein zweites, um 45° gedrehtes Quadrat befindet. Die Seiten des unteren Quadrats verbinden sich mit dem oberen Quadrat. Dadurch entstehen abgeschrägte Seiten, die wie ein Antiprisma aussehen.

Der eigentliche Büroturm ist 417 m hoch, wie der zerstörte Nordturm des WTC. Darüber befindet sich ein Ring, an dem die Seile der Antenne befestigt sind. Durch die 124 m hohe Antenne gilt das 1WTC als höchstes Gebäude der USA. Früher wurde die Antenne nicht mitgerechnet, was ich persönlich für richtig halte. Demnach wäre der Willis Tower in Chicago mit 442 m ohne Antenne, höher als das One World Trade Center. 

Im 100. Stockwerk befindet sich die Aussichtsplattform One World Observatory

 

285 Fulton St, New York

 

Lever House

Das Lever House ist eine Ikone der Architekturgeschichte, es war das erste Gebäude mit Curtain Wall Fassade in New York. Mies van der Rohe hatte zuvor in Chicago die Lake Shore Drive Apartements mit Stahlskelettkonstruktion und Vorhangfassade errichtet. Diese Bauweise wurde schnell zum Markenzeichen der modernen Architektur. Durch den Internationalen Stil verbreitete sich diese Konstruktionsmethode auf der ganzen Welt.

Das Lever House wurde von Gordon Bunshaft entworfen, der den Büroturm für das Architekturbüro SOM (Skidmore, Owings & Merrill) plante. Auftraggeber war die britische Firma Lever Brothers, die hier ihre neue US Hauptverwaltung errichten wollte.

Bunshaft entwarf einen 94 m hohen Turm, der aus einem horizontalen Sockel wächst aber dennoch über diesem zu schweben scheint. Der Sockelbau umschließt das ganze Grundstück ist jedoch in der Mitte offen. Hier befindet sich ein Garten mit Restaurant. Das Dach des Flachbaus wird von einer Hecke umrandet, auf dem Dach stehen Bäume. Das Hochhaus erhebt sich direkt an der Park Avenue, zu den beiden Straßen 53 und 54 Street hält der Turm einen Abstand, weil damals noch die Zoning Law in Kraft war, die Rücksprünge verlangte. Um diese zu umgehen, wurde der Turm in den Blockinnenbereich gestellt.

Die Fassade besteht aus Aluminium-Profilen und grünem Glas. 1998 wurde die Fassade ausgetauscht, ihr aussehen wurde dabei nicht verändert.

Weitere Gebäude von Gordon Bunshaft:

Hirshhorn Museum, Marine Midland Building

 

390 Park Ave

 

 

Seagram Building

Das Seagram Building sieht aus wie viele moderne Bürotürme aus den 70er Jahren. Der Unterschied ist, dass das Seagram Building schon 1958 gebaut wurde und damit die Mutter all dieser Klone ist, obwohl das UN Hauptquartier und das Lever House schon 1952 fertiggestellt wurden. Der rund 157 m hohe Turm wurde von Ludwig Mies van der Rohe entworfen. Der Bauhaus-Lehrer emigrierte 1938 in die USA, weil das Bauhaus von den Nationalsozialisten geschlossen wurde. Er ging nach Chicago, wo er am Armour Institute lehrte und ein Architekturbüro eröffnete. Hier entstanden auch 1951 die Wohntürme am Lake Shore Drive, die schon das Gen des Seagram Buildings in sich trugen. Das Seagram Building war sein erstes Bürohochhaus, das er zusammen mit Philip Johnson baute, da er keine Zulassung in New York hatte.

Warum ist das Seagram Building so berühmt?

Mies van der Rohe gilt als Pionier des International Style, der sich durch einfache Formen auszeichnet. Der Spruch less is more von Mies van der Rohe ist legendär. Das Seagram Building ist eine rechteckige Kiste mit Glasvorhangfassade. Das heißt, die tragende Konstruktion befindet sich hinter der Fassade. Die vertikalen Stützen werden durch horizontale Bänder aus Glas und Metall verdeckt. Früher hatten Hochhäuser einen Sockel, einen Schaft und eine Spitze. Diese klassische Dreiteilung kommt bei den modernen Bauwerken nur noch aus funktionalen Gründen vor. Der Eingangsbereich ist anders gestaltet als die Büroetagen darüber und auf dem Dach befindet sich die Technik, die keine Fenster benötigt.

Durch Setbacks (Rücksprünge) verjüngten sich Hochhäuser nach oben, um andere Gebäude nicht zu verschatten. Dies wurde in der Zoning Resolution von 1916 geregelt. Die neuen Türme der modernen Architektur umgingen dieses Gesetz, indem sie auf einem Teil des Grundstücks nur einen flachen Baukörper errichteten. Mies van der Rohe verzichtete auf einen Teil des Grundstücks und schuf dadurch einen öffentlichen Platz. Das Seagram Building führte schließlich zur Änderung des Gesetzes 1961, seitdem wir auf jedem Grundstück eine gewisse Ausnutzung erlaubt, die sich erhöht, wenn man einen öffentlichen Platz schafft.

Weitere Gebäude von Mies van der Rohe:

Barcelona Pavillon, Neue Nationalgalerie

 

375 Park Avenue

 

Guggenheim Museum

Das Guggenheim Museum in New York ist das wohl bekannteste Gebäude von Frank Lloyd Wright. Das Besondere am Guggenheim ist der Weg durch die Ausstellung, der entlang einer runden Rampe nach unten führt. Diese Rundung prägt auch das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes. Die große Rotunde hat ein Glasdach, durch das der Innenraum belichtet wird. Von der Rampe gelangt man in die einzelnen Ausstellungsräume, die Rampe selbst dient auch als Ausstellungsfläche. Die Architektur des Museums ist sehr dominant, einige Kritiker behaupteten, dass das Gebäude der Kunst die Show stehle. Tatsächlich ist das Guggenheim ein Monument, eine Ikone der Architektur geworden. Es ist selbst ein Kunstwerk.

Die Familie Guggenheim aus Philadelphia wurde durch ein Bergbau-Monopol steinreich. Salomon R. Guggenheim kaufte Moderne Kunst aus Europa und beauftragte den berühmten Architekten Frank Lloyd Wright mit dem Bau eines Museums für seine Kunstsammlung. Nicht gegenständliche Kunst, wie die Moderne damals noch hieß, war neu und für viele Menschen gewöhnungsbedürftig. Die Nazis verfemten sie als "entartete Kunst". Als das Museum 1959 eröffnet wurde waren die Künstler schon berühmt aber das Salomon R. Guggenheim Museum trug wesentlich dazu bei, diese Kunst in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Eigentlich sollte das Bauwerk Museum of Non-Objective Painting heißen aber da Salomon R. Guggenheim 1949 verstarb, wurde das Museum nach seinem Förderer benannt. Auch Frank Llyod Wright starb noch vor der Eröffnung seines Meisterwerks. Das Projekt hatte viel Kraft gekostet, Hilla von Rebay, die erste Direktorin des Museums, nahm großen Einfluss auf die Gestaltung. Sie hatte Frank Lloyd Wright als Architekten ausgewählt, war selbst Künstlerin und setze sich was Material und Farbe anging gegen Wright durch, der mehr Glas einsetzen und ein rotes Gebäude bauen wollte.

Der hohe Gebäudeteil hinter den beiden runden Baukörpern wurde bei der Erweiterung 1992 errichtet. Geplant wurde die Erweiterung von den Architekten Gwathmey Siegel Kaufmann aus New York. Frank Llyod Wright hatte die Erweiterung jedoch schon damals entworfen.

 

 

1071 Fifth Avenue

 

United Nations

Nachdem John D. Rockefeller Jr. das Grundstück am East River gespendet hatte, begann die Planung für die neue Zentrale der UNO in New York. Die Planung übernahm ein internationales Team aus Architekten unter der Führung von Wallace Harrison aus den USA. Zum "board of design" gehörten auch der Brasilianer Oskar Niemeyer und der Schweizer Le Corbusier, die zusammen das Sekretariatsgebäude entwarfen. Das Verwaltungshochhaus direkt am East River ist 155 m hoch und war das erste Hochhaus in New York mit einer Vorhangfassade. Das Hauptquartier der Vereinten Nationen wurde 1951 fertiggestellt. Das Grundstück gehört den Vereinten Nationen und ist nicht Teil der USA. Dadurch gelten hier keine nationalen Gesetze oder Bauvorschriften. Bei der Sanierung 2010 wurde die Fassade ersetzt, behielt jedoch ihr ursprüngliches Aussehen. 

Weitere Gebäude von Oskar Niemeyer:

Congresso NacionalCatedral Metropolitana Brasilia

Weitere Gebäude von Le Corbusier:

Unité d'Habitation Marseille, Corbusier-Haus BerlinVilla Savoye Poissy, Centre Le Corbusier Zürich, Museum of Western Art Tokyo, Weißenhofsiedlung Stuttgart  

Pan Am Building

Das Pan Am Building wurde 1963 über der Grand Central Station gebaut. Es war das Verwaltungsgebäude von Pan American World Airways. Den Entwurf für den 246 m hohen Turm lieferte Walter Gropius, der 1937 vor den Nazis nach Amerika floh und an der Harvard University als Professor arbeitete. Zusammen mit Pietro Belluschi und dem Architekturbüro Emery Roth & Sons wurde das Pan Am Building errichtet. 

Das Bürohaus erinnert mit seiner achteckigen Form an das drei Jahre zuvor in Mailand errichtete Pirelli Hochhaus von Gio Ponti und Pier Luigi Nervi. Das Pan Am Building ist allerdings höher und wird von drei horizontalen Glas-Bändern unterteilt. Das Tragwerk ist aus Stahl und die Fassade aus Glas und Aluminium. Das Hochhaus prägt das Stadtbild von New York, weil es in der Flucht der Park Avenue steht.

Pan Am war eine transkontinentale Fluggesellschaft, die ein Monopol auf Interkontinentalflüge hatte. Nach dem Airline Deregulation Act 1978 wurde dieses Monopol abgeschafft und Pan Am musste sich der nationalen Konkurrenz stellen und ging 1991 unter. Das Pan Am Building wurde verkauft und heißt seit 1993 MetLife Building.

Weitere Gebäude von Walter Gropius:

Bauhaus Dessau, Weißenhofsiedlung Stuttgart, Gropiusstadt Berlin

Gehry Tower

Das Wohnhochhaus von Frank O. Gehry liegt zwischen den Straßen Spruce Street und Beekman Street. Der offizielle Name des Bauwerks lautet 8 Spruce Street. Das Hochhaus wurde zwischen 2006 und 2011 errichtet. Mit einer Höhe von 267 m und 76 Stockwerken zählt es zu den höchsten Türmen im südlichen Manhattan. Das Wohngebäude bietet Platz für über 900 Appartements.

Der Turm steht auf einem T-förmigen Grundriss, welcher durch die unregelmäßig geformte Aluminiumfassade und Rücksprünge kaum noch zu erkennen ist. Wilde Blechfassaden sind das Markenzeichen des Kaliforniers Frank O. Gehry.

Weitere Gebäude von Gehry:

Guggenheim Museum Bilbao, Disney Concert Hall Los Angeles, Siedlung Goldstein FrankfurtFondation Louis Vuitton Paris

New Museum

Das New Museum ist ein ganz besonderes Gebäude von den japanischen Architekten SANAA. Kuben mit unterschiedlichen Höhen und Breiten wurden zu einem Turm gestapelt. Dort wo ein Versatz entsteht gibt es Dachterrassen mit Blick über das südliche Manhattan. Die verschachtelte Gebäudehülle wird durch ein einheitliches Fassadenmaterial zusammengehalten. Die weiß gestrichenen Kuben werden von einem Netz aus eloxiertem Streckmetall aus Aluminium überlagert. Dieses Netz befindet sich auch vor Glasflächen, dadurch wirkt die Fassade wie ein grauer Schleier und das Gebäude sehr einheitlich und elegant.

Der Innenraum kommt ohne Stützen aus und bietet große Flächen, da der Gebäudekern mit Aufzügen und Treppenhaus nicht in der Mitte des Museum liegt. Das New Museum wurde 2007 eröffnet.

Weitere Bauwerke von SANAA

Design School Essen,Christian Dior Tokyo, Ferry Terminal Naoshima

Stadtplan Architektur New York

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Architekturführer New York

Architekturführer New York City

Dieser Architekturführer zeigt die wichtigsten Bauwerke zeitgenössischer und moderner Architektur. Gebäude wie das Empire State Building, das Chrysler Building oder das Flatiron Building finden Sie unter der Rubrik Sehenswürdigkeiten New York.

 

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