Dizengoff Platz

Der Dizengoff Platz ist das Zentrum von Tel Aviv. Er wurde nach Zina Dizengoff benannt, der Frau des ersten Bürgermeisters von Tel Aviv. Die britische Verwaltung plante Tel Aviv als Gartenstadt am Meer. Der Bebauungsplan von Tel Aviv wurde 1929 vom Botaniker und Soziologen Sir Patrick Geddes entworfen. Die Hauptstraßen verlaufen in Ost-West oder Nord-Süd Richtung allerdings sind sie nicht kerzengerade wie in New York, sondern sind leicht geschwungen und treffen in verschiedenen Winkel aufeinander. Dadurch wirkt Tel Aviv nicht wie eine rationale Plan-Stadt. Aber das Zentrum, der Dizengoff Platz zeigt das Tel Aviv am Reißbrett entstand. Wie bei Ebenezer Howard, dem Erfinder der Gartenstadt, ist das Zentrum von Tel Aviv ein grüner Platz mit einheitlicher Gestaltung. Die junge Architektin Genia Awerbuch gewann den Architektur-Wettbewerb 1934. Demnach erhielten alle Häuser am Platz die gleiche Fassade aus weißen, horizontalen Bändern auch wenn sie von anderen Architekten gebaut wurden. In den 1970er Jahren wurde der Platz umgestaltet, die Fußgänger erhielten eine Ebene über der Straße, damit der Verkehr schneller fließen konnte. Diese Maßnahme zerstörte jedoch die Eleganz der Bauhaus Architektur, so das die Stadt beschloss den Platz wieder so herzustellen, wie er ursprünglich geplant wurde. Dann wird auch der Brunnen "Wasser und Feuer" von Jaakow Agam wieder auf dem Platz stehen, der zum Wahrzeichen von Tel Aviv wurde.

Rothschild Boulevard

Die schönste Straße von Tel Aviv ist der Rothschild Boulevard. Die Prachtstraße mit einem schmalen Parkstreifen in der Mitte ist nach der Familie Rothschild benannt. Das jüdische Bankhaus aus Frankfurt am Main hatte sich durch Filialen in London, NeapelParis und Wien zum größten Geldhaus Europas entwickelt. Sie unterstützten die zionistische Bewegung mit Geld und ermöglichten dadurch den Kauf von Land für Tel Aviv. Die ersten Häuser von Tel Aviv entstanden an der Kreuzung Herzl/Sderot Rothschild. Der Rothschild Boulevard ist heute eine der besten Adressen in Israel. Bauhaus-Architektur und Hochhäuser säumen die Straße. Auf dem Grünstreifen in der Mitte des Boulevards gibt es Kioske und Cafes. Auf dem Radweg flitzen Elektroräder vorbei, selbst in die Pedale zu treten kommt den Israelis nicht in den Sinn, dafür ist es einfach zu heiß.  

Yitzhak Rabin Platz

Als Ministerpräsident Yitzhak Rabin auf diesem Platz ermordet wurde, trug er noch den Namen "Platz der Könige Israels". Im Jahr zuvor hatte Rabin zusammen mit Schimon Peres und Jassir Arafat den Friedensnobelpreis erhalten. Israel zog seine Truppen aus dem Gaza-Streifen und dem West-Jordanland ab und Arafat versicherte Israel, das von den Palästinensern keine Gewalt mehr ausgeht. Als Rabin ermordet wurde hatte er gerade seine Rede: "Ja zum Frieden, Nein zur Gewalt" beendet. Yitzhak Rabin wurde von einem fundamentalistischen Juden am 4. November 1995 erschossen. Auf dem Platz steht das "Holocaust and Revival" Monument von Igael Tumarkin (geb. Peter Hellberg). Die auf dem Kopf stehende Pyramide steht auf einem Dreieck. Von oben sieht die Skulptur aus wie ein Davidsstern. Yitzhak Rabin wurde auf dem israelischen Nationalfriedhof "Herzlberg" in Jerusalem beerdigt.

Die Strände von Tel Aviv

Entlang des rund 4 km langen Küstenabschnitts zwischen Namal im Norden und Jaffa im Süden liegen 8 Strände. Ganz im Norden liegt "Sheraton Beach", der nach einem Hotel benannte Strand ist am Wochenende sehr voll, da weiter nördlich der Hafen und ein Militärgelände liegt und somit keine weiteren Strände. Zudem ist der südliche Teil des Strandes für orthodoxe Juden durch eine Holzwand abgetrennt. Es folgt der "Hilton Beach", der als Strand der Homosexuellen gilt und an dem Hunde erlaubt sind. An der "Tel Aviv Marina" gibt es ein öffentliches Schwimmbad. An der "Gordon Beach" wird Beachvolleyball gespielt auch abends bei Flutlicht, wenn es nicht mehr so heiß ist. Der bekannteste Strand von Tel Aviv ist "Frishman Beach". Durch die Nähe zum Zentrum gibt es hier viele Restaurants und Bars. Hier trifft man auch die meisten Touristen. Weiter südlich wird es etwas ruhiger, bis es kurz vor Jaffa wieder voller wird. Die Strandpromenade wurde im Zentrum schon neu gemacht, südlich der Allenby St. wurde 2018 noch gearbeitet.

Independence Hall

Das unscheinbare Haus am Rothschild Boulevard ist das geschichtsträchtigste Haus von Tel Aviv. Die Stadt wurde 1909 von 66 Familien gegründet. Die Parzellen wurden per Los verteilt. Rothschild Boulevard 16 ging an die Familie Dizengoff. Meir Dizengoff wurde der erste Bürgermeister von Tel Aviv. 1930 stiftete er das Haus seiner Stadt , um ein Tel-Aviv-Museum einzurichten. Das Wohnhaus wurde umgebaut und vergrößert. Die großen Fenster an der Straße wurde durch schmale Fensterschlitze ersetzt. Am 14. Mai 1948 wurde hier die Unabhängigkeit Israels erklärt, da am folgenden Tag das Mandat für Palästina von Groß-Britannien ablief. Der Rothschild Boulevard war voller Menschen die jubelten, endlich hatten die Juden wieder einen eigenen Staat. Die spätere Ministerpräsidentin Golda Meir sagte: "6 Millionen Juden sind gestorben. Die Unabhängigkeit kam zu spät. Ich kann nur weinen, weinen, weinen." Die Die USA erkannten Israel schon am nächsten Tag an. Nach der Unabhängigkeit erklärten Ägypten, Jordanien (damals noch Transjordanien), Syrien, Libanon und der Irak dem neuen Staat Israel den Krieg. Schon am 15. Mai um 0 Uhr überschritten Soldaten dieser Länder die Grenze. Golda Meir fasst den Konflikt so zusammen: "Die Araber wollen das wir sterben aber wir wollen leben. Da kann es keinen Kompromiss geben." Der Erste-Arabisch-Israelische Krieg endete 1949 mit dem Sieg Israels. Das Museum in der "Independence Hall" erinnert an die Gründung Israels. Vor der "Independence Hall" steht ein Denkmal von Meir Dizengoff auf einer Stute (englisch: mare). Auf englisch: Mayor Meir on a mare. 

Hauptsynagoge Tel Aviv

Die Große Synagoge von Tel Aviv wurde 1926 errichtet. Die Synagoge sah damals noch ganz traditionell aus, eine Schachtel mit einer Kuppel. Den 1914 ausgeschriebenen Architekturwettbewerb gewann der deutsche Architekt Richard Michael. Dieser musste aber wegen dem 1. Weltkrieg zurück nach Deutschland. Sein Landsmann Alexander Baerwald übernahm die weitere Planung. Nach finanziellen Problemen wurde die Synagoge schließlich von Architekt Yehuda Magidovitch gebaut, der später das berühmte "Cinema Hotel" am Dizengoff Platz baute. Die ungewöhnliche Form der Hauptsynagoge entstand erst 1969 durch die Betonbögen von Aryeh Elhanani, die vor die alte Fassade gestellt wurden.

Hassan Bek Moschee

Die Hassan Bek Moschee wurde 1916 von den Osmanen errichtet. Das neu gegründete Tel Aviv dehnte sich immer weiter aus und der türkische Gouverneur Hassan Bek ließ die Moschee zwischen Jaffa und Tel Aviv errichten, um das Gebiet zu markieren. Der christliche Besitzer des Grundstücks wurde enteignet. Nach der Unabhängigkeit Israels nutzen arabische Scharfschützen das Minarett um Juden in Tel Aviv zu erschießen. Als die Irgun die Moschee einnahm, wollten die Kämpfer die Moschee sprengen aber ihr Kommandant verhinderte die Zerstörung. 1979 sollte die leere Moschee in ein Einkaufszentrum verwandelt werden. Die Muslime aus Jaffa wehrten sich gegen die Shopping Pläne und übernahmen das Gebäude selbst. Nach der Übergabe stürzte das Minarett ein und wurde durch finanzielle Unterstützung aus Saudi Arabien und Jordanien doppelt so hoch neu errichtet. 2001 wurden 21 israelische Jugendliche in der Disco Dolphinarium durch eine Bombe getötet. Da sich der Club direkt neben der Moschee befand, vermuteten viele Israelis, das der Attentäter aus der Moschee kam. Die Moschee wurde von wütenden Bürgern belagert. 2005 wurde ein Schweinekopf in einem Palästinensertuch in den Hof der Hassan Bek Moschee geworfen auf dem "Prophet Mohammed" stand. Drauf hin erstach ein Moslem in Jerusalem einen jüdischen Schüler.

HaCarmel Markt

Der Shuk HaCarmel ist ein rund 500 m lange Straße mit offenen Verkaufsständen. Von Souvenirs über Kleidung und Lebensmitteln bis zu Streetfood wird alles mögliche angeboten. Die meisten Läden haben von 8-18 Uhr geöffnet. Samstag ist der "HaCarmel" geschlossen. Freitags macht er schon um 16 Uhr zu. Es lohnt sich auch einen Blick in die kleinen Straßen rund um den Markt zu werfen. Hier gibt es weitere Läden und Imbissbuden. Besonders interessant wird es, wenn Dienstags und Freitags Kunsthandwerker und Straßenkünstler die Gegend verzaubern.

Azrieli Center

Das Azrieli Center ist ein Komplex aus drei Hochhäusern und einem großen Einkaufszentrum. Es wurde nach seinem Investor benannt, der das Center 1999 eröffnete. Der höchste der drei Türme ist 187 m hoch. Auf den Azrieli Center Circular Tower gibt es eine Aussichtsplattform, der Eingang befindet sich in der obersten Etage des Einkaufszentrums, an der großen Halle mit der Glaskuppel. Der Eintritt ist günstig, allerdings ist die Aussichtsplattform nicht sehr schön und die Fenster waren auch nicht sauber. Aber man sieht ganz Tel Aviv, das Meer und die Berge östlich der Stadt. Abends liegt Tel Aviv im Gegenlicht, dafür gibt es ein Restaurant mit Blick aufs Meer.

Sarona

Die Siedlung "Sarona" wurde 1871 von deutschen Templern errichtet, die im Ersten Weltkrieg von den Briten vertrieben wurden. Später nutzte die israelische Regierung die Siedlung. Die kleinen Häuser liegen in einem großzügigen Park und werden jetzt als hochpreisige Läden oder als Restaurants genutzt. "Sarona" ist eine Mischung aus Park und Shopping Village.

Namal Tel Aviv

Das ehemalige Hafengelände hat sich zu einem interessanten Ort mit vielen Restaurants und Cafes entwickelt. In die alten Lagerhallen sind auch viele Geschäfte eingezogen. "Namal Tel Aviv" ist dadurch zu einem der beliebtesten Treffpunkt an der Küste geworden. 

Skyline von Tel Aviv

Die Gründerväter von Tel Aviv wollten die Stadt zum New York des Nahen Ostens machen. Hochhäuser waren anders als in anderen Städten erwünscht. Tel Aviv sollte zum modernen Leuchtturm der Region werden. Rund 100 Jahre nach der Gründung hat Tel Aviv schon eine beachtliche Skyline aufgebaut. Den schönsten Blick auf die Hochhaus-Kulisse hat man von Jaffa.

Karte Sehenswürdigkeiten Tel Aviv

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Reiseführer Tel Aviv

Willkommen in Tel Aviv-Jaffa

Tel Aviv-Jaffa hat rund 450.000 Einwohner und ist nach Jerusalem (900.000 Einwohner) die zweitgrößte Stadt Israels. Die Region Tel Aviv hat rund 3,8 Millionen Einwohner und ist deutlich größer als Jerusalem, das als Region nur auf rund 1,3 Millionen Einwohner kommt.

 

 

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